Knigge LIVE im Senftöpfchen in Köln

Von Stachelschweinen und Senftöpfchen

Moritz Freiherr Knigge war noch nicht geboren die Eheleute Fred und Alexandra Kassen hatte 1955 in Schwabing die Künstlerkneipe „Stachelschwein“ gründeten, die als Keimzelle der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ gilt. Die Kassens zog im 1959 zogen die Kassens nach Köln und gründeten dort das erste Kabarett. Das bis heute eines der bekanntesten Deutschlands ist. Die Liste der dort aufgetretenen Künstler *innen, liest sich wie das Who is Who der Deutschen Kabarettszene: Von Goldfinger Gert Fröbe, der Düsseldorferin Lore LorentzErnst Stankowski, Scheibenwischer Dieter Hildebrandt, Boxer Werner Schneyder, der Stimme des Niederrheins Hanns Dieter Hüsch waren alle, die Rang und Namen hatten und haben: Wie Anka Zink, Tina Teubner, Konrad Beikircher, Manfred Lütz  oder Lisa Eckhart

Ein Knigge in Köln

12.00h Mittags. Was klingt wie ein Western ist in Wirklichkeit der High Noon von Moritz Freiherr Knigge an einem Sonntag in November. Premiere im „Senftöpfchen“. Knigges Programm heisst „Who the Fuck is Knigge“. Das hört sich martialischer an als er ist, der Knigge. In seinem Programm – das im „Senftöpfchen“ als kabarettistisches Gruppen-Coaching angekündigt wird macht deutlich, was es mit seinem Ärger auf sich hat.

Er ärgert sich, dass der alte Knigge immer wieder auf Benimmregeln reduziert wird. Dabei  hat dieser viel mehr im Sinne als erfolgreich Hummer zu knacken. „Ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben, ohne offene Arme nicht.“ Sagt Moritz Freiherr Knigge mit einem Tonfall, der deutlich macht, dass ihm das gute Miteinander etwas bedeutet. Dass er keine Lust hat gute Manieren als Abgrenzung gegenüber Banausen zu instrumentalisieren und nichts mehr verabscheut als arrogantes Verhalten und Standesdünkel.

Knigge & Pippi Langstrumpf

Die folgende Geschichte soll Moritz Knigge auch andernsorts schon anders erzählt haben. Da kam die Hauptdarstellerin aus Düsseldorf. Doch Knigge weiss wo er ist. Da kommt Düsseldorf nicht so gut, aber Porz umso besser.  Der Künstler braucht sein Publikum, das Publikum braucht das Gefühl abgeholt zu werden. Was aber beide brauchen,. sind die schönen Geschichten , die das Leben schreibt: 

In Köln-Porz . Da gibt es einen großen Veddelszoch. Mit Wagen, Kostümen, Kamelle und Jux und Dollerei. Da fährt auch der Kollege Guido Cantz mit. Der kommt nämlich aus Porz und Spaß versteht der ja auch. So ne richtige rheinische Frohnatur, der Guido. Und wissen se, wer auf dem Zooch mitgefahren ist? Ich. Als Karnevalsprinz. Echt. Wir erdverwachsenen Niedersachsen verstehen nämlich auch Spaß. Ehrlich. Ja, sie lachen…Sehen se!

Als Prinz muss man sich ja ein bißchen rausputzen, Hütchen richten und für den richtigen Teint sorgen. Vornehme Blässe. Standesgemäß. Darum gehe ich immer vorher zu DM und besorge mir dieses weisse Wangenpuder. Und wissen Sie, wer im Drogeriemarkt arbeitet? Pippi Langstrumpf. Kein Witz! An der Kasse. Ich stehe in der Schlange bin als nächster dran: Vor mir ein Mann verkleidet als „Schlechte-Laune-Bär“. Ich-Mensch-Du–Mensch Spiel, Fehlanzeige. Eher dieses andere: ICH–MENSCH–DU–LUFT–SPIEL: Kein Hallo, kein Danke, kein Bitte, kein Tschüss zu Pippi! Nix, nada, niente!

Und die Moral von der Geschicht‘?

Und was macht Pippi, die„Gute-Laune-Bärin“? Lässt sich nicht runterziehen, sondern legt dem schlechte-Laune-Bär eine Luftschlange um den Hals und sagt: Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen noch. Der schlechte-Laune-Bär tappst davon. Keine Reaktion. Nix, nada, niente! Und was macht Pippi? Dreht sich mit ihren roten Zöpfen zu mir und lächelt: „Och, hat er mich wohl nicht gehört!   Meine Pippi Langstrumpf, denke ich: Malt sich die Welt so, dass sie uns gefällt.

Das gefällt mir! In Köln, Düsseldorf oder Hannover. 
Gerne wieder im Senftöpfchen. 

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