Knigge über politische Korrektheit: „Die neue Moral“

4. Spielregel

„Lasse dich im privaten Kreis nicht gegen dein besseres Wissen vereinnahmen, leiste dir keine Heuchelei. Verzichte aber auf Tabuverstöße und Provokationen in der Öffentlichkeit, wenn sie deinen Ruf nachhaltig schädigen können, und respektiere jederzeit die großen Hoffnungen, die andere mit der neuen Moral verbinden.“

 

„Man respektiere das, was andern ehrwürdig ist! Man schone der Vorurteile, die andern Ruhe gewähren! Man vergesse nicht, … daß ein mangelhaftes System, auf welchem aber der Grund einer guten Moral liegt, nicht so leicht umzureißen ist, ohne zugleich das Gebäude selbst über den Haufen zu werfen.“

Über den Umgang mit Menschen, I,1,42

Wenn ich den gegenwärtigen Wandel unserer moralischen Ordnung in einem Satz zusammenfassen sollte, würde ich sagen: Derzeit erleben wir, wie eine optimistische Vorstellung von den Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen durch ein pessimistisches Menschenbild abgelöst wird.

Immerhin zwei Jahrhunderte lang sind wir wie selbstverständlich von einem optimistischen Menschenbild ausgegangen. Es ist das Menschenbild der Aufklärung. Es triumphierte in der Französischen Revolution und bemächtigte sich danach in der westlichen Welt aller Köpfe. Man traute dem Menschen damals Schwieriges zu, zum Beispiel, aus eigener Einsicht gut und vernünftig handeln und aus eigener Kraft eine gerechtere Welt schaffen zu können – wenn nur erst alle ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, nicht länger auf das Eingreifen einer höheren Macht warten und sich allein auf ihren Verstand verlassen würden. Ein optimistisches, vielleicht allzu optimistisches Menschenbild.

Nun hat diese aufklärerische Vorstellung vor etwa dreißig Jahren Konkurrenz bekommen. In einem schleichenden Prozeß hat sich seither eine neue moralische Ordnung etabliert. Sie hat viele Facetten. Am besten faßt man sie wohl unter der Bezeichnung Politische Korrektheit zusammen.

Ich finde, daß schon der Name einiges über den Charakter der neuen Moral verrät. Bei „politisch“ erwartet man, daß sie sich nicht mit dem Privatleben begnügt, sondern aufs öffentliche Leben, aufs große Ganze zielt. Und das etwas unteroffiziersmäßige „korrekt“ läßt erahnen, daß sie in ihrem Geltungsbereich keine Widerrede duldet. Für pessimistisch schließlich halte ich sie, weil sie mir ein System gesellschaftlicher Selbstkontrolle darzustellen scheint, das den einzelnen Menschen entmündigt. Zu seinem eigenen Besten, wie die Anhänger der neuen Moral hinzufügen würden.

Ich muß einräumen, daß die Politische Korrektheit Grund hat, so pessimistisch zu sein. Ihre Wurzeln reichen zurück in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts. Und sie tritt deshalb so todernst auf, weil sie einen todernsten Hintergrund hat: zwei Weltkriege – und vor allem den Holocaust. Beides, der Holocaust wie die Weltkriege, haben nach 1945 gravierende Zweifel am optimistischen Menschenbild der Aufklärung geweckt. Hatte sich der zivilisierte, christlich-aufgeklärte Mensch, vor allem in seiner deutschen Variante, seinerzeit nicht als nachgerade unzurechnungsfähig erwiesen? Die Grundlage der bisherigen Moral jedenfalls war diskreditiert, das Vertrauen zur Vernünftigkeit des zivilisierten Menschen erschüttert. Die Politische Korrektheit formierte sich dann, als die Schockwellen dieses moralischen Desasters eine neue Generation erreichten. Jetzt wollte man es nicht mehr den Historikern allein überlassen, Schlußfolgerungen aus der Geschichte zu ziehen, jetzt wollte man ihr ein alltagstaugliches, allgemeingültiges moralisches Programm abgewinnen. Um zu verhindern, daß die Geschichte sich wiederholt. Oder so weitergeht wie bisher.

