Einladungen sind schön. Was gibt es Schöneres als eine netten Abend mit netten Menschen zu verbringen? Wenn das nur immer so einfach wäre. Manchmal ist das auch Kreuz mit den Einladungen. Was so alles passieren kann, wenn man einlädt oder eingeladen wird, darüber schreibe ich in meinem kleinen Einladungs-Knigge.

1. Wen müssen wir einladen?

Einladungen sind nicht immer eine Frage des Wollens sondern auch des Sollens. Zum Sozialen gehören auch die Zwänge: Sollen wir Natascha und Johannes einladen? Die haben uns schließlich auch zu ihrer Hochzeit eingeladen haben!  Soll ich Sascha doch Bescheid sagen, obwohl der selbst nie einlädt?

Solange mehr gewollte als gesollte Menschen kommen ist alles im grünen Bereich.

2. Sind wir überhaupt eingeladen?

Ich habe noch gar nichts von Anke und Jochen gehört? Wollen die uns vielleicht nicht dabeihaben? Nur weil wir das letzte Mal nicht abgesagt habe? Weil ich auf meinen eigenen Geburtstag nicht viel gebe? Weil ich enttäuscht war, nicht Taufpate geworden zu sein und das auch deutlich zum Ausdruck gebracht habe? Oder ist meine Flasche Sekt als Mitbringsel nicht gut angekommen?

Dabei sein ist nicht immer alles.

3. Keine Lust?

Keine Ahnung! Wird wahrscheinlich eh wieder ein ‚gesetztes Essen’. Ich habe aber keine Lust, mich bei Einladungen wieder mit wildfremden Leuten zu unterhalten, und außerdem stehe ich nicht auf diesen Pünktlichkeitsterror. Vielleicht ist Johannes ja immer noch sauer, dass ich die Hochzeit damals abgesagt habe und ihm am selben Tag auf die Mailbox gequatscht habe, um zu fragen, ob er am Abend Lust hätte, um die Häuser zu ziehen. Mein Gott, das kann doch mal passieren! Der hat aber auch ein Elefantengedächtnis!

Meistens wird es ja doch ganz schön. 

4. Fettnäpfchen

Jetzt haben wir René und Nina vergessen! Mist. Die Einladungen sind schon raus. Aber ich fände es schon schön, wenn die beiden kämen. Weißt Du was, ich schreibe ihnen einfach per WhatsApp. Also, eine Einladung zu einer Hochzeit per SMS habe ich auch noch nie bekommen! Eine schriftliche Einladung zu einem solchen Anlass halte ich schon für angemessen. Merkwürdig, finde ich auch, aber das soll uns nicht davon abhalten, trotzdem hinzugehen, oder?

Missverständnisse sind zum lösen da. 

5. Pünktlichkeit

Jetzt beeil Dich mal, es ist schon zwanzig nach! Ja und? Auf der Einladung steht doch ab 20.00 Uhr. Ja, kann schon sein. Ich habe aber mit Astrid im Vorfeld gesprochen, die hat extra etwas zu Essen vorbereitet. Wenn da jetzt alle im Abstand von zehn Minuten ankommen, ist das doch auch blöd!

Pünktlichkeit ist de Höflichkeit der Könige.

6. Tischordnung

Natürlich machen wir eine Tischordnung! Sonst hängen doch eh immer dieselben Leute zusammen! Katrin und Robert? Das würde passen! Konrad und Jessica? Die sehen sich ohnehin jeden Tag. Setzt doch Konrad neben Tanja, sie stramme Karrierefrau, er freischaffender Künstler, das könnte interessant werden. Kasper setzten wir auf jeden Fall zu Susanne, die kennen sich nicht, fahren aber beide Motorrad!

Menschen zusammenbringen mit einer schönen Tischordnung.

7. Sich melden

Heute hat Frau Schäfer angerufen und sich für die Einladung bedankt, die Ackermanns haben uns einen kurzen Brief geschrieben, können aber leider nicht kommen. Er ist geschäftlich in Düsseldorf. Aufsichtsratssitzung glaube ich. Und Peter und Marlies kommen höchstwahrscheinlich ein wenig später, melden sich aber noch mal. Und Schusters sind auf jeden Fall mit dabei!

Wer einlädt, hat eine Rückmeldung verdient. 

8. Ärger

Ich bin echt stinksauer! Jedes Mal haben wir die beiden eingeladen. Taufe von Carlotta, Taufe von Linus, zu unserer Hochzeit, zu unseren Geburtstagen. Und jetzt? Feiern die angeblich im kleinen Kreis. Dabei kommen über 70 Gäste; das hat Lothar mir gesteckt. Ich bin schon enttäuscht genug, dass wir nicht eingeladen sind, aber die Ausrede kleiner Kreis’ macht mich richtig wütend! 

Also, so langsam hätte ich schon gerne eine Einladung! Ist die Hochzeit nicht schon nächsten Monat? Schon, aber wir wissen doch, wer wo heiratet, was wir schenken und dass Du Trauzeuge bist …

Ärgern ist okay, Ärger überwinden mega. 

9. Einladungskarten

Ein bisschen überkandidelt ist die Karte schon, oder? Hört sich ja an wie die Einladung zur Trauung des englischen Thronfolgers. Nun gut, immer noch besser als diese lieblose unpersönliche Karte, die Saskia und Mario letztes Jahr verschickt haben. Aber da standen wenigsten alle wesentlichen Fakten drauf: Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, zeitlicher Ablauf und erwünschte Kleidung. Bei Kati und Olli kannst Du Dir wieder alles selbst zusammenreimen! Was soll das überhaupt heißen, ‚smart casual’? Ich rufe die beiden einfach mal an. Also, gibt es jetzt heute Abend was zu essen, oder müssen wir sogar wieder unsere Getränke selbst mitbringen? Ich bin ja froh, dass uns Rudi nicht noch für seine erhöhten Stromkosten zur Rechenschaft zieht.

Einladungskarten sind super. Weil schön, bezaubernd, verrückt oder zum Kopfschütteln und Totlachen.

10. Der Dank danach

Ich bin es, Marianne. Du Uli, ich wollte mich nur noch mal ganz herzlich für den schönen Samstagabend bedanken. Deine Einladungen sind die besten. Entschuldige noch mal, dass wir erst so kurzfristig zusagen konnten. Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut, dabei gewesen zu sein. Rolf und ich haben uns ganz köstlich amüsiert. Peter und Karin sind ja wirklich ganz reizend. Schön, dass wir die beiden mal kennengelernt haben, das war ja eine gute Idee mit der Tischordnung. Und das Essen war wie immer wunderbar.

Wer einlädt, hat ein dickes Dankeschön verdient.

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