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Knigge Maß

Gefühle

Gefühle sind immer und überall. Sie bestimmen unser Denken und Handeln. Wie wir mit Ihnen umgehen entscheidet. Am besten so, dass möglichst viele ein gutes Gefühl haben! Weil Kopf und Herz, weil Vernunft und Gefühl in einer komplexen Wechselwirkung stehen, wird der richtige Umgang mit Emotionen zum Schlüsselfaktor erfolgreichen wirtschaftlichen Handelns und garantiert Vorsprung durch Gefühl. Heute und in Zukunft. Nach der kognitiven Wende ist es Zeit für eine motionale Wende. 

Wechselwirkung von Vernunft und Gefühl

Nun mag der eine oder andere geistesgeschichtlich Gebildete unter Ihnen sagen: Wechselwirkung zwischen Vernunft und Gefühl? Das ist doch nix Neues! Stimmt. Während Platon noch vom “Dämon der Gefühle” sprach, war der Blick des Kollegen Aristoteles wohlwollender, was unseren Gefühlshaushalt betraf: “Der Mensch besteht aus zwei Teilen: Geist und Sinnlichkeit. Und die Vernunft hat für Ordnung zu sorgen, jedoch ohne die Gefühle zu unterdrücken” Stimmt. So steht es geschrieben. Aber Papier ist geduldig und Aristoteles seltener Gast in Vorlesungen und Trainigs für angehende oder gestandene Kaufleute. 

Nicht unterdrücken, nicht zum Spielball werden

Wer sich zum Spielball seiner Emotionen macht, der wird es nicht weit bringen, um dessen Gleichgewicht ist schnell geschehen. Wer seine Gefühle dagegen unterdrückt, der verdrängt einen Teil seiner Identität ins Unterbewusste. Dort lagern die eigenen Gefühle jedoch ungefähr so sicher wie Atommüll im Salzbergwerk Asse. Irgendwann brechen sie wieder durch, meistens in Extermsituationen, und das ist weder gut für einen selbst noch für andere.

Wenn wir davon ausgehen, dass es zu unserer menschlichen Identität gehört, uns sowohl als emotional als auch als vernünftig zu erleben, haben wir schon einmal die beiden entgegensetzten Pole, zwischen denen sich unser Gleichgewicht einpendeln sollte. Doch unser Handeln ist oft auf Begierden ausgerichtet, die nicht unbedingt als vernünftig gelten können. Die Befriedigung der Begierden wird jedoch als grundlegende Voraussetzung für das gesamte System erachtet.

Nachholbedarf an Gefühl und Vernunft

Vor lauter Ratio haben Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspraxis noch einigen Nachholbedarf in Sachen Gefühl. Zu dominant war die Vernunft in den letzten Jahrhunderten. Unseren Gefühlen wurde wenig Aufmerksamkeit zu Teil. Sie sollte schweigen oder büßen: “Wer nicht hören will, muss fühlen.” Fühlt sich nicht gut an. Dann doch lieber: “Wer denken will, muss fühlen.” Vernunft und Gefühle gehören zusammen wie Topf auf Deckel, wie Arsch auf Eimer. Wer meint die eine gegen die anderen ausspielen zu können, hat schon verloren. Zusammen wird eine Schuh draus. Gefühle sind immer schon da, wie wir mit ihnen umgehen entscheidet. 

Der Homo Oeconomicus würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er noch leben würde. Jenes rational handelnde Menschlein, dem ich als CFO meine Bilanzen anvertrauen, aber nicht in meiner Freizeit begegnen möchte. Die Regale sind voll mit Produkten, die so mit Gefühl aufgeladen sind, dass die Vernunft nicht mal mehr den Kopf schütteln kann. Glückliche Kühe, Schweine, Hühner und grüne Wiesen, vor Holzmühlen auf unseren Lebensmittelpackungen, schnieke Autos auf leeren Straßen, Alt und Jung an menschenleeren Strassen, Freiheit geniessende Raucher locker und entspannt das Leben geniessend, 400 Euro für zerrissene Jeans auch ohne New York. Freude, Status, Freundschaft, Zufriedenheit und Unsterblichkeit, die Werbung macht es vor. Konnten man in der Vergangenheit potenzielle Kunden noch mit langen Texten von den Vorzügen der eigenen Produkte überzeugen, zählt heute das gute Gefühl, das sich Bruchteilen von Sekunden einzustellen hat und nicht erst nach Lektüre. Mitten ins Herz statt in die Rübe. Wen interessieren die besseren Argumente, wenn das gute Gefühl schon den Körper durchflutet?

Wie entsteht das gute Gefühl?

