Knigge-Regel: Mach Dich schlau bevor Du reist. Die Franzosen lieben „tu“ und „vous“ wie wir Deutschen unser „Du“ und „Sie“. Die Engländer haben nur ihr you. Das allerdings kommt vom altenglischen „thou“ und war in früheren Zeiten eher eine förmliche Anrede. Und tatsächlich ist den Engländern bestimmter gesellschaftlicher Klassen eine gewisse Förmlichkeit ja durchaus eigen. Bis hin zur britischen Redewendung der stiff upper lip, mit der die Fähigkeit beschrieben wird auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und eine besondere Distanz zu seinen Emotionen wahren zu können.

Andere Länder andere Anreden: Vom französischen SIE zum schwedischen DU.

Generell gilt die Regel: Wo nur eine Möglichkeit zur Anrede besteht, drücken sich Nähe und Distanz anders aus. Da kommt es auf Nuancen an. So habe ich bspw. in britisch geprägten Ländern die Anrede nicht zu direkt ausfallen sollte. Und statt eines „Hi, i’am Liza“ „My name is Liza Miller, nice meeting you!“  besser fährt. Auch die Amerikaner kennen nur das „you“ sind aber wesentlich direkter als die Briten. Begrüßungen werden nicht selten mit einer Berührung – unter Männern bspw. mit einem Schulterklopfen begleitet – und jeder wird schnell zum Buddy. Andere Länder, andere Anreden.

Als Land der Duzkultur schlechthin gelten die Schweden. Dabei Duzen sich die Schweden erst seit 1967. Zu verdanken haben sie diese DU-Reform dem schwedischen Generaldirektor der Gesundheitsbehörde Bror Rexed. Dieser verblüffte bei seiner Antrittsrede seine zukünftigen Mitarbeiter mit dem Wunsch, sie mögen ihn doch bitte nicht Generaldirektor Rexed sondern einfach nur Bror. Jahrhundertelang hatte man nur den Nachnamen und den Titel als Anrede verwendet und nun das einfache DU. Was wirklich ein Fortschritt in der Kommunikation war.

Weil es weder DU noch SIE gab und die Rangordnung zwischen den kommunizierenden Personen nicht immer klar war, hörten sich die lockeren Schweden früher ziemlich steif an: „Braucht man noch ein Getränk?“ Mit einem SIE als Personalpronomen konnten sich die Schwedinnen und Schweden tatsächlich noch nie anfreunden. NI heisst SIE in Schweden. Auch wenn es in den letzten Jahren eine Renaissance des NI als höflichere Anrede zu geben scheint, kann es einem laut einem Artikel der NZZ immer noch passieren, dass man zur Antwort bekommt: „«Ich bin nicht per Sie mit dir» Andere Länder andere Anreden

Weitere Informationen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Freiherr_Knigge

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