Was ist Glück? Würde man diese Frage einem Bolivianer stellen, er würde vielleicht auf ein bunt bemaltes und mit allen möglichen Dingen behängtes Figürchen zeigen, das in seinem Land „Glücksverkäufer“ genannt wird. Mit seiner indianischen Strickmütze und seinem weit aufgerissenen Mund ähnelt so ein Glücksverkäufer einem gewöhnlichen Straßenverkäufer, nur daß er statt Besen oder Zigaretten das Glück mit sich herumträgt, und zwar in Form von einem Säckchen mit Reis, einem weiteren mit Nüssen, einer Dollarnote, einer Sandale, einem Beutel Konfetti, einem Spielzeugauto, einem Häuschen und einem Korb, um alles heimzutragen. So einfach ist das also mit dem Glück: Es stellt sich ein, wenn das Leben behaglicher und sorgloser verläuft als zuvor und womöglich ein paar große Momente bereithält, in denen es Konfetti regnet. Ein kleines Glück für kleine Leute, gewiß. Aber offenbar genau das, was sich ein bolivianischer Bauer oder einer, der in La Paz eine Familie von Gelegenheitsjobs ernähren muß, als Glück erträumt.

Adolph Freiherr Knigge sagte: „Überhaupt rate ich, um glücklich zu leben und andere glücklich zu machen, in dieser Welt so wenig wie möglich zu erwarten und zu fordern.“

Über den Umgang mit Menschen, I, 1, 53

Unsere ewige Reise zum Glück

Natürlich, wir sind klüger. Wir wissen, daß das nicht das Glück ist. Denn alles, was der Glücksverkäufer in seinem Angebot hat, besitzen wir längst und sind trotzdem weit davon entfernt, glücklich zu sein. Sollten wir jetzt aber hergehen und versuchen, einen bolivianischen Tagelöhner davon zu überzeugen, daß er auf eine Illusion hereingefallen ist – er würde uns kein Wort glauben. Und zu Recht. Denn erstens müssen wir ganz einfach glücklich sein, so reich, wie wir in seinen Augen sind. Und zweitens sind wir schon deshalb unglaubwürdig, weil unser Wohlstand hinlänglich beweist, daß wir in Wahrheit genau dasselbe Glück verfolgen wie er. Alles, was uns von ihm unterscheidet, ist die Dimension, die sein eigenes kleines Glück bei uns angenommen hat. Für uns müßte es schon ein Millionengewinn an der Börse oder die volle Ausbeute bei einem Fernsehquiz oder eine Karriere sein, die uns auf den Gipfel des Ruhms oder des Wohllebens führt, damit wir es als Glück bezeichnen würden.

Wie es aussieht, verfügen Menschen über ein unfehlbares Verfahren, Enttäuschungen zu verwinden, die sie mit ihren Glückserwartungen gemacht haben, ohne diese Glücksvorstellungen selbst korrigieren zu müssen: Sie setzen einfach noch einen drauf. Wenn also das Glück, das sich erfüllt hat, doch nicht reicht, um glücklich zu machen, schraubt man die Erwartungen einfach höher. Aus der Entfernung ist der Unterschied zwischen Illusion und Glück dann kaum noch auszumachen, mit dem Erfolg, daß wir weiterhin genauso fest an unser spektakuläres Glück glauben können wie der bolivianische Tagelöhner an sein Arme-Leute-Glück.

Ein unfehlbares Verfahren, wie gesagt. Seitdem es Umfragen gibt, rangiert die materielle Sicherheit auf der Liste der ersehnten Glücksgüter weit oben. Und die Glückserwartung, die sich mit einer minutiös geplanten Karriere verbindet, ist auch keine Erfindung der Gegenwart. Ich stand auf einem englischen Friedhof einmal vor einem Sarkophag aus dem Jahr 1778, in den ein fürsorglicher Vater den Karriereplan für seinen Sohn Charles hatte einmeißeln lassen, inklusive Bildungsreise durch Frankreich, Italien und Deutschland sowie Studium an einer renommierten englischen Universität. Nur daß dieser Charles es gerade noch geschafft hatte, „fließend“ Französisch zu lernen, bevor er im Alter von sieben Jahren an Typhus verstarb…

