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Unterwegs | Was tun mit meinem Besteck? Besteck Knigge: Messer und Gabel diagonal

Was tun mit meinem Besteck?

Was tun mit all dem Besteck? Das Essen in gehobenen Restaurants oder die Gastgeberrolle bei einem mehrgängigen Essen kann einem schon ??? auf die Stirn zaubern. Damit Sie sich beim nächster Restaurantbesuch und Ihrer nächsten Einladung auf das Wesentliche konzentrieren können, habe ich Ihnen die wichtigsten Regeln zur Nutzung Ihres Bestecks zusammengestellt.

Wo liegt das Besteck zu Beginn des Essens?

  • Links und rechts neben dem Teller
  • Bestecke, die Rechtshänder rechts halten, liegen rechts des Tellers, diejenigen, die links gehalten werden, links.
  • Es wird von Außen nach Innen gegessen, so dass vor dem Dessert am Teller angekommen ist.
  • Alle Bestecke liegen essfertig: Das Messer liegt mit der Schneide nach links, die Gabel mit der Forke, der Löffel nach oben gewölbt.
  •  Oberhalb des Tellers liegen horizontal die kleinen Bestecke, die für Dessert und/oder Käse gedacht sind. Dabei liegt der Griff zu der Seite, mit der wir Gabel und Löffel in die Hand nehmen. Die Gabel links, der Löffel rechts.
  • Gibt es einen kleinen Beistellteller, steht dieser links bei den Gabeln. Auf diesem befindet sich meist ein kleines Buttermesser. Das einzige Messer das nicht rechts neben dem Teller liegt.

Wohin mit dem Besteck, wenn ich nicht esse?

  • Die 20 nach 8 Stellung . Ich mache eine Pause. Wenn Messer und Gabel ein Dreieck bilden, die Gabel zählt die 8. Stunde, das Messer die 20. Minute, dann weis der Service: dieser Teller soll noch nicht abgeräumt werden.
  • Die 20 nach 4 Stellung. Nach dem Essen lege ich Messer und Gabel diagonal auf dem Teller ab, so dass die nach rechts unten zeigen. Das Messer liegt über der Gabel und die Schneide zeigt zur Gabel. Jeder kann sehen: ich bin mit dem Essen fertig. Ob es mir geschmeckt hat, ist dabei egal. Manche glauben, damit sei eine geheime Botschaft verbunden. »Es hat geschmeckt.« oder »Es hat nicht geschmeckt.« Ich spreche lieber mit Menschen, wenn ich ihnen etwas sagen will. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir einander verstehen.
  • Wohin mit dem anderen Besteck?  Ist ein Gourmetlöffel vorhanden, lege ich ihn oberhalb des Messers ab. Das kleine Buttermesser lasse ich auf dem Brotteller liegen. Bei Vorspeisen, Suppen und Desserts lege ich benutztes Besteck auf dem Unterteller ab. Ich lasse Löffel also nicht in der Suppentasse oder im Eisbecher stehen.
  • Hauptsache parallel. Ob das Besteck nun „20 nach 7“ oder „20 nach 4“ liegen muss, oder „halb 7“ dem Servicepersonal gar bedeutet, dass es besonders gut geschmeckt habe, „Viertel nach 3“ hingegen der Küche demonstriert, dass man selten so schlecht gegessen habe, das möchte ich mit einer kleinen Anekdote aus dem Schlosshotel Lerbach in Bergisch-Gladbach kommentieren. Auf meine Frage, ob dem Kellner eine solche Regel bekannt sei, verneinte er dies und verwies schmunzelnd auf meinen komplett leer gegessenen Teller: „In Ihrem Fall gehe ich ohnehin davon aus, dass Sie das Essen genossen haben …“
  • Wir halten fest: Es gibt zwei Grundstellungen: Besteck parallel nebeneinander („Fertig!“) oder Besteck im rechten Winkel zueinander, wobei Schneide und Forke auf dem Teller liegen und nicht zur Gefahr für Sie und Ihre Nachbarn werden („Pause!“). Mit allen anderen Varianten des sogenannten Besteck-Codes verhält es sich wie mit dem Witz über die Heilkräfte homöopathischer Medizin: „Schaden kann es nichts. Und wenn man ganz fest daran glaubt, dann hilft es vielleicht.“ 

