Nur einen einzigen Satz finden wir in seinem berühmtesten Buch „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788. Gut, der hat zwei Seiten. Aber auf die Gesamtlänge von 420 Seiten ist das nicht gerade viel für den Mann, dessen Nachname in der deutschen Sprache Synonym dafür geworden ist, wie man etwas richtig tut.

Die kleinen, aber wichtigen Dinge der Welt

Die Sammlung „kleiner gesellschaftlicher Unschicklichkeiten“ sind auch heute noch interessant, wenn auch ein wenig zeitverhaftet. Zeitlos hingegen ist die grundlegende Empfehlung, die uns Knigge mit auf dem Weg gibt: So lesen wir am Ende seiner Aufzählung über abgeleckte Löffel, das Schlafen während der Predigt, das krumme Sitzen am Tische oder das Flüstern in Gesellschaft folgendes: „Nur erinnere ich, dass diese kleinen Dinge in mancher Leute Augen keine kleinen Dinge sind und dass oft unsere zeitliche Wohlfahrt in solcher Leute Hände ist.“

Wer die Regel kennt, ist frei in seiner Entscheidung

Es gibt Menschen, die ihre Spaghetti niemals unter der Zuhilfenahme Ihres Löffels essen würden und ihre Kartoffeln unter keinen Umständen mit dem Messer schneiden. Wer weiss, dass es derlei Regeln gibt und Menschen kennenlernst, die darauf Wert legen, der ist im Vorteil. Weil er entscheiden kann, wie er sich verhält. Er kann die unsinnigste Benimm-Regel befolgen, nur um seinem Gegenüber eine Freude zu machen oder gegen sie verstoßen, um dem steifen Dr. Piepenbrink zu zeigen, was er für ein spießiger Depp ist. Wer die Regeln nicht kennt, hat eine Alternative weniger. Was im Umgang mit Menschen immer eine zu wenig ist. Weil auch meine zeitliche Wohlfahrt von den kleinsten der kleinen Benimmregeln abhängt, werde ich sie mit Respekt behandeln. Nun denn, viel Spaß mit meiner Sammlung.

 

1. Ladies first

Unter den Klassikerinnen der Etikette-Regeln ist sie die Königin. Doch gilt Ladies first in emanzipierten Zeiten eigentlich noch? Ich finde schon, es sei denn jemand stellt jemand anderen mit dem Hinweis „ladies first“ bloß. Alles weitere zu Damen bevorzugt, lesen Sie in meinem Artikel zur wichtigen Benimm-Regel Ladies first.

2. Gesundheit!

Unter den modernen Etikette-Regeln ist sie wohl die populärste. Aber darf man eigentlich noch Gesundheit wünschen? Ja, man darf. Wie man formvollendet niest und Gesundheit wünscht, das verrate ich in meinem Artikel zur wichtigen Benimm-Regel Gesundheit.

3. Duzen oder Siezen?

DU und SIE sind in der deutschen Sprache noch immer das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, die richtige Nähe zueinander zu finden. Und die kann bisweilen ruhig etwas distanzierter ausfallen. Schliesslich braucht jeder von und ein wenig Raum und Ruhe für sich, Alles weitere zur wichtigen Benimm-Regel Duzen und Siezen lesen Sie hier.

4. Begrüßen, Vorstellen, Anreden, Titel

Einander grüßen und sich einander vorstellen  sind für mich die Basics jedes gelingenden Miteinanders. Das kleine 1x1 der guten Kinderstube. Immer wieder sprechen mich Menschen darauf, dass sie nicht gegrüßt wurden oder ihr Gruß nicht erwidert wurde. Alles weitere zu wichtigen Benimm-Regel Begrüßen, Vorstellen, Anreden und Titel lesen Sie hier.

5. Aufstehen

Man kann nicht oft genug darauf hinweisen: Das Aufstehen ist eine der wichtigsten höflichen Gesten. Sie kommt ohne Worte aus und zeigt unseren Mitmenschen unmittelbar, dass wir Ihnen entgegenkommen. Beim Anbieten unseres Sitzplatzes oder bei der Begrüßung. Alles weitere zur wichtigen Benimm-Regel Aufstehen lesen Sie hier

6. Pünktlichkeit

Was würde mehr mit deutschen Eigenheiten assoziiert als unsere Pünktlichkeit. Alles weitere rund um unseren Umgang mit der eigenen und der Zeit anderer erfahren Sie hier. In der Benimm-Regel Pünktlichkeit.

7. Tischsitten

Menschen, die wissen, wie das Besteck zu liegen hat, können Millionär werden. So geschehen bei Günther Jauch. „Wer wird Millionär?“ Doch auch ohne siebenstellige Mohrrübe vor der Nase, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die wichtigen Benimmregeln zu Tischsitten.

8. Handkuss

Hierbei dürfte es sich wohl um eine Regel handeln, über die weit häufiger gesprochen wird, als dass sie tatsächlich zur Anwendung kommt. Ich finde es eine reizende Geste – man sollte jedoch wissen, wann sie angemessen ist. Dabei meine ich nicht das immer wieder kolportierte Verbot, den Handkuss unter freiem Himmel auszuüben, oder den ärgerlichen Hinweis, dass eine Frau jeden Handkuss anzunehmen habe, der ihr angeboten wird. Jeder Mann, dem der Handkuss geläufig ist, sollte wissen, welche Frau mit einem Handkuss vertraut ist. Schon der leiseste Zweifel sollte Sie davon Abstand nehmen lassen. Versuchen Sie nicht, sich diese traditionelle Geste aufzuzwingen, falls Sie sich damit unwohl fühlen. Nichts wäre für die betreffende Frau und damit letztendlich für Sie peinlicher als die Unsicherheit darüber, wie diese Geste entgegenzunehmen oder anzuwenden ist!

 

 

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