In seiner Vorrede zu den ersten beiden Auflagen seines berühmtesten Buches „Über den Umgang mit Menschen“, erklärt Adolph Freiherr Knigge selbstbewusst, was sein Buch so besonders macht: „Der Gegenstand dieses Buches kommt mir groß und wichtig vor, und irre ich nicht, so ist der Gedanke, in einem eignen Werke Vorschriften für den Umgang mit allen Klassen von Menschen zu geben, noch neu.“  Um bescheiden hinzuzufügen: „Eben dieser Unterschied aber und daß mir in Deutschland, soviel ich weiß, niemand vorgearbeitet hat, muss einen Teil der Unvollkommenheit meiner Arbeit entschuldigen.“

Ein Buch von Adolph Freiherr Knigge für alle Menschen

1788 erschien Adolph Freiherr Knigges Buch „Über den Umgang mit Menschen“. Und es wurde ein großer Erfolg. Ein Jahr vor der französischen Revolution. Von der Knigge Zeit seines Lebens beseelt schien und für die er sogar eine Haftstrafe absaß. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hallte durch ganz Europa und machte auch vor Niedersachsen nicht halt. Höfische Literatur zum Umgang mit Menschen, die gab es auch lange vor Knigge. In den Zeiten von Dünkel, Ungleichheit und Herrschaft. Eine Traditionslinie, die sich von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenreformation nachzeichnen lässt. Von Aristoteles über Castiglione bis Gracián – um nur einige herausragende Denker zu denken. Von beeindruckender Klugheit und Klarheit. Aber eben nur an die gerichtet, die den erfolgreichen Umgang am Hofe üben konnten. Alle anderen mussten Draussen bleiben.

Hinein ins pralle Leben

Wir haben es Adolph Freiherr Knigge zu verdanken, dass nun alle mitmachen durften. Dass das pralle Leben einzieht im Umgang miteinander. Höfische Etikette schön gut, aber worauf muss ich im Umgang mit Frauen, Kindern, Halbstarken und Greisen, Dienern, Droschkenfahrern Wirten, Buchhändlern achten? Wie gelingt mir eine gute Ehe, beste Freundschaft und blühende Geschäfte? Worauf  muss ich achten, wenn es mich dann doch mal an den Hofe verschlägt? Wie begegne ich dort den Großkopferten, aber auch im der Dorflehrern und städtischen Buchhändlern? Wie gehe ich Trunkenbolden, Labertschaschen und Cholerikern aus dem Weg? Wie gehe ich mit mir selbst um, meinen eigenen Interessen, Leidenschaften, Engelchen und ja, auch den Teufelchen?

Zeitlos lebensklug

Die Antworten Adolph Freiherr Knigges sind heute so lehrreich und humorvoll wie damals. Gut, Droschken heissen heute Taxis, aber Frauen, Kinder, Alte, Junge, Trunkenbolde, Engelchen, Teufelchen und sogar Buchhändler gibt’s auch heute noch und wird es wohl auch immer geben. Und Klugheit im Umgang miteinander wird es immer brauchen. Jedem lebensklugen Menschen und alle die es werden wollen, sei dahera uch im 21. Jahrhundert ein Blick in „Über den Umgang mit Menschen“ von Adolph Freiherr Knigge wärmstens empfohlen. Damit auch heute und morgen der Umgang miteinander gelingt.

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