Messer, Gabel & Co. – Ein Überblick

  • Die Zackigen – Gabeln: In Erich Kästners Gedicht „Die Fabel von Schnabels Gabel“ gibt es sogar eine einzinkige Gabel.  Am Tisch jedoch geht es mit zweizinkigen Gabeln los, mit denen man Schnecken aus ihren Häusern holt. Klassisch ist die vierzackige Gabel, ob groß für Fisch, als Tafelgabel oder der etwas kleineren Menügabel für die anderen Hauptgerichte, oder als kleine Salatgabel. Ob mit kurzen Zacken oder langen. Aber auch die dreizackige Dessert- oder Kuchengabeln sind gängig, während Spezialisten wie  kurzzinkige Austerngabel oder große dreizinkige Pellkartoffelgabeln nur echten Kennern geläufig sein dürften.
  • Die Scharfen – Messer: Oben scharf, aber ohne Zähne. Das Fischmesser ist mehr ein Zerteiler als ein echtes Messer. Weil man Fisch auch selten schneiden muss, vielleicht von festerem Fisch wie dem Seeteufel einmal abgesehen. Noch stumpfer ist nur das Brot- oder Buttermnesser. Das kleine Runde hat eine schöne große Fläche zum Streichen der Butter. Das scharfe Pendant zu Fischmesser und Streichmesser ist das Steakmesser. Mit vielen großen Zähnen auf der Fläche und spitz an der Spitze Zu allen anderen Hauptspeisen werden in der Regel Menü- oder Tafelmesser gereicht. Leicht gerundet an der nicht vorhandenen Spitze und an der Schneidefläche mit einer feinen Zahnung. Dessertmesser sind eng mit dem Buttermesser verwandt, ähnlich groß aber ein wenig schneidefreudiger. Bleibt noch das Käsemesser: hier gilt: klein, scharf. und zweispitzig. Damit wir den Käse schneiden und aufspiessen können.  Manchmal mit Löchern in der Schneide, sehen die Käsemesser selbst aus wie Schweizer Käse. Diese Löcher sind aber nicht nur Deko, sie helfen auch weichere Käse so zu schneiden, dass sich dieser leichter von der Schneide löst.
  • Die Gewölbten – Löffel:  Nach dem Gruß aus der Küche in Form von Amouse bouche folgt oft der Vorspeisen-Klassiker: Die Suppe.Suppe ist eine gern servierte Vorspeise. Der genutzte Suppenlöffel ist groß und oval, während der  Bouillonlöffel kleiner und rund ist. Grundsätzlich gilt: Je runder, desto leichter die Suppe zu löffeln. Dessertlöffel sind kleiner und nicht selten oval. Nicht zu vergessen die langstieligen Eislöffel, wenn es doch der Eisbecher mit Sahne zum Abschluss wird.

Die Fabel von Schnabels Gabel

Kennen Sie Christian Leberecht Schnabel?
Ich habe ihn gekannt.
Vor seiner Zeit gab es die vierzinkige,
die dreizinkige
und auch schon die zweizinkige Gabel.
Doch jener Christian Leberecht Schnabel,
das war der Mann,
der in schlaflosen Nächten die einzinkige Gabel
entdeckte bzw. erfand.

Das Einfachste ist immer das Schwerste.
Die einzinkige Gabel
lag seit Jahrhunderten auf der Hand.
Aber Christian Leberecht Schnabel
war der eben erste,
der die einzinkige Gabel erfand!
Die Menschen sind wie die Kinder.
Christian Leberecht Schnabel
teilte mit seiner Gabel
das Schicksal aller Entdecker bzw. Erfinder.

Die einzinkige Gabeln
– wurde Schnabeln
erklärt –
sei nichts wert.

Sie entbehrten als Teil des Bestecks
jeden praktischen Zwecks,
und man könne, sagte man Schnabeln,
mit seiner Gabel nicht gabeln.

Die Menschen glaubten tatsächlich, dass Schnabel
etwas Konkretes bezweckte,
als er die einzinkige Gabel
damals entdeckte.
Ha!

Ihm ging es um nichts Reelles.
(Und deshalb ging es ihm schlecht.)
Ihm ging es um Prinzipielles!
Und insofern hatte Schnabel
mit der von ihm erfundenen Gabel
natürlich recht.

Sie wollen mehr Miteinander?