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Einen guten ersten Eindruck machen

Viel Zeit bleibt uns nicht, um einen guten ersten Eindruck zu machen: in wenigen Sekunden machen wir uns ein erstes Bild von unseren Mitmenschen, nach spätestens 90 Sekunden hat sich der erste Eindruck verfestigt. Danach legen wird das Bild, das wir uns von anderen machen in die erstbeste Schublade und machen die so schnell nicht wieder auf.

Doch wie viele guter Eindruck passt eigentlich in 90 Sekunden? Worauf sollten wir achten, wenn wir im Umgang mit Menschen von Beginn an eine gute Figur machen wollen? Diesen Fragen bin ich nachgegangen. Und habe in der virtuellen Welt begonnen: 

1. Pflege Deine digitale Visitenkarte

Wir führen eine Doppelleben. Dieses Internet gibt uns so viel Neuland uns und andere zu entdecken. Second, third an multiple Life. Und wir mittendrin, auf Blogs, bei Facebook, Insta, Twitter, in Foren und wir uns sonst noch so herum t(r)ollen. Unseren ersten Eindruck haben wir oft schon längst hinterlassen bevor wir unserem Gegenüber begegnen. Unsere virtuelle Identität liegt offener als jedes Buch in den Weiten des weltweiten Netzes. Wer also Eindruck machen und nicht schinden will, der mache sich hübsch und adrett fürs Netz uns sorge dafür, dass es überhaupt zum zweiten Eindruck in der analogen Welt kommt. 

2. Mach‘ Dich locker

Der erste Eindruck beginnt, bevor die Uhr läuft. Beim Aufwärmen und locker machen. Das vor der eigentlichen Begegnung mit Menschen stattfindet. Begegnung mit anderen Menschen ist für die meisten von uns ein Stresstest. Jedes Zusammentreffen mit Menschen ist ein Auftritt. Und vor Auftritten zeigen viele Menschen Stresssymptome. Sie bekommen schwitzige Hände, einen trockenen Mund, sie wollen besonders schlaue oder lustige Dinge sagen, cooler sein als sie sind.

Zuviel Druck auf dem Kessel

Heraus kommt meist das Gegenteil oder gar nicht, weil schlicht die Stimme versagt. Der Körper spürt Gefahr und schützt sich. Eine natürliche Reaktion, auf Dauer für den ersten Eindruck aber nicht förderlich. Wer stottert, stammelt, Unfug oder gar nichts erzählt oder vor lauter Nervosität umfällt, der hat seine Chance meist gehabt.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Sie sehen, der Druck nimmt auch weiter zu, weil der erste Eindruck immens aufgeladen wird. Nach maximal 90 Sekunden ist alles entschieden: Heldin oder Honk. Klappe zu, guter erster Eindruck tot. Und genau das habe ich jetzt auch getan. Druck aufgebaut, Schreckensszenarien an die Wand gemalt. So geht Ihr Aufritt aber garantiert in die Hose. Doch das muss nicht sein.

Vertraue Dir

Für mich gilt vor jedem Auftritt vor Menschen – wie groß die Bühne auch sein mag: Verlassen Sie sich auf sich selbst, machen sie sich nicht größer aber auch nicht kleiner als sie sind, erwarten Sie keine Wunderdinge, sondern das, was sie sind. Ein bißchen Aufregung schadet nicht, sie hilft uns zu fokussieren, erinnern sich an schöne Begegnungen zurück, warum sind diese gelungen?

3. Hör auf Deinen Körper

Unser Körper ist ein Schlingel: er fängt schon an zu reden, bevor wir den Mund aufgemacht haben. Der rollt schon mit den Augen bevor wir ihm sagen können: keine so gute Idee. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte sagt man, und mit unserem Körper zeichnen wir ein Bild für unsere Betrachter. Wir entscheiden, welches Bild wir zeichnen wollen.

Duft

„Den kann ich überhaupt nicht riechen!“ Einen Satz, den man wörtlich nehmen sollte. Wer gut riecht, hat es leichter im Leben. Wer nicht gut riecht dementsprechend schwerer. Hygiene ist notwendige Bedingung für einen guten ersten Eindruck. Schweiss- und Mundgeruch, fettiges Haar, zu viel des guten Parfüms oder Aftershave, Zigaretenqualm und Alkohlfahne müssen leider draußen bleiben, sonst sind die 90 Sekunden schon 5 Sekunden um. 

Mimik

Lächeln macht mehr Spaß als die Stirn zu runzeln. Lächeln ist universell. Überhaupt auf dieser Welt wird ein von Herzen kommendes Lächeln  als das verstanden, was es ist: Das ernsthafte Angebot sich friedlich zu begegnen. Ein Lächeln ist der Auftakt für eine Begegnung zwischen zwei Menschen. Von Island bis Ruanda, von Ecuador bis Laos, von der Wüste Gobi bis zum Matterhorn, vom Roten Meer bis in die Antarktis. 

Gestik

Offene Arme machen mehr als Stinkefinger. Und doch ist die Sprache unseres Körpers keineswegs universell. Und so manche Geste, die in einer Kultur Hochachtung zum Ausdruck bringt, gilt mancherorts für obszön, Doch während wir unsere Finger meist ganz unbewusst einsetzen, ob machen unserer Hände ihre eigene Choreo zu dem, was wir sagen. Sie sind der Dirigent unserer Worte. Was ganz gut ist, zeigen Untersuchungen doch, dass nur 5% des Gesagten in den ersten Eindruck einfließen. Nicht einmal 5 Sekunden von 90. Das ist echt wenig. 

