In den meisten Aufzügen ist es still, Menschen im Aufzug verstummen: sie schauen an die Decke, kramen in ihren Taschen und Tüten und beobachten die LCD-Anzeige, die das jeweilige Stockwerk angibt. Wenn überhaupt Kommunikation stattfindet, dann nonverbal. Menschen, die sich wortlos durch ihre Mitmenschen durchkämpfen, um auszusteigen, Menschen, die vergessen, den Knopf für die fünfte Etage zu drücken. Der Aufzug kann ein ganz schön bedrückender Ort sein, finde ich. Da es keine Liftboys mehr mit weissen Handschuhen gibt, liegt es an uns, to make the Elevator a better place! Wer von Ihnen hat das Zeug zu Liftgirl oder Liftboy?

1. Grüßen

Sie wünschen fröhliches guten Tag, Hallo, Hi, Servus, Moin, Salam und Shalom? Es gelingt Ihnen die Mienen der Menschen aufzuhellen. Wenn Sie mit an Bord sind, dann vergessen selbst Klaustrophobiker für einige Sekunden, dass sie eigentlich nur eines wollten: Schnell raus!

2. Lächeln

Sie finden Lächeln ist immer gut? Weil Lächeln den Reflex auslöst zurück zu lächeln? Wenn Sie einen Aufzug betreten, dann lächeln alle vom Baby bis zum Greis um die Wette und entspannen sich. Bei Ihnen starrt keiner an die Decke oder auf seine Füße. Bei Ihnen denken niemand: Was grinst die/der so doof? Und wenns so wäre? Ihnen doch egal. Weil Sie Ihren Knigge gelesen haben! Schon Adolph Freiherr Knigge riet: „Was kümmert Dich am Ende das Urteil der ganzen Welt, wenn Du das tust, was Du tun sollst.“  Und was wäre mehr zu sollen als freundlich zu lächeln?

3. Die richtige Pfeiltaste drücken

Sie wissen um das Innenleben eines Aufzuges: In Aufzügen existieren zwei Knöpfe, die einander ähneln. In der Mitte eine Vertikale, rechts und links zwei Pfeile. Auf dem einem weisen die Pfeile in Richtung der Vertikalen, auf dem anderen von der Vertikalen weg. Mit dem einen lässt sich die Tür schließen, mit dem anderen öffnen. Mit diesen Knöpfen kann man tolle Sachen machen.: Schliessen, wenn keiner mehr in Sicht ist, öffnen, wenn noch einer um die Ecke stürmt. 

4. Lichtschranke unterbrechen

Sie wissen aber auch Ihre Aufmerksamkeit und Rücksicht anderen gegenüber etwas demonstrativer zu gestalten als bloß Knöpfe zu drücken. Höflichkeit ist für Sie keine lästige Pflicht sondern fröhliches Entertainment! Menschen wollen nicht nur Hilfe sondern auch gute Unterhaltung. Sie strecken Fuß, Hand oder Kopf elegant in die sich schliessende Tür, sie unterbrechen die Lichtschranke, um verspäteten Gästen noch die Chance zur Mitreise zu geben und zeigen Ihnen, wem sie das zu verdanken haben.

5. Aufmerksam sein

Wenn es voll ist im Aufzug und Sie selbst in der Nähe des Bedienungspanels stehen, dann fragen Sie die Zusteigenden in welches Stockwerk sie möchten und drücke den entsprechenden Knopf. Sie achten darauf, wer aussteigen möchte und machen bereitwillig Platz für die, die aussteigen oder einsteigen möchten. 

6. Sprechenden Menschen wird geholfen 

Sie wissen, dass nicht alle so aufmerksam sind wie Sie: Fair enough! Gott hat einen großen Garten, denken Sie sich und wissen, dass sprechenden Menschen geholfen wird: „Entschuldigen Sie, wären Sie so freundlich mich rauszulassen?  „Entschuldigen Sie, wären Sie so nett und würden für mich auf die Fünf drücken?“. Sprechen kommt so viel besser an als hektisches Vorbeidrücken und stumme Panikattacken. Manchmal ist Reden Gold und Schweigen Rost. 

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