Ich finde es also durchaus nachvollziehbar, daß sich auf dem Scherbenhaufen der Vernunft eine Moral entwickeln konnte, die die Entscheidung über Gut und Böse nicht mehr dem Gewissen des einzelnen überläßt, sondern auf gesellschaftliche Selbstkontrolle setzt. Dieses Konzept paßte zu der Forderung nach einer konsequenteren Orientierung des öffentlichen Lebens an der Moral, die in den sechziger Jahren erhoben wurde. Mit der Politischen Korrektheit haben wir uns damals gewissermaßen ein neues moralisches Grundgesetz gegeben, das den Anspruch erhebt, die Lehre aus der Geschichte zu ziehen.

Vielleicht erklärt genau das ihre ungebrochene Erfolgsgeschichte: Sie wirkt plausibel, einleuchtend – und anspruchslos obendrein. Kein Tugendkatalog ist zu beherzigen, kein Sündenregister auswendig zu lernen. Ja, nicht einmal ein individuelles Gewissen setzt sie voraus. Nur eins verlangt sie von uns: Verantwortung zu übernehmen gegenüber der Geschichte und jenen, die das Gewissen der Geschichte verkörpern. Also den Opfern der Geschichte. Womit alle gemeint sind, die in der Vergangenheit diskriminiert oder benachteiligt worden sind, denen Rechte vorenthalten wurden, die Verfolgung ausgesetzt waren.

Wie aber sieht diese Verantwortung aus, worin besteht sie?

Wenn mich nicht alles täuscht, geht die Politische Korrektheit davon aus, daß alle gesellschaftlichen Gruppen, alle Ethnien und Völker, die eine Unrechtserfahrung geltend machen können, Anspruch auf Kompensation haben. Sie verlangt von Staat und Gesellschaft deshalb eine besondere Hellhörigkeit für deren Forderungen. Die Frage, ob diese Forderungen vernünftig sind, verblaßt dabei vor der moralischen Verpflichtung, sie um der früheren Benachteiligung willen zu erfüllen. Die angestrebte Kompensation kann unter Umständen finanzieller Art sein, wie der Milliardenbetrag, den einige Afrikaner von jenen Nationen fordern, die vor zwei, drei Jahrhunderten am Sklavenhandel beteiligt waren. Im allgemeinen aber zielt sie wohl eher darauf ab, diesen Gruppen größere Rechte und eine besondere moralische Autorität zuzugestehen.

Gleichzeitig stellt die neue Moral diese Gruppen unter den besonderen Schutz eines kollektiven, öffentlichen Gewissens, das wie ein Frühwarnsystem funktioniert. Jeder ist an dieses System angeschlossen, jeder hat deshalb auch das Recht, ja die Pflicht, im Zweifelsfall als Mahner und Richter über andere aufzutreten. Die öffentliche Meinung avanciert damit zur letzten Instanz in moralischen Fragen. Und diese Instanz bewertet nicht in erster Linie Taten. Sie bewertet auch nicht Absichten. Was sie bewertet ist vor allem das gesprochene oder geschriebene Wort. Wie in einer Gesellschaft übereinander und miteinander gesprochen wird, darauf richtet sich das Augenmerk des öffentlichen Gewissens hauptsächlich. Man versteht die Politische Korrektheit also wohl nicht falsch, wenn man sie als ein umfassendes Vorbeugungsprogramm begreift, das auf einem präventiven, gewissermaßen der Tat vorauseilenden kollektiven Gewissen beruht – empfindlich genug, um Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten schon im Keim durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit in allgemeiner Empörung zu ersticken.

