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Knigge gentleman

Gentleman

Gibt es ihn noch den Gentleman der alten oder neuen Schule? Den feinen Herrn und edlen Ritter, der sich zu benehmen weiss und den Menschen in seiner Umgebung ein gutes Gefühl gibt? Bei dem sich Damen, aber auch Herren wohl und nicht unwohl fühlen? 

Ich glaube ja. Weil der Herr in jedem von uns Männern steckt, aber manchmal schlummert. Zeit den den schlafenden Riesen Gentleman in uns und zu wecken. 

Ein Gentleman macht sich die Mühe, mühelos zu wirken. Er bietet seinen Platz an, als hätte er ihm nie gehört, hilft in den Mantel ohne große Geste und hört so interessiert zu als redete er selbst. 

Peinlichkeiten sind ihm fremd. Sollte jemand das Schälchen für das Reinigen der Finger mit dem Aperitif verwechselt, geniesst er das lauwarme Zitronenwasser ebenfalls mit Genuss. 

Ein Gentleman wundert sich nicht, hält alles für selbstverständlich und überlässt die glänzende Hauptrolle seinen Mitmenschen. Er souffliert lieber. Und zwar so diskret, dass alle den Eindruck zu gewinnen, endlich einmal die Aufmerksamkeit zu bekommen, die ihnen zusteht.

Ein Gentlemen rückt niemandem auf die Pelle. Er liebt Anzüge und hasst Anzüglichkeiten. Eindeutige Zweideutigkeiten sind ihm fremd. Fremde Menschen berührt er nicht, auch nicht aus Versehen. Er ist selten spärlich bekleidet noch sparsam beim Trinkgeld.
 
Ein Gentleman bleibt auch nach dem zehnten Bier Gentlemen. Er bewahrt die Contenance, ist charmant, macht Komplimente ohne Hintergedanken, redet klug von klugen Dingen und nicht lautstark dummes Zeug.
 
#metoo und Catcalling sind auf im Universum Gentleman unbekannt. Hier wird niemandem hinterher gepfiffen und niemand angegrappscht oder blöd angemacht. Der Gentleman ist diskret, aber hinter seiner Mauer des Schweigens ist kein Platz für Übergriffige. #nomeansno. Punkt. Ende. Aus. Habe die Ehre. 

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