Einladungen Knigge Feiern
Einladungen sollen Spaß machen.

Gloria von Thurn und Taxis hatte sich zum sechzigsten Geburtstag ihres Mannes Johannes etwas ganz Besonderes ausgedacht: ein großes Fest im Rokokostil. Natürlich auch die Einladungen. Gastgeber, Gäste, Jung und Alt wurden angehalten, den Familiensitz der Thurn und Taxis für einen Tag in die frivolen Pastelltöne des frühen 18. Jahrhunderts zu tauchen, die Luft mit Puder zu erfüllen und die schrillen Perücken und „Schönheitspflästerchen“ wieder zum Leben zu erwecken.

Richtig schöne Einladungen

Und so rieselte für einen Tag in der adligen Residenz in Regensburg Puder von den Decken der herrschaftlichen Gemächer und bestäubte die falschen Perücken, während sich ihre Träger schützend ein Tuch vor das Gesicht hielten. Heerscharen von männlichen und weiblichen Gästen in zarten Seidengewändern, wuchtigen Reifröcken, Spitzenmanschetten, Fächern und Fischbeinmiedern machten das rauschende Fest zu einem Traum in Apricot, Pistazie und Flieder. Unvergessen auch die eigenmächtige Umdichtung einer Arie aus dem „Don Giovanni“ zu Ehren des Geburtstagskindes. So etwas hatte das ehemalige Kloster St. Emmeram wahrlich schon lange nicht mehr gesehen!

Feste feiern

Damals noch als „High-Society-Göre“ eher dem Motto „lieber Feste feiern, als feste arbeiten“, zugetan, zeigten sich bei Hausherrin Gloria bereits damals erste Anzeichen für ihre heutige Reputation als seriöse Verwalterin des Familienerbes und erfolgreiche Geschäftsfrau: Ihr Talent als kreative Eventmanagerin und gute Gastgeberin hatte sie im Rahmen dieses einzigartigen Kostümfestes ja bereits beeindruckend unter Beweis gestellt.

Nun haben selbstverständlich die wenigsten von uns die Möglichkeit, ein herrschaftliches Anwesen (das zur damaligen Zeit allein über eine halbe Million Euro an Unterhalt verschlang), für einen Tag in ein Lustschloss aus dem 18. Jahrhundert zu verwandeln, glitzernde Spiegelkabinette und reich verzierte Kronleuchter inklusive. Das sollte uns jedoch nicht daran hindern, selbst Gäste zu beherbergen und liebe Menschen in unsere Mietwohnung einzuladen! Kurz: Feiern wir die Feste, wie sie (ge-)fallen! Ob mit Nudelsalat und Flaschenbier oder mit Gänsestopfleber und Sauternes.

Ein angenehmer Gast! Ein wunderbarer Gastgeber! – Wie sichere ich mir solche Komplimente?

Ein altes Sprichwort sagt: „Ein Fisch und Gast halten sich beide nicht gut länger als drei Tage im Hause.“ Bis also der Fisch in der Pfanne und der Gast wieder auf der Straße gelandet sind, können gut 72 Stunden vergehen. Um den Fisch müssen wir uns in diesem Zusammenhang nicht weiter kümmern, der liegt im Kühlschrank und macht keine Probleme. Aber Gast und Gastgeber? Die müssen miteinander auskommen.

Beide Rollen sind uns in der Regel vertraut, doch nicht immer ist die Aussicht auf 72 gemeinsame Stunden ein Grund, zu Jubelsprüngen anzusetzen. Denn obwohl die Gastfreundschaft immer wieder in höchsten Tönen gelobt wird und als unabdingbare Tugend für das Gelingen der zwischenmenschlichen Beziehungen ins Feld geführt wird, scheint sie insbesondere in unseren Breitengraden ein Schattendasein zu fristen. Da wird, kurz nach der Rückkehr aus dem Türkei-Urlaub, den Freunden am Telefon in einem Atemzug die unbeschreibliche Gastfreundlichkeit der Türken geschildert und gleichzeitig mitgeteilt: „Ihr könnt gerne nächstes Wochenende zum Diavortrag vorbeischauen, aber eine Übernachtung bei uns ist doch schwierig, weil wir darauf nun gar nicht eingerichtet sind.“

Möglicherweise bin ich in Bezug auf die Gastfreundschaft ja ein wenig übersensibilisiert, weil ich in einem Elternhaus groß geworden bin, in dem die Bezeichnung „Haus der offenen Tür“ wirklich Geltung beanspruchen durfte und noch immer gilt. Egal, wie voll es war, egal, wer wie auf Besuch eingerichtet war, untergebracht haben wir immer noch alle Gäste. Und ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu dürfen, dass sich unsere Gäste immer sehr wohl fühlen.

