Der Zweck heiligt die Mittel! Die Maxime derjenigen, die Erfolg über alles stellen. Die mit Begriffen wie wahr und gut, richtig und falsch, moralisch und unmoralisch herzlich wenig anfangen können. Nützlich, das hört sich besser an. Erlaubt ist, was dem Erfolg dient. Verantwortung wird durch Erfolg ersetzt. Verantwortungslos sind die Erfolglosen, verantwortungsbewusst die Erfolgreichen. Punkt. Erfolgreich sind die, die Geld verdienen. Je mehr desto besser, je weniger, desto verantwortungsloser.

Erfolg über alles! Auf den Punkt gebracht hat diese Ansicht Milton Friedman, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften und marktliberaler Vordenker: „Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Unternehmern besteht darin, ihre Gewinne zu maximieren.“ Eigentum verpflichtet. Jedoch nur dahin gehend, solches zu erwerben. Da haben wir sie wieder, die gute, alte Arbeitsteilung: Wir kümmern uns um unseren Kram, alles andere geht uns nichts an.

Eine derart eingeschränkte Vorstellung von Verantwortung kann nicht folgenlos bleiben. Wenn nichts anderes zählt als ein die Mittel heiligender Zweck, dann kann einen die eindrucksvolle Liste, die wir aus dem „Schwarzbuch Markenfirmen“ zusammengestellt haben, nicht wirklich verwundern: Kartellbildung, Preisabsprachen, Unterschlagung, Betrug, Falschbilanzierung, Geldwäsche, hohe Managementgehälter trotz Misserfolg, keine nachhaltigen, sondern kurzfristige Erfolgsindikatoren, Insiderhandel, Produktpiraterie, Industriespionage, Missstände in den Zulieferbetrieben, Finanzierung von Bürgerkrieg und Waffenhandel, Kooperation mit autokratischen Regimen, Preisdruck auf Zulieferer, Ausbeutung von Angestellten, Verletzung von Gewerkschaftsrechten, Importe von Rohstoffen aus Kriegsgebieten, sexuelle, rassistische und religiöse Diskriminierung, lebensgefährliche Vernachlässigung von Sicherheitsstandards, Kreditvergabe für unethische Projekte, Spekulationsgeschäfte auf Kosten hoch verschuldeter Länder, Kinderarbeit, Lobbying gegen Klimaschutzmaßnahmen und Verbesserung von Arbeitsbedingungen, Verweigerung von Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente, Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, wiederholte Verstöße gegen zulässige Emissionswerte oder die Vertreibung und Zerstörung von Lebensgrundlagen.


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