Knigge-Regel: Zwischen DU und SIE ist noch Platz frei. Nicht immer geht es in Deutschland so streng zu, wenn es um die Anrede geht. Zwischen DU und SIE haben sich einige Zwischenformen etabliert, die geeignet sind, den starken Gegensatz zwischen DU und SIE abzumildern. Eine Art Anreden-Cocktail mit einfachem Rezept zum Selbermachen.

DU Frau Schmitz?

Man mixe ein SIE mit einem DU und schon ist die Welt um eine Möglichkeit des Miteinanders reicher.  Beim Münchner DU Zwecke dem Nachnamen ein DU zur Seite gestellt. Wie man es zum Beispiel aus dem Kindergarten kennt („Guck mal Frau Schlupinski, was ich tolles gemalt habe!“). Aber auch im Rheinland kennt man das DU mit Nachname und ich habe sofort einen Sketch von Hella von Sinnen im Kopf. Den es zwar nicht gibt, aber geben könnte. Oder?

„Frau Müller tust mir auch noch nen Bierchen?“

„Dat heisst nicht tust mir auch nen Bierchen, dat heisst: Tust mir bitte noch nen Bierchen!“

Und selbst bei unseren österreichischen Nachbar, denen man ja eher ein Hang zu Förmlichkeit nachsagt, hört man nicht, selten „Du, Dr. Schicklich“. Wie ich las handelt es sich hierbei um ein Relikt aus den kuk-Zeiten Österreich-Ungarns.

Und SIE, Lars?

In Hamburg schmeckt der Anrede-Cocktail ein wenig anders. Etwas trockener im Abgang. Eher für einen gepflegten Stehempfang an der Alster als für ein zünftiges Brauhaus im Rheinland geeignet. Und SIE Lars, was trinken Sie? Astra oder ein Gläschen Veuve Clicquot? Was meinen SIE? Was trinkt Lars? Und was tut sich Frau Müller gönnen? Ob Münchner DU oder Hamburger SIE. Hauptsache wir kommen und nah genug ohne uns auf die Füße zu treten und haben eine gute Zeit. In München, Hamburg, Düsseldorf, Köln oder anderswo in Deutschen Landen.


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