Warum das so ist, und auf welche Weise es uns allen gelingen kann, nicht länger den jeweiligen Kulturkreis, die Größe unserer Räumlichkeiten, die Menge an Bettdecken, die Fülle des Kühlschrankes, unseres Portemonnaies oder andere – verzeihen Sie – Ausreden zu bemühen, das möchte ich nun versuchen zu illustrieren. Warum sollte es uns nicht möglich sein, dem vorbildlichen Verhalten jener mongolischen Familie aus den Plattenbauten in Ulan Bator nachzueifern, bei der ein Bekannter von mir über eine Woche wohnen und essen durfte, ohne einen Cent bezahlen zu müssen? Vielmehr als einige grundlegende Regeln sind hierfür nun wirklich nicht nötig:

 

  • Wer seinen Gästen ein Freund sein will, der setzt weniger auf Glanz und Gloria als auf die eigene Freude daran, dem anderen seine Tür mit der größtmöglichen Selbstverständlichkeit zu öffnen.

 

Konkurrieren Sie nicht mit den Annehmlichkeiten von Luxushotels. Das erwartet – außer Ihnen – niemand! Sie haben nicht genug Bettzeug? Dann fragen Sie bei Freunden oder bitten Ihre Gäste, selbst etwas mitzubringen. Sie haben keine Lust, jeden Tag etwas Gelungenes auf den Tisch zu zaubern? Dann kochen Sie doch zusammen oder bestellen eine Pizza. Sie wollten heute Abend Ihren Lieblingsfilm im Fernsehen schauen? Tun Sie sich keinen Zwang an, ein gemeinsamer Fernsehabend ist doch etwas Schönes. Und wer lesen will, kann das auch tun!

 

  • Es gibt keine Verpflichtung zur Rundumversorgung.

 

Wer hätte denn behauptet, dass Sie die gesamte Zeit mit Ihren Gästen verbringen müssen? In der Regel haben Sie es doch mit erwachsenen Menschen zu tun, die auf eigene Faust einen Stadtbummel, Museumsbesuch oder Spaziergang unternehmen können. Wer selber schon einmal Gast war, der weiß solche Freiräume zu schätzen. Ein wenig Unterstützung schadet ja nichts. Schließlich kennen Sie sich in Ihrer jeweiligen Umgebung am besten aus. Suchen Sie im Vorfeld einfach Sehenswürdigkeiten, nette Kaffees, Boutiquen heraus, und einen Stadtplan haben Sie sicher auch im Haus!

 

  • Die Kunst des guten Gastgebers liegt in der Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen und seine Erwartungen eindeutig zu formulieren.

Einladungen zum Wohlfühlen

Wer immer wieder von den Gästen gefragt wird, ob sie dieses oder jenes dürften, wo denn dieses oder jenes zu finden sei, und ob es in Ordnung sei, dass man sich diesen Abend mit anderen Freunden treffen wolle etc., der hat bereits im Vorfeld versäumt, die Grundlagen der gemeinsamen Zeit und die damit verbundenen Freiräume zu klären. Wer sich selbst die Rolle der strengen Gouvernante auferlegt, die sich für alles zuständig wähnt und überall den Daumen drauf hat, der muss sich nicht wundern, wenn er sich am Ende der gemeinsamen Zeit – meistens jedoch schon vorher – wie gerädert fühlt und auf ein baldiges Verschwinden der Gäste hofft. Trotzen Sie diesem Kontrollwahn! Öffnen Sie Ihren Gästen Ihr Reich, gestatten Sie ihnen, sich so frei wie möglich zu bewegen, und Sie werden sehen, auch Sie selbst bewegen sich mit der gleichen Selbstverständlichkeit.

 

  • Lassen Sie Ihre Gäste etwas zum Gelingen des gemeinsamen Beisammenseins beitragen.