Das Glücksorgan

Alles wie gehabt. Aber ganz so groß, wie es scheint, ist die Geduld mit dem Glück dann doch nicht. Zumindest nicht bei uns. Wir Europäer nämlich haben, wohl aus abgrundtiefer Enttäuschung, immer wieder mal das ausgewechselt, was ich das „Glücksorgan“ nennen möchte – also jenen Teil des Individuums, der als Auslöser des größten Glücks fungiert. Lange Zeit war dies die erlösungsfähige Seele mit ihrer Aussicht auf ewige Glückseligkeit gewesen. Irgendwann wurde es mit dem Glück dringlicher, man wollte es noch zu Lebzeiten erfahren, und so wurde zur Zeit der Aufklärung die Seele gegen die Vernunft ausgetauscht. Von der versprach man sich nun, nicht weniger bescheiden, die Befreiung von Krieg, Ungerechtigkeit, Ausbeutung und all den anderen Geißeln der Menschheit – aber statt dessen handelte man sich nur noch mehr von diesen Plagen ein. Und deshalb wurde, wie es aussieht, auch die Vernunft von ihrer Aufgabe entbunden. Seither ist es der Körper, mit dem sich die größten Glückserwartungen verbinden.

Mir scheint, daß sich dieser Wechsel schon vor einem halben Jahrhundert ankündigte, mit dem Rock’n Roll der 50er Jahre. Was damals einsetzte – und von der Elterngeneration mit äußerstem Mißtrauen verfolgt wurde –, war die Befreiung des Körpers aus der Kontrolle der Vernunft. Im Tanz schüttelte man im wahrsten Sinne des Wortes die Zivilisation mit ihren Vernunftgeboten ab. Dieses Befreiungserlebnis wurde als Glück erfahren und bald schon mit dem Glück gleichgesetzt. Ob jemand frei war, darüber entschied in der Folgezeit immer mehr das Lebensgefühl und immer weniger die Möglichkeit, von seinem Verstand, seiner Meinungsfreiheit oder seinen übrigen Rechten ungehinderten Gebrauch zu machen. In den siebziger Jahren war es dann weitgehend üblich geworden, sich über sein Lebensgefühl seines Glücks zu versichern, und seither entscheiden die Signale, die der Bauch aussendet, über Glücklich- oder Unglücklichsein.

Gesunder Körper, scheiss auf den Geist!

Inzwischen haben wir unsere Erfahrungen mit dem Körper als Glücksorgan gemacht; inzwischen wissen wir, was es heißt, das Lebensgefühl zum Gradmesser für das Lebensglück zu machen. Wieder einmal sind wir klüger geworden – und müssen zugeben: Immer noch ist ein glücklicher Mensch eine Seltenheit, ein unglücklicher hingegen keine. Geändert hat sich gleichwohl einiges. So scheint mir etwa die Leichtgläubigkeit in Sachen Glück ein phänomenales Ausmaß erreicht zu haben. Wenn man sich anschaut, was sich an Glückstrainern herumtreibt, was sie als Glück verkaufen, wieviel Zulauf sie haben, welchen Absatz alle Sorten von Glücksliteratur finden und auf welche Zustimmung der Versuch von Unterhaltungsindustrie und Medien trifft, die ganze Welt mit fun zu überziehen und in eine einzige, große Eventfläche zu verwandeln, dann muß man annehmen, daß der Glücksbedarf so grenzenlos ist wie die Gutgläubigkeit. Und offenbar hat auch die Werbung Erfolg, wenn sie uns einzureden versucht, daß unser Glücksverlangen bei diesem oder jenem Hersteller bestens aufgehoben ist, daß wir unser Glück diesem oder jenem Unternehmen beruhigt anvertrauen dürfen. Die Ausschaltung der Vernunft ist eben nachgerade zur Voraussetzung des neuen Glücks geworden. Auf jeden Fall entzieht es sich mit aller Macht der Überprüfung durch den Verstand.

