Diebstahl-Hotel

Diebstahl im Hotel

Sie sind Hotelier? Dann kennen Sie und ihrer Mitarbeiter*innen das: Immer häufiger stellen Gäste fest, dass sie versehentlich etwas mitgenommen haben, was Ihnen nicht gehört. In meiner Kolumne „Hatten Sie etwas aus der Mini-Bar?“ gebe ich Antworten auf die Frage, wie Sie  ihren ich meinen Gästen helfen können ihr Gesicht zu wahren?

Was die Leute so alles klauen!

Die Liste von versehentlich mitgenommenen Gegenständen ist so lang wie skurril. Vorne die Klassiker Handtücher, Bademäntel und Kleiderbügel. Im Mittelfeld Batterien, Kunstwerke und Fernbedienungen. Am Ende Fön, Fernseher, Matratzen, Schuhputzautomaten und das Hotelpiano. Verluste und Unrechtsbewusstsein steigen in gleichem Maße. Sagen die Hoteliers und berichten von fünfstelligen Fehlbeträgen und unzähligen Menschen, die sich mit Strohalmen vor die Minibar knien und den Piccolo ausschlürfen, um die Sensortechnik der Minibar zu überlisten.

Kampf den Trophäenjägern

Doch was tun? Gegen Trophäenjägern. (Der Bademantel lohnt sich. Einmal 5 Sterne-Hotel. 5 Jahre dicker Max am Pauschal-Pool! Firma dankt. ) Gegen Revanchisten (Den unverschämten Zimmerpreis trinke ich an der Minibar locker wieder rein), Krämerseelen (Der Fön wird doch hier eh kaum benutzt) und Trödelkings. (Cool, den Aschenbecher habe ich noch nicht!)

So können sich Hotels gegen Diebstahl wehren?

Was kann man gegen Diebstahl in Hotels tun? Och. So Einiges:

  1. Man kann man mit dem Anwalt drohen, aber der droht dann meist zurück.
  2. Man Bittbriefe schreiben: Wir vermissen unseren Bademantel. Den alten Ausreisser. Ist er zufällig bei Ihnen?
  3. Man Kameras Aufzug installieren, damit sich kein Gast mit seiner neuen Matratze davonstiehlt.
  4. Man kann tauschen: Augenzwinkern gegen eine gute Geschichte. So wie Holiday Inn, die den „Towel-Amnesty-Day“ ausriefen: Straffreiheit für jeden, der schrieb was mit den entführten Handtüchern passiert ist.
  5. Man kann den Trophäen das Geweih stutzen: Ein Bademantel ohne edles Logo ist wie ein Stier ohne Hörner. Will keiner haben.
  6. Und man kann den Gästen ein Gesicht geben. Sie mit Namen ansprechen. Das hat einen doppelten Effekt: Wer sich als Mensch wahrgenommen fühlt, der fühlt sich geborgen und beobachtet zugleich. Im Gasthaus Zuckerbrot und Peitsche.
  7.  Am Schönsten aber ist die höfliche Schlagfertigkeit.

„Danke, dass Sie unser Gast waren! Hatten Sie einen angenehmen Aufenthalt in unserem Hause?“

„Danke. Den hatte ich.“

„Hatten Sie etwas aus der Mini-Bar?“

„Nein.“

„Entschuldigen Sie, das ist mir jetzt unangenehm: aber unser System zeigt mir ein Fläschchen Weißburgunder an.“

„Die habe ich nur rausgenommen.“

„Ich nehme Sie dann wieder rein. In ihre Rechnung.“

 

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