 

Ihr Freund Markus kocht gerne? Bestens. Zeigen Sie ihm, was der Kühlschrank hergibt, wo Besteck, Geschirr und Küchengeräte zu finden sind. Und auf geht’s! Ihre Freundin Esther ist Kunsthistorikerin und hat die Picasso-Ausstellung noch nicht gesehen? Prima! Was stünde einer privaten Führung noch im Wege? Esthers Mann Paul ist technisch versiert? Na endlich! Vielleicht hat er ja mal Lust, einen Blick auf die defekte Stereoanlage zu werfen. Jeder Gast schätzt es, sich bei Einladungen einzubringen, sich nützlich zu machen und Ihnen über die mitgebrachten Blumen oder Pralinen hinaus seine Dankbarkeit zu demonstrieren. Verurteilen Sie also Ihre Gäste bitte nicht zum Nichtstun, sie werden es Ihnen danken!

Die Schneiders bleiben immer zwei Tage länger als angekündigt? Die Merkelkamps tun keinen Handschlag? Die Hubers können sich nicht für zwei Minuten selbst beschäftigen? Aber Sie haben dennoch alle gern um sich? Nun, dann hilft nur ein offenes Wort. Wie sollen Schneiders, Merkelkamps oder Hubers etwas an ihrem Verhalten ändern, wenn Sie während ihres Aufenthaltes zwar die Faust in der Tasche ballen, aber Ihr Unbehagen nicht äußern und stattdessen die Sekunden zählen, bis die ungeliebten Gäste wieder das Haus verlassen?

 

  • Schlüpfen Sie in die Rolle der Herbergseltern aus den Landheimen Ihrer Kindheit, und verkünden Sie bestimmt, aber freundlich die Hausordnung für die kommenden drei Tage.

 

Erklären Sie Ihren Gästen, was Sie von Ihnen erwarten. Ob es Ihnen gelingt, sich und Ihren Gästen die größtmöglichen Freiräume zu gewähren und für transparente gegenseitige Rechte und Pflichten zu sorgen, dafür gibt es aus meiner persönlichen Erfahrung mit Einladungen übrigens einen äußerst geeigneten Gradmesser: Es ist die Art und Weise, wie wir auf Überraschungsbesuche reagieren.

 

  • Je weniger Gedanken Ihnen beim Anblick des unangekündigten Besuches durch den Kopf rasen, warum es nun gerade so gar nicht passt, desto näher kommen Sie dem Ideal des idealen Gastgebers.

 

Je eher Sie Ihre Überraschungsgäste mit einem ebenso herzlichen wie ernst gemeinten „Das ist ja eine schöne Überraschung!“, begrüßen, desto wahrscheinlicher wird der gelungene Aufenthalt – für beide Seiten. Und für Essen ist ja gesorgt: Der Fisch liegt schon im Kühlschrank!

Eines möchte ich den Gästen im Übrigen ganz explizit raten, um des lieben Friedens willen: Sie können vergessen, zu Einladungen ein Geschenk mitzubringen, Sie können Ihren Aufenthalt um einen Tag verlängern oder mit Verständigungsschwierigkeiten kämpfen wie mein Bekannter in Ulan Bator, eines sollten Sie jedoch nicht versäumen:

 

  • Halten Sie Augen und Ohren offen, um sich ein Bild von den Gepflogenheiten im gastgebenden Haushalt zu machen.

 

Oder heißen Sie Schneider, Merkelkamp oder Huber? Noch etwas: Wechseln Sie beizeiten die Rollen! Gute Gastgeber sollten gern gesehene Gäste sein …

„Wir freuen uns auf Samstag!“ – Einladen und eingeladen werden

„’Wir müssen eine Gesellschaft geben, wir sind es dem und dem und jenem schuldig’, sagt die Frau Kommerzienrätin. Sie ist es verschiedenen Bekannten, ‚schuldig’, sie einzuladen, weil diese sie eingeladen haben; aus diesem Grunde erfolgt die Einladung an Hauptmann A.s, Dr. B.s, Kapellmeister C.s, Assessor D.s u.s.w.’“ Für Marie Calm standen in ihrem Buch „Die Sitten der guten Gesellschaft. EinRatgeber für das Leben in und außer dem Hause“ aus dem Jahre 1886 bezüglich der Einladung zwei Fragen im Mittelpunkt ihrer Betrachtung über die Sitten der guten Gesellschaft:

