Bei seiner Jungfernrede als Abgeordneter des britischen Parlaments erschien Benjamin Disraeli in purpurnen Beinkleidern und mit einem unübersichtlichen Gewirr von goldenen Ketten auf seiner samtenen Weste. Das Gelächter im ehrwürdigen Hause war groß, und Lord Melbourne ließ es sich nicht nehmen, höhnisch nachzufragen, was er – Disraeli – denn hier wolle. Dieser antwortete mit leicht unterkühlter Stimme: „Ich möchte Premierminister werden!“ Das Gelächter erklang erneut, verebbte jedoch, als