Doch nicht nur, daß das Körperglück durch und durch irrational ist. Es beschert uns auch ein neues Ideal: das Ideal der Schmerzfreiheit. Mit der Körperära ist also auch ein Wohlfühl- oder Wellneßzeitalter angebrochen. Wenn sich alles um die glückliche Empfindung dreht, muß Harmonie herrschen, damit der Körper die erhofften Glückshormone absondern kann. Differenzen oder Spannungen beeinträchtigen das Lebensgefühl. Kritik vergiftet die Atmosphäre. Auseinandersetzungen sind aus Wohlfühlgründen verpönt. Und von der Beschäftigung mit existentiellen Problemen ist Unwohlsein und Verdruß zu befürchten. Kein Wunder, daß die Fixierung auf das Lebensgefühl aus der Suche nach dem Lebenssinn eine atemlose Jagd nach Beglückungsfaktoren gemacht hat. Seine höchste Steigerung erfährt dieses Lebensgefühl im Sex, so wie der Körper seine Weihen in der Verklärung zum Lustobjekt erhält. Deshalb reden alle Bilder, denen wir in der Öffentlichkeit begegnen, nur noch von Glück, von ewiger Party – und eben von Sex.

Nun kann man seiner Zeit ihr Glück natürlich genauso wenig ausreden wie einem bolivianischen Tagelöhner seine Träume. Aber man darf vielleicht darauf hinweisen, daß die Befreiung des Körpers, mit der alles angefangen hat, inzwischen in eine allgemeine Versklavung des Körpers umgeschlagen ist. Denn als Glücksorgan kommt selbstverständlich nur der jugendliche Körper in Frage, und wer an dem neuen Glück teilhaben will, muß seinen Körper unentwegt kontrollieren und trainieren, hegen, pflegen, stylen, verjüngen, modellieren, an Vorbilder anpassen und im Endeffekt anonymisieren. Der ideale Körper ist der unpersönliche, der erfahrungslose Körper, der keine Geschichte erzählt, der noch nichts erlebt haben darf, der in jedem Augenblick wie neu wirken muß, wie frisch aus der Retorte, und sich mit dem schwerelosen Gang von Models auf einem Laufsteg durchs Leben bewegt. Das ist das alte Dilemma der Glücksorgane: Sie werden besonders in die Mangel genommen, sie müssen sich die massivsten Manipulationen gefallen lassen – das ist der Seele in christlicher Zeit so ergangen, das ist der in Ideologien gezwungenen Vernunft so ergangen, und jetzt ergeht es dem Körper so. Die Folge dieser Körperversklavung ist jedenfalls eine geradezu panische Angst vor dem Älterwerden, ein Horror vor dem Erwachsensein, und es ist wohl nicht zu weit hergeholt, Schönheitskliniken und -farmen, Fitneßstudios und Sonnenbänke als die Klöster, Kirchen und Kapellen eines modernen Glückskults zu verstehen.

Vielleicht liegt es an dem Zeitdruck, unter den uns der Körper mit seiner fatalen Tendenz zum Verfall setzt, daß das Glück in diesen Tagen zu einer wahren Besessenheit geworden ist. Oder wie soll man es sonst verstehen, wenn Jugendliche auf die Frage nach dem Lebenssinn die ergreifend schlichte Antwort geben: Glücklich werden!?

Ist Glück hemmungslos?