 

  1. Wen sollten wir einladen?
  2. Wie sollen wir einladen?

 

Und natürlich freuen auch wir uns nicht immer – wie in der Überschrift suggeriert – auf Samstag. Da die Benimmliteratur jedoch nicht nur im ausgehenden 19. Jahrhundert, sondern auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausreichend Empfehlungen bereithält, mit den Aspekten „Müssen“ und „Sollen“ zurechtzukommen, die sich rund um offizielle Einladungen ergeben, behalte ich mir vor, mich mit dem Aspekt des „Wollens“ zu beschäftigen (ohne dem naiven Glauben anzuhängen, mich damit des „Sollens“ für alle Zeiten zu entledigen).

Für alle also, die ohnehin keinen Hauptmann im Bekanntenkreis haben oder den Kapellmeister nicht zu ihrem Geburtstag, ihrer Hochzeit, der Taufe ihres Kindes oder zu einer zünftigen Karnevalsfeier einzuladen gedenken, sind die folgenden Zeilen gedacht. Für alle, die nicht wissen, dass ein Brunch zwischen elf und zwölf Uhr beginnt oder die dritte Druckzeile einer persönlichen offiziellen Einladung mit einem „zu“ beginnt, dem seien die Seiten 78 ff. aus Franziska von Aus „Der neue Knigge“ ans Herz gelegt. Für mich stehen hingegen zwei Fragen im Mittelpunkt der Betrachtung:

 

  1. Wen wollen wir einladen?
  2. Wie wollen wir einladen?

 

Wie soll man sich auf Samstag freuen, wenn man nicht einmal weiß, was man selber will? Bevor wir also unsere Einladungen an den sogenannten sozialen Zwängen ausrichten und darüber nachdenken, ob wir Natascha und Johannes einladen, weil „die uns schließlich auch zu ihrer Hochzeit eingeladen haben“, oder Sascha doch Bescheid sagen, „obwohl der selbst nie einlädt“, wäre es doch hilfreich zu überlegen, wen wir auf jeden Fall dabei haben wollen, aus welchen Gründen auch immer!

Ich halte mich diesmal mit meinen Antworten zurück. Das hat seine Gründe. Denn manchmal sprechen die Dialoge und inneren Monologe im Vorfeld einer Einladung für sich. Hören wir doch einmal rein. Und vielleicht wissen wir dann für die nächste Einladung, was wir und unsere Gäste wirklich wollen …

„Wie soll man sich auf Samstag freuen, wenn man nicht weiß, ob man eingeladen wird? Wollen die mich vielleicht nicht dabeihaben? Nur weil ich das letzte Mal nicht abgesagt habe, weil ich auf meinen eigenen Geburtstag nicht viel gebe, weil ich enttäuscht war, nicht Taufpate geworden zu sein und das auch deutlich zum Ausdruck gebracht habe oder meine Flasche Sekt als Mitbringsel nicht gut angekommen ist? Keine Ahnung! Wird wahrscheinlich eh wieder ein ‚gesetztes Essen’. Ich habe aber keine Lust, mich bei Einladungen wieder mit wildfremden Leuten zu unterhalten, und außerdem stehe ich nicht auf diesen Pünktlichkeitsterror. Vielleicht ist Johannes ja immer noch sauer, dass ich die Hochzeit damals abgesagt habe und ihm am selben Tag auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, um zu fragen, ob er am Abend Lust hätte, um die Häuser zu ziehen. Mein Gott, das kann doch mal passieren! Der hat aber auch ein Elefantengedächtnis! Na, mal schauen, vielleicht gehe ich ja trotzdem hin; ich rufe mal Mattes an, möglicherweise hat der ja Lust mitzukommen, der kennt die Uli ja auch noch von früher!“

„Jetzt haben wir René und Nina vergessen! Mist. Die Einladungen sind schon raus. Aber ich fände es schon schön, wenn die beiden kämen. Weißt Du was, ich schreibe ihnen einfach eine SMS.“ „Also, eine Einladung zu einer Hochzeit per SMS habe ich auch noch nie bekommen! Eine schriftliche Einladung zu einem solchen Anlass halte ich schon für angemessen.“ „Merkwürdig, finde ich auch, aber das soll uns nicht davon abhalten, trotzdem hinzugehen, was meinst Du?“

