Was ist da los? Gott sei Dank hat es nicht mich erwischt! Wenn die anderen nichts tun, wird es schon nicht so schlimm sein! Wenn ich mich da einmische, was habe ich zu befürchten? Man liest so viel, wer weiß vielleicht haben die ja ein Messer mit! Vielleicht eskaliert die Situation ja dann noch mehr! Ist das Opfer überhaupt ein Opfer oder sogar der Auslöser? Kennen die sich? Vielleicht sind das auch Junkies oder so! Wenn ich was mache, hilft mir jemand? Wann kommt bloß die nächste U-Bahn-Haltestelle? Ich wollte doch nur in die Stadt fahren, und nun muss ich mich hier in der Öffentlichkeit beweisen! Ich könnte ja auch die Polizei anrufen? Hoffentlich spricht mich jetzt niemand an, um da einzuschreiten! Und was soll ich überhaupt machen? Reden hilft ja eh nichts, und mit meinen Fäusten kann ich nicht umgehen, die lachen mich doch aus!

Hier muss doch irgendjemand sein, der weiß, wie man mit so einer Situation umgeht! Der Wagen vor mir ist ja auch weiter gefahren, der hat bestimmt die Polizei gerufen! Das sieht ja völlig unwirklich aus, das kann doch gar nicht sein! Und wie soll ich denen helfen, mein Erste-Hilfe-Kurs liegt Jahre zurück, und was, wenn die schon tot oder schwer verletzt sind, nein, das ertrage nicht!

So oder ähnlich läse sich das Chaos, das innerhalb von Sekundenbruchteilen ohne Punkt und Komma in unserem Gehirn zu toben beginnen würde, wenn wir bei einer kritischen Situation in einer U-Bahn säßen oder auf der Landstraße unterwegs wären. Lassen Sie uns versuchen, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen und dem Wesen unseres Schweinhundes auf die Schliche zu kommen. Machen wir uns noch einmal klar, dass Schweinehunde ihre Existenz einzig und alleine dem Umstand zu verdanken haben, dass wir wissen, dass ein Leben ohne sie dem Leben mit ihnen vorzuziehen ist. Und so lange möglichst viele Menschen in unserer Gesellschaft noch mit ihren Schweinehunden ringen, ist es um uns nicht allzu schlecht bestellt.


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