Haltung

In der Höflichkeitsliteratur gibt es seit jeher Übereinstimmung darüber, dass innere und äußere Haltung im Einklang miteinander stehen. Was zuerst da ist und wo Erziehung beginnen sollte, darüber herrscht Uneinigkeit. Das ist so ein bißchen wir mit der Henne und dem Ei. Sitzt bspw. das Kind, dass das Wesen der Höflichkeit verinnerlicht hat automatisch gerade oder verinnerlicht das Kind, das gerade sitzt automatisch den respektvollen Umgang mit anderen. 

Bewegung

Ist der leichte und federnde Gang Ausdruck von Gottvertrauen und Menschenliebe oder führen Gottvertrauen und Menschenliebe zu einen federnden und leichten Gang. Nicht genaues weiß man nicht. Wohl aber, dass leichte federnde Bewegungen schöner sind als Elefanten im Porzellanladen. Sprezzatura nannten die Väter und Mütter der Höflichkeit die menschliche Fähigkeit, sich die Mühe zu machen mühelos zu wirken. Und auf diese sollte man für den ersten Eindruck definitiv einige Sekunden verwenden. 

Kleidung

Kleider machen Leute. Das war so, ist so und wird so bleiben. Von Adolph Freiherr Knigge stammt der Satz: „Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewusst ist, in einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten.“ Ich mag diesen Satz. Er lenkt unserer Aufmerksamkeit weg von der ängstlichen Frage „Was sollen den die Leute denken?“ hin zu der selbstbestimmten Frage „Welches Bild möchte ich von mir abgeben?“ Wie wollen wir uns fühlen und wie unseren Mitmenschen begegnen? Darum geht’s. 

Denn zur angenehmen Ausstaffierung gehört ein angenehmes Auftreten. Zum äußeren Schein das innere Sein. „Das Gegenteil von Stil haben ist nicht keinen Stil haben, sondern keinen eigenen Stil haben“ befand der Ästhet Bazon Brock. Und dieser eigene Stil fällt weder vom Modehimmel noch von der Stange, dieser Stil muss ich bilden. Stilvolle Menschen haben sich gebildet, im Umgang mit sich selbst und ihren Mitmenschen. Sie geben ein stimmiges Erscheinungsbild ab. Unsere Kleidung hat keine Empathie, keinen Humor, keine Intelligenz, keinen Esprit, solange wir selbst nichts davon haben. 

Mehr zur Kleidung und Business-Dresscodes gibt es hier.

4. Einander verstehen

Begrüßung

Jedes Ich-Mensch-Du-Mensch-Spiel beginnt einer Begrüßung. Ob Hand geben, Verbeugung, Umarmung oder Nasenkuss, am Anfang steht die Versicherung, dass man es gut miteinander meint. Die offene Handfläche symbolisiert, dass wir unbewaffnet sind, die Verbeugung Demut und Respekt, die Umarmung die Bereitschaft zusammenzufinden. Mit der Begrüßung beginnt Alles. Wer andere nicht begrüßt, der behandelt sie wie Luft, der gibt zu verstehen: Du existiert nicht. Begrüßung ist Anerkennung, Ignoranz ist Ausgrenzung, ist Ich-Mensch-Du-Luft-Spiel. 

Blickkontakt

Wer Blickkontakt, der demonstriert Verbundenheit. Anderen in die Augen schauen zu können verrät die Bereitschaft aus der Begegnung etwas Gemeinsames zu machen, sich zu zeigen und es ernst zu meinen. Wer anderen in die Augen schauen kann, der zeigt Präsenz, wer andere anstarrt, der versucht sich in Dominanz. Sie treffen auf mehre Menschen, bei denen Sie einen guten Eindruck machen wollen? Lassen Sie Ihren Blick wandern, reden Sie nicht nur mit einer Person. Mit dem wandernden Blick zeigen Sie Empathie und Souveränität zugleich. 

Stimme

Als ich in meiner Kindheit Hörspiele gehört habe, gab es einen Sprecher, den ich und meine Freunde besonders ins Herz geschlossen hatten. Der große Hans Paetsch. Wenn es eine Stimmlage für Männer gab, in der Kompetenz und Menschlichkeit hat war es dieses wunderbare Stimme, der man bis in die tiefe Nacht hätte zuhören, wenn die nicht Eltern die Nadel vom Schallplattenspieler gehoben hätte. Den richtigen Ton treffen, das können wir ganz wörtlich nehmen. Es ist der der Sound, der die Musik in unserem Kopf macht. Die richtige Lautstärke und das perfekte Volumen. Gute Sprecher*innen benutzen ihre Stimme wie ein Instrument, das uns in Schwingung versetzt und gemeinsame Wellenlängen erzeugt. Die Instrumentalversion des guten ersten Eindrucks. Erst kommt der Sound, dann der Text!

Stimmung

Den richtigen Ton treffen, das heisst aber auch, sich verständlich machen zu können, kein dummes Zeug zu reden, den anderen zu verstehen und eine gemeinsame Sprache zu finden. Erkennen zu geben, auch wenn ich nicht weiß, was Du meinst, ich werde mich mich um Deine Meinung bemühen. Ich komme Dir entgegen. Wir haben eine gute Stimmung. Wir versuchen uns zu verständigen!