Mir scheint hier ein maßloser Wille zum Glück zu walten. Soll man sein Leben jetzt also danach ausrichten, ob einen das, was man gerade betreibt – sei es in der Arbeit, der Liebe oder der Freundschaft –, glücklich macht? Soll man jedesmal abbrechen, aufgeben und etwas Neues versuchen, wenn sich das Glück dann doch nicht – oder nicht sofort – einstellt? Soll das Lebensgefühl darüber entscheiden, wie nah man dem Glück schon gekommen ist? Und darf man im übrigen einfach darauf vertrauen, daß jedem eine ordentliche Portion Glück zusteht? Dann wäre unser gegenwärtiges Glück eine feste Größe und völlig unabhängig davon, ob wir zuvor etwas richtig gemacht haben. Jeder Gedanke an eine eigene Leistung ist aus dieser Vorstellung von Lebenssinn verbannt. Nun soll also das Leben etwas richtig machen, während wir ungeduldig vom einen Bein aufs andere treten. Glück auf Bestellung, würde ich das nennen. Ein Glück aus heiterem Himmel – aber just in time.

Ich befürchte: Wer es sich so leicht macht, scheidet aus dem Kreis der Glücksanwärter gleich aus. Das Leben schuldet uns gar nichts. Wenn schon Einigkeit darüber besteht, daß der Mensch noch glücklicher werden muß, damit er endlich glücklich wird, sollten wir beides, das Leben wie das Glück, ein wenig ernster nehmen und uns die Frage stellen: Was hindert uns eigentlich, glücklich zu sein? Nicht glücklich zu werden irgendwann, sondern hier und heute glücklich zu sein?

Glück – oder auf Abstand zu den eigenen Erwartungen

Im Laufe unserer Geschichte haben sich kluge Leute diese Frage immer wieder gestellt und immer wieder sehr ähnlich beantwortet. Erstens, sagen sie, hindert uns unsere Überheblichkeit, mit der wir zu wissen behaupten, was das Glück ist. Das Glück als solches gibt es nämlich gar nicht. Was Glück ist, läßt sich in keiner Weise bestimmen. Das, was wir so unbeirrbar als Glück bezeichnen, stellt sich genauso oft als Unglück heraus, wie sich umgekehrt ein vermeintliches Unglück als Glück erweist. Und zweitens, sagen sie, hindert uns unsere Unersättlichkeit. Solange wir uns von unseren Wünschen vorschreiben lassen, was wir unter Glück zu verstehen haben, solange kommt im Grunde immer dasselbe dabei heraus, nämlich eine mehr oder weniger aufgeblasene Variante des Arme-Leute-Glücks eines bolivianischen Tagelöhners. Jeder erfüllte Wunsch aber zieht den nächsten, unerfüllten nach sich, so daß wir uns zeitlebens in einem Teufelskreis von Wünschen bewegen.

Zu allen Zeiten hat man deshalb das ungehemmte Wünschen als Unfreiheit verstanden, als Abhängigkeit nicht unähnlich der Sucht. Die erste Voraussetzung für das Glück wäre demnach das, was der römische Philosoph Seneca (4 v. Chr.–65 n. Chr.), wie viele andere vor und nach ihm, als Unabhängigkeit bezeichnet hat, also die Fähigkeit, zu seinen Erwartungen und Ansprüchen auf Abstand zu gehen und sich ebenso wenig von dem beeinflussen zu lassen, was sich von außen an Wünschbarem aufdrängt, wie von dem, was wir selbst an Wünschen produzieren. Mit anderen Worten: den Teufelskreis des Wünschens zu durchbrechen, dem unablässigen Begehren Einhalt zu gebieten und das schätzen zu lernen, was wir haben, sind und besitzen.

Sodann müßten wir uns selbst zum Glücklichsein befähigen. Dafür müßten wir uns von der Vorstellung lösen, das Glück sei etwas Konkretes, Bestimmbares, das man sich aneignen könnte wie Wissen oder Besitz. Denn das Glück hat wenig mit äußeren Bedingungen zu tun, um so mehr aber mit einer inneren Verfassung, die uns für das Beglückende eines Augenblicks, einer Situation, eines Erlebnisses empfänglich macht und uns die Möglichkeit eröffnet, daß fast alles, was uns widerfährt, zu unserem Glück ausschlagen kann. Auch im Reichtum, auch im Ruhm, auch in der Gesundheit ist das Glück nur als Chance enthalten, die wir erst dann nutzen können, wenn wir zuvor Aufnahmebereitschaft, Erlebnisfähigkeit, Vorurteilslosigkeit und Genußfähigkeit entwickelt haben. Auf all dies haben wir Einfluß. Wir vermögen uns selbst dazu zu bringen, für das Glückspotential jeder Begebenheit, jeder Begegnung empfänglich zu werden.