„Jetzt beeil Dich mal, es ist schon zwanzig nach!“ „Ja und? Auf der Einladung steht doch ab 20.00 Uhr.“ „Ja, kann schon sein. Ich habe aber mit Astrid im Vorfeld gesprochen, die hat extra etwas zu essen vorbereitet. Wenn da jetzt alle im Abstand von zehn Minuten ankommen, ist das doch auch blöd!“

„Natürlich machen wir eine Tischordnung! Sonst hängen doch eh immer dieselben Leute zusammen! Katrin und Robert?“ „Das würde passen!“ „Konrad und Jessica“? „Die sehen sich ohnehin jeden Tag. Setzt doch Konrad neben Tanja, sie stramme Karrierefrau, er freischaffender Künstler, das könnte interessant werden.“ „Kasper setzten wir auf jeden Fall zu Susanne, die kennen sich nicht, fahren aber beide Motorrad!“

„Heute hat Frau Schäfer angerufen und sich für die Einladung bedankt, die Ackermanns haben uns einen kurzen Brief geschrieben, können aber leider nicht kommen. Er ist geschäftlich in Düsseldorf. Aufsichtsratssitzung glaube ich. Und Peter und Marlies kommen höchstwahrscheinlich ein wenig später, melden sich aber noch mal.“

„Ich bin echt stinksauer! Jedes Mal haben wir die beiden eingeladen. Taufe von Carlotta, Taufe von Linus, zu unserer Hochzeit, zu unseren Geburtstagen. Und jetzt? Feiern die angeblich im kleinen Kreis. Dabei kommen über 70 Gäste; das hat Lothar mir gesteckt. Ich bin schon enttäuscht genug, dass wir nicht eingeladen sind, aber die Ausrede kleiner Kreis’ macht mich richtig wütend!“

„Also, so langsam hätte ich schon gerne eine Einladung! Ist die Hochzeit nicht schon nächsten Monat?“ „Schon, aber wir wissen doch, wer wo heiratet, was wir schenken und dass Du Trauzeuge bist …“

„Ein bisschen überkandidelt ist die Karte schon, oder? Hört sich ja an wie die Einladung zur Trauung des englischen Thronfolgers. Nun gut, immer noch besser als diese lieblose unpersönliche Karte, die Saskia und Mario letztes Jahr verschickt haben. Aber da standen wenigsten alle wesentlichen Fakten drauf: Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, zeitlicher Ablauf und erwünschte Kleidung. Bei Kati und Olli kannst Du Dir wieder alles selbst zusammenreimen! Was soll das überhaupt heißen, ‚smart casual’? Ich rufe die beiden einfach mal an.“

„Also, gibt es jetzt heute Abend was zu essen, oder müssen wir sogar wieder unsere Getränke selbst mitbringen? Ich bin ja froh, dass uns Rudi nicht noch für seine erhöhten Stromkosten zur Rechenschaft zieht …“

„Ich bin es, Marianne. Du Uli, ich wollte mich nur noch mal ganz herzlich für den schönen Samstagabend bedanken. Deine Einladungen sind die besten. Entschuldige noch mal, dass wir erst so kurzfristig zusagen konnten. Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut, dabei gewesen zu sein. Rolf und ich haben uns ganz köstlich amüsiert. Peter und Karin sind ja wirklich ganz reizend. Schön, dass wir die beiden mal kennengelernt haben, das war ja eine gute Idee mit der Tischordnung. Und das Essen war wie immer wunderbar. Aber dass der Mike tatsächlich einfach vorbeikommt und dann auch noch den Mattes mitschleppt, das ist wirklich ohne Worte. Der hat den Knall offenbar nicht gehört …“

 

Weitere Informationen:

#fragknigge: Gibt es Anlässe bei denen ich etwas schenken muss , Moritz Knigge?
#fragknigge: Warum machen wir uns Geschenke, Moritz Knigge?
Knigge über Kleidung
https://de.wikipedia.org/wiki/Moritz_Freiherr_Knigge