Doch wie stellt man das her, dieses gute Gefühl? Wie gewinnt man Menschen im Unternehmen, mit Freude und Leidenschaft hart dafür zu arbeiten, dass Menschen außerhalb des Unternehmens wie von Zauberhand bereitwillig Ihre Portemonnaies öffnen? Nun, am Besten in dem man von denen lernt, die wissen, wie man mit Gefühlen so umgeht, dass möglichst viele ein gutes Gefühl haben. Und so möchte ich Sie ganz herzlich einladen auf eine Reise auf der wir Menschen und Unternehmen besuchen werden, die bewiesen haben, dass sie erfolgreich mit Emotionen umzugehen verstehen. Auf eine Reise, die uns unter anderen in die Chef–Redaktion der BILD, die Kreativwerkstätten führender Werbeagenturen, ins Büro des Aubildungsleiters von Bundeligaschiedsrichter, in die Forschungabteilungen führender Universitäten ebenso führen wird, wie ins Silicon Valley, zu Mittelständlern ins Sauerland, in Fernsehstudios und hinter die Kulissen von Theaterbühnen, Verlagen und Musikproduktionen. Zu all jenen Menschen und Teams die hart daran arbeiten, es Menschen so leicht wie möglich machen mit einem guten Gefühl ihre Produkte zu erwerben und weiterzuempfehlen.

Steht alles Kopf?

Lange haben sich Menschen kaum systematisch mit Gefühlen befasst, in 1970er Jahren wurde das Konzept Paul Ekmanns populär, weil Ekman dadurch Licht ins chaotische Dunkel der Gefühle brachte, weil er sie zu fünf Basisemtionen zusammenfasste und so ein handhabbares Destillat schuf: Wut, Freude, Angst, Ekel, Kummer. Erst 2016 brillant von den Meistern der Animation “PIXAR” in Szene gesetzt. In “Alles steht Kopf” führen die Basis-Emotionen Regie im Kopf eines pubertierenden Mädchens. Das ist so wunderbar erzählt und so quietschbunt in Szene gesetzt, das sich Kritik verbietet und doch brauchen wir weiterführende Antworten. Das hat einen einfachen Grund: Befinden doch Sie und Ihre Kunden sich bereits in einem nachpubertären Stadium ihrer Entwicklung. Daher bin ich so frei den Pubertierenen die langweiligen erwachsene Geschwister Ethos und Vernunft zur Seite stellen.

Selbstbeherrschung als Bedingung für Zügellosigkeit

Schwester Marktwirtschaft tut zwar immer so vernünftig, dient aber am Ende recht affektiv der Bedürfnisbefriedigung. Was auch immer die Bedürfnisse sein mögen. Was vernünftig ist, entscheiden alleine die Marktteilnehmer. Um die optimale Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu erreichen, wird aber gleichzeitig von ihnen verlangt, dass sie die eigenen Affekte und Emotionen in höchstem Maße kontrollieren. Wer sich für höchste Weihen qualifizieren will, der muss sich im Griff haben. Wer sich am oberen Ende der Leiter den Zugriff auf ein Leben in Saus und Braus sichern will, der sollte seinen Gefühlen alles andere, nur keinen freien Lauf lassen. Disziplin und Selbstbeherrschung als Bedingung für Zügellosigkeit.

Kontrolle als Voraussetzung für den Affekt. Das klingt paradox, ist aber so. Die Wirtschaft verfügt über einen äußerst interessanten Rationalitätsbegriff: Rational – also vernünftig – ist das, was bei geringstem Einsatz den höchsten Ertrag verspricht. Was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird maximiert. Höher, schneller, weiter und größer! Wenn wir in Deutschland im Restaurant von einem guten Preisleistungsverhältnis sprechen, dann meinen wir in der Regel große Portionen zu einem geringen Preis. Wenn wir heute davon sprechen, es mittlerweile mit einer Ökonomisierung aller Lebensbereiche zu tun zu haben, dann verbirgt sich dahinter die Idee eines Riesenschnitzels, das über den Teller lappt. Immer und überall.

Die Logik des Riesenschnitzels

Warum weniger, wenn auch mehr geht? Wäre doch bescheuert. Eine Mäßigung ist in der Marktwirtschaft schlicht nicht vorgesehen. Damit eine Gesellschaft im Gleichgewicht bleibt, muss sie der ökonomischen Riesenschnitzel-Logik jedoch etwas entgegensetzen. Aber was? Wirtschaft ist auf Wachstum ausgerichtet. Wer dazu beiträgt, sorgt für Riesenschnitzel, wer viel verdient, zahlt viel Steuern und sorgt für die Schnitzel derer, die nichts verdienen. Wer viel konsumiert, sichert Arbeitsplätze, damit die, die von seinem Konsum leben, sich ebenfalls Schnitzel leisten können. Wer ist denn hier der Verantwortungslose? Der, der gegen Konsumterror wettert, oder der, der mithilft, dass alles wächst und gedeiht? Supersize us!

Wer sich nicht bremst, der wird ausgebremst. Wer dem Markt alles überlässt, der darf sich nicht wundern, dass alle die größten Schnitzel wollen, wer den Markt ersetzen will, nicht, wenn es keine Schnitzel mehr gibt. Das Leben ist voller Widersprüche, so wie wir selbst, das sollte man nicht vergessen, bevor man mit Moral- oder Erfolgskeulen wedelt. 

Nur son Gefühl.

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