Am Anfang war das Geschenk. Sagen Historiker. Ich glaube, wir haben das einfach immer getan. Ein polierter Kiesel für die Herzendsame im Neandertal, 40 Weinkrüge für Tutanchamuns Reise ins Totenreich oder das Holzpferd für die Trojaner. Gründe gabs wohl immer. Geschenke sind etwas urmenschliches. 

Was schreibt Lukas?

»Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuften, überfließenden Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.« Und wir gaben und nahmen ordentlich: Hofschmied Peter Carl Fabergé legte seinem Zaren goldene Eier – mit Juwelen gefüllt. Tante Trudel legte Onkel Heinz wildgemusterte Krawatten unter den Weihnachtsbaum und der Dame von Welt legt Hermès heute eine Kelly-Bag ins Schaufenster.

Was sagen Soziologen?

An Anlässen zum Schenken mangelte es nie. Oft religiösen Ursprungs: Weihnachten, Geburtstag, Hochzeit oder Taufe. Seit keine Götter mehr besänftigt werden müssen, will der Rubel rollen. Und der braucht Innovation. »Valentinstag!« rufen die Blumenhändler. Ausstände, Einstände und Jubiläen die Werktätigen. Wohnungseinweihungen, Abrissparties, egal: Einladungen, Einladungen, Einladungen rufen die Freunde der Gemeinschaft.

Menschen beschenken einander, weil es einfach Freude macht.

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