Über den Umgang mit Menschen, Teil I, 2, 8 “Gewöhnlich erlaubt man sich alles, verzeiht man sich alles und anderen nichts.”  Sagt Adolph Freiherr Knigge. “Wer glaubt die anderen seien die Idioten, ist selbst ein Idiot! ” Sagt meine Großtante Anni.

Das Ich-Mensch-Du-Mensch-Spiel

Anni lebt in einem Seniorenheim. In ihrem Zimmer hat sie ein Puppenhaus. Eine antiquarische Schönheit. Als ich Anni neulich besuchte nahm sie mich in den Arm und sagte : „Weisst Du, was das ist, Moritz? Das ist meine gute Kinderstube: Da sagen sich die Menschen guten Tag und Auf Wiedersehen, Danke und Bitte und Schwamm drüber, wenn sich einer entschuldigt! Da werden Pflegerinnen genauso freundlich gegrüsst wie Ärztinnen.

In meiner guten Kinderstube werden Fragen gestellt und Antworten abgewartet. Zugehört statt vollgeschwafelt. Hier wird sich für andere interessiert und sich in Frage gestellt. Hier lachen wir lauter über uns selbst als über andere!

Warum erzählt die mir das? Dachte ich. Ich bin der Knigge! Ich weiss, was eine gute Kinderstube ist: „Tante Anni, Du weisst doch, was ich beruflich mache!“

Da klopfte Anni mir wohlwollend auf die Schulter und lächelte:
„Ich weiss Moritz, ich weiss: Das Leben könnte so schön sein. Wären da nicht all’ die anderen RÜPEL! Wären doch mehr Menschen zuvorkommend und aufmerksam. Wären doch mehr Menschen ein ganz klein wenig mehr wie DU.

Das Ich-Mensch-Du-Mensch-Spiel


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