Macht des Augenblicks und Liebling der Götter

Die Erfahrung bestätigt, daß sich die Momente des größten Glücks, jene Stunden, in denen das Herz vor Glück schier zerspringt, in aller Regel weder einer besonderen Leistung verdanken noch all den äußeren Umständen, die unsere Bilder vom Glück gemeinhin prägen. Wenn wir Menschen nach ihren glücklichsten Erfahrungen befragen, so waren es Stimmungen, ein besonderes Licht, ein leichter Wind auf der Haut, ein unerwarteter Duft von Meer und Hafen, der Anblick einer sommerlichen Landschaft oder einer Küste bei Sonnenuntergang, das plötzliche Gefühl der Freiheit oder eines Neuanfangs, die Geburt eines Kindes, Tage in der Gesellschaft guter Freunde oder auch ekstatische Momente auf einem Fest, bei einem Konzert – Gelegenheiten, bei denen man sich seiner ganzen Empfindungsfähgikeit bewußt wurde. Wenn wir uns diese Augenblicke vergegenwärtigen, müssen wir zugeben: Wir waren am glücklichsten, als wir am bedürfnislosesten waren.

Und noch etwas. Ich glaube, daß uns das Glücklichsein um so leichter fällt, je besser es uns gelingt, das, was das Leben an Schönem und Bereicherndem zu bieten hat, als Geschenk zu betrachten. Wir tun uns keinen Gefallen damit, alles für verdientes Glück halten – erstens, weil es nicht stimmt, und zweitens, weil mit dem unverdienten Glück das Hochgefühl verbunden ist, ein Liebling der Götter zu sein. Kaum etwas schmeichelt und beglückt uns mehr. Voraussetzung dafür wäre allerdings, unsere Ansprüche ans Leben herunterzuschrauben und auf feste Vorstellungen davon zu verzichten, was dem einzelnen an Glück zusteht. Weder verdanken wir alles uns selbst, noch muß sich die Welt zu unserer Verfügung halten. Allein, daß wir einander Glück wünschen, zum Geburtstag etwa, ist ein Eingeständnis, daß niemand sich das Leben vollständig unterwerfen kann und vieles immer noch vom Schicksal oder dem Zufall zugeteilt wird. Es wäre ein Zeichen von Realismus, den Einfluß glücklicher Umstände anzuerkennen, und ein Beweis für die Verfeinerung unserer Fähigkeit zum Glücklichsein, Erfreuliches und Gelungenes – vielleicht sogar dankbar – als Geschenk zu betrachten.

Nun besteht ein glückliches Leben, wenn es denn so etwas gibt, nicht aus einer ununterbrochenen Folge von Stunden oder Tagen solch schwerelosen Glücks. Ein glückliches Leben ist ein geglücktes Leben, und dazu gehört sehr viel – nicht zuletzt Glück. Aber auch hier liegt es wieder an uns, die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen das Leben gelingen kann. Von der Lebensklugheit abgesehen kommt hier die Lebenskunst zum Zuge, und davon soll im nächsten Abschnitt die Rede sein. Eines allerdings trifft meiner Meinung nach auf jede Erscheinungsform des Glücks zu: Wir kommen ihr näher, wenn wir unseren Glücksvorstellungen wieder etwas mehr Vernunft einhauchen.

Moritz Freiherr Knigge sagt: „In äußeren Lebensumständen ist das Glück nur dann zu finden, wenn wir die Fähigkeit zum Glücklichsein mitbringen. Dazu gehören Empfänglichkeit, Aufnahmebereitschaft und Genußfähigkeit, aber auch die Kunst, das zu schätzen, was man hat. Erzwingen läßt sich das Glück jedenfalls nicht. Und was sich erzwingen läßt, ist kein Glück.“

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