Freundlichkeit ist gesund

Freundlichkeit rules

Nada Assaad hat für Bento einen schöne Kolumne geschrieben, die mir aus der Seele gesprochen hat. Und man soll ja Menschen aus und nicht in die Seele sprechen. 

Nada Assaad hat ein komisches Gefühl, wenn sie fremde Menschen grüßt, weil die sie anglotzen wie ein Auto und für einen durch geknallten Hippie halten, der sein Lächeln nicht unter Kontrolle hat. Beim Spaziergang oder im Aufzug. Sie moniert auch eine dicke Staubschicht, die sich für viele Jüngere über das gelegt habe, was ihr wichtig ist: Über die gute Manieren. Über die Freundlichkeit. Knigge nur noch ein Benimm-Papst für uncoole Ewiggestrige!

Manieren, Schnee von gestern?

Das Schöne an Assaads Kolumne ist ihre fragende Haltung, die sie gegenüber ihrem Eindruck, dass früher vielleicht doch alles besser war einnimmt. Sie ist nicht apodiktisch, sie leidet nicht, sie kann damit leben, dass man sich nicht mehr Gesundheit wünschen muss, (Was ich für Nonsens halte), sie lässt sich nicht durch emanzipatorische Reflexe („Mir müssen weder Männern in den Mantel helfen, noch die Türen aufhalten“) aus der Ruhe bringen und hat keine Probleme damit, junggebliebene Vorgesetzte zu duzen. Weil Manieren für sie kein Schnee von gestern, sondern Sonne von heute und morgen ist. 

Ein Lob der Freundlichkeit – Das Lächeln einer Oma

Man liest Nada Assaad an, dass sie mit ihrer Haltung im Reinen ist. Höflichkeit ist nie out. Weil sie uns einen positiven Blick auf die Wirklichkeit ermöglicht. Im Gegensatz zu anderen Artikeln über den Umgang mit Menschen, beginnt ihr Text folgerichtig nicht mit einem Aufreger sondern einer guten Begegnung zwischen zwei Menschen in einem Aufzug: Nada Assaad grüßt eine ältere fremde Dame, die ist darüber so erfreut, dass sie das beim Aufsteigen zum Ausdruck bringt: „Wissen Sie, für Sie ist das nur ein flüchtiges Lächeln, aber für mich bedeutet das einen ganzen Tag Freude.“ 

Haben die Jüngeren keine Manieren mehr?

Viele Ältere hätten die Überschrift „Haben die Jüngeren keine Manieren mehr?“ mit Ausrufezeichen gewählt. Jetzt und immerdar. Assaad aber hat’s nicht so mit Ausrufezeichen. Sie bevorzugt Fragezeichen. Sie hadert mit ihrer Generation, aber sagt nicht ISSO, sondern mein Eindruck, dem sie nachspürt.

Sie spricht mit Professor Niels van Quaquebeke von der Kühne Logistics University, der unter anderem zu Respekt forscht. Dem der Umgang mit Menschen vertraut ist. Der keine wissenschaftlichen Beweise für sie hat, dass die Gesellschaft im Allgemeinen und die Jugend im Besonderen sich im zivilisatorischen Sinkflug befindet. Der aber sehr wohl bestätigen kann, dass eben auch für das Zwischenmenschliche gilt: Only a bad news is a good news!

Only a good news is a good news

Zum Schluss Ihrer Kolumne schreibt Nada Assaad: „Im Endeffekt bedeutet das, dass es mir möglicherweise nur so vorkommt, dass das Grüßen auf der Straße nicht mehr stattfindet.“

Das schöne an Eindrücken ist, dass wir uns täuschen können. Wir bleiben beweglich, in dem was wir sehen und tun. Wer hingegen am ISSO-Tourette leidet, der ist unbeweglich, der macht aus jeder negativen Ausnahme eine Regel und geht mit Scheuklappen ins Grab.

Ein wirklich lesenswerter Artikel über die Kraft der gelassenen Freundlichkeit für alle, die weiter heiter und gelassen fremde Menschen anlächeln wollen, weil nur eine gute Nachricht, eine gute Nachricht ist. Ich wünsche viel Vergnügen: beim Lesen und beim Umgang mit Menschen.

Bento, Nada Assaad, „Warum glotzen Fremde so, wenn ich sie höflich auf der Straße grüße?“

 

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