Ich bestreite nicht, daß die neue Moral einiges für sich hat. Sie rüttelt uns auf. Sie zwingt uns, Vorurteile zu überprüfen oder zu unterdrücken. Sie schärft unseren Blick für das Verächtliche, das unseren Einstellungen bestimmten Menschengruppen gegenüber unter Umständen anhaftet. Sie macht uns darauf aufmerksam, daß auch noch andere Perspektiven möglich sind und diese Sichtweisen nicht weniger Berechtigung haben können als unsere eigenen. Vor allem aber: In einer Zeit, in der von Staat und Kirche keine nennenswerten moralischen Impulse mehr ausgehen, stellt die Politische Korrektheit, so weit ich sehe, die einzige uns verbliebene moralische Ordnung dar.

Allerdings – was aus dem Siegeszug der Politischen Korrektheit folgt, ist nichts weniger als ein grundlegender Wandel unserer moralischen Orientierung. Von einer intellektuellen Autonomie des Individuums hält sie nämlich genauso wenig wie von moralischer Selbstbestimmung, und auf persönliches Verantwortungsbewußtsein kann sie verzichten. Von Belang ist der einzelne für sie nur, sofern er einer Gruppe angehört, und auch die Gruppe nur, sofern sie eine Leidensgeschichte hat. Und allein diese Leidensgeschichte zählt. Das einzige, was bei der Betrachtung der Welt noch ins Gewicht fallen soll, sind Diskriminierung und Verfolgung. Die neue Moral erzwingt mithin eine strikt moralische Bewertung des Weltgeschehens und aller menschlichen Verhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart. Wer sich dieser Sichtweise verschließt, macht sich bereits verdächtig. Ihre Anhänger aber belohnt sie mit einer Skala von Opfergruppen, in denen möglichst alle, die Unrechtserfahrungen nachweisen können, erfaßt werden. So gelangt sie zu einer groben, aber ausgesprochen praktische Einteilung der Menschheit in Gute und Böse, deren Auswirkungen zum Beispiel Reiseveranstalter in Marokko seit Jahren zu spüren bekommen.

Die nämlich erleben immer häufiger, daß westliche Reisende den Kontakt mit Arabern scheuen und nach Möglichkeit in Berberdörfer, auf Berbermärkte geführt werden möchten. Warum? Weil Araber frauenfeindlich seien, so die stereotype Begründung, und deshalb für einen anständigen Europäer strenggenommen tabu. Die Einteilung in Gute und Böse schlägt hier also zugunsten der Berber aus – deren einziger Vorzug darin bestehen dürfte, daß man über ihre Frauenfeindlichkeit nichts weiß. Die Araber hingegen trifft der Bannfluch der neuen Moral, und vor dem Zwang zur moralischen Verurteilung kann der Respekt vor dem einzelnen Araber so wenig bestehen wie die Neugier auf die arabische Kultur als Ganzes.

Wie man sieht, erlaubt diese Moral nur höchst pauschale Urteile, die jederzeit in neue Vorurteile und Ressentiments umschlagen können. Darüberhinaus verlangt sie eine ständige Verurteilungsbereitschaft, will man nicht unversehens in den Verdacht geraten, beispielsweise mit arabischen Frauenfeinden zu sympathisieren. Die Politische Korrektheit kennt eben keine Neutralität, kein abwägendes Urteil, keine Zwischentöne; sie klärt die Fronten, sie schafft mit simplen Mitteln Klarheit. Für alle Übel dieser Welt hat sie nur eine Erklärung bereit: Unterdrückung. Und was sie dagegen aufzubieten hat, ist ebenfalls immer dasselbe, nämlich Gleichheit. Auf die kürzeste Formel gebracht, dürfte das Credo der neuen Moral lauten: Jedweder Unterdrückung weltweit durch die Gleichheit aller ein Ende setzen! Wobei sich diese Gleichheit auf buchstäblich jeden Lebensbereich bezieht und selbst vor künstlerischer Freiheit nicht Halt macht – wie vor Jahren ein Kinderbuchillustrator unseres Landes erfahren mußte, als ihm bei einer öffentlichen Veranstaltung nachgewiesen wurde, daß er in seinen Wimmelbüchern häufiger Jungen als Mädchen gemalt hatte. Da war der Nerv des weiblichen Publikums getroffen, da fiel man mit Pfiffen über ihn her, da war der Beweis erbracht, daß er der Gattung der Frauenfeinde und Unterdrücker angehört.

Die Vernunft hat gegen die Schwarzweißmalerei der Politischen Korrektheit ohnehin einen schweren Stand. Der Vorrang der Moral vor der Vernunft ist eines ihrer heiligsten Prinzipien. Und es ist kaum zu erschüttern. Denn die neue Moral leitet sich nicht von einem politischen oder religiösen System ab, das mit vernünftigen Argumenten angegriffen und in Frage gestellt werden könnte. Ihre Wahrheiten sind nirgends verbindlich festgelegt, nirgends niedergeschrieben. Stattdessen beruht sie auf erlebter, womöglich persönlich erlebter Unrechtserfahrung. Unter diesen Umständen kann ein Vernunftargument niemals die Durchschlagskraft eines moralischen haben. Wer sich im Streit mit dieser Moral auf die Vernunft beruft, zieht zwangsläufig den Kürzeren, weil sein Verhalten jederzeit als Verhöhnung des Unrechts verstanden werden kann, das dieser Moral zu Grunde liegt. Der Vernunft droht daher, immer weiter in jenen Bereich abgedrängt zu werden, in dem in den alten Zeiten die Moral angesiedelt war: in den Privatbereich. Sollte es soweit kommen, werden wir eines Tages daheim in unserem Kämmerlein ungestört vernünftig sein können, uns aber ohne die Tarnkappe der neuen Moral nicht mehr aus dem Haus trauen dürfen. Und müßten es wohl vernünftig finden, wenn ein Land wie Schweden versucht, der Prostitution beizukommen, indem es die Freier mit Gefängnis bedroht, die Huren dagegen ungeschoren läßt.

Schließlich befürchte ich, daß die neue Moral es uns entschieden zu leicht macht, moralisch zu sein. Reicht es wirklich, moralische Kompetenz zu demonstrieren, indem man sich auf die richtige Seite schlägt, sobald der moralische Nerv getroffen ist? Ist es wirklich schon ein Beweis von Anständigkeit, auf Tabuverstöße reflexhaft mit Empörung zu reagieren? Können antrainierte moralische Reflexe tatsächlich das Gewissen – und die Bereitschaft zu vernünftiger Argumentation – ersetzen?

Wie automatisch die Empörung einsetzt, diese Erfahrung mußte vor einiger Zeit ein Lehrer machen, der seinen Schülern einen Witz erzählt hatte, in dem ein Türke vorkam. Eigentlich war er unverfänglich, dieser Witz, weil nicht über Türken, sondern mit ihnen gelacht wurde; der Lacher solidarisierte sich gewissermaßen mit der türkischen Hauptfigur. Nichtsdestoweniger mußte der Lehrer sich noch am selben Tag vor seinem Direktor verantworten, wegen Fremdenfeindlichkeit. Zur Denunziation hatte es völlig gereicht, daß sich überhaupt ein Ausländer in einen Witz verirrt hatte. Da tat es nicht das geringste zur Sache, daß von Verächtlichkeit, von Verhöhnung gar, nicht die Rede sein konnte.

Ein grundlegender Wandel in unserer moralischen Orientierung, wie gesagt. Mir scheint allerdings fraglich, ob die neue Moral hält, was sie verspricht. Ob man sich eine gerechtere Zukunft tatsächlich von einer Moral versprechen darf, die auf Reflexe und Selbstzensur setzt und die Vernunft ausschaltet. Immerhin, noch haben wir die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen moralischen Systemen – einem, das auf Vernunft, Verstand und Gewissen setzt, und einem, das sich ganz auf gesellschaftliche Selbstkontrolle verläßt. Da wir aber – gleichgültig, wie wir uns entscheiden – nun einmal mit der Politischen Korrektheit leben müssen, sollten wir uns so klug wie möglich verhalten, wo es um die praktischen Folgen geht.

So meine ich zum Beispiel, daß im oben beschriebenen Fall der Direktor recht hatte, als er besagtem Lehrer riet, derartige Witze künftig für sich zu behalten. Wir haben es hier ja mit einer Moral zu tun, die nicht nach den Absichten, nur nach den Wirkungen fragt, und von der Wirkung auf die Absicht schließt. Da unser guter Ruf dieser Tage also ganz wesentlich von der Wirkung unserer Worte abhängt, sollten wir, in der Öffentlichkeit zumindest, größte Vorsicht walten lassen und jedes vermeidbare Mißverständnis ausschließen. Einmal ausgesprochen, ist der Verdacht, auf Seiten von Ausländerfeinden oder Rassisten zu stehen, durch vernünftige Argumente kaum noch zu entkräften. Bedenken wir aber auch, daß es dabei nicht nur um unseren Ruf, sondern genauso um die Empfindlichkeit anderer geht. Tun wir den Anhängern der Politischen Korrektheit den Gefallen, die neue Moral nicht allein nach ihren Wirkungen, sondern auch nach ihren Absichten zu beurteilen; respektieren wir, daß für viele damit die Hoffnung auf eine bessere, gerechtere Welt verbunden ist.

In anderen Situationen jedoch könnten wir gute Gründe haben, uns dem politisch korrekten Zwang zu vorschriftsmäßigem Reden und Denken nicht zu beugen – schließlich kann es gelegentlich auch darum gehen, Rückgrat zu beweisen. Wenn es gilt, andere gegen Unterstellungen in Schutz zu nehmen, oder die Gefahr besteht, uns selbst verleugnen zu müssen, sollten wir mit der eigenen Meinung, mit unserem besseren Wissen und Gewissen also nicht hinter dem Berg halten. Wer sich durch Tabus nicht einschüchtern lassen will, sollte jedoch eins bedenken: Solche Tabus sind auch durch das klügste Argument nicht außer Kraft zu setzen. Sie sind vernunftresistent, und jeder Tabubruch würde von den Anhängern der neuen Moral als Provokation empfunden werden. Provokateure aber dürfen nicht mit Nachsicht rechnen. Schon ein einziges falsches Wort kann als Beweis für die moralische Korruptheit eines Menschen herhalten, und dann ist es bis zum „Rassisten“ oder „Friedensfeind“ nicht mehr weit. Auf den Verstoß aber steht die Verstoßung aus der Gemeinschaft der Anständigen. Wer das Risiko trotzdem eingehen will, der sollte über jeden Verdacht, leichtfertig oder gewissenlos zu handeln, erhaben sein. Es wäre kein Zeichen von Charakter, abfällige Reden zu schwingen und Afrikaner etwa als „Bimbos“ zu bezeichnen, bloß weil es politisch unkorrekt ist. Es wäre auch kein Zeichen von Unbeugsamkeit oder Courage. Es wäre – egal, welchen Maßstab man anlegt – ein Zeichen von Verachtung und Gehässigkeit.

Man mache sich den Widerstand gegen die neue Moral also nicht zu leicht – wer sich nicht einschüchtern lassen will, der sorge zunächst dafür, daß er sich selbst nichts vorzuwerfen hat. Man mache es sich aber auch mit dem guten Gewissen nicht so leicht, wie die neue Moral es erlaubt. Gewiß, es war immer verführerisch, sich die Entscheidung über richtig und falsch, gut und böse abnehmen zu lassen. Aber es war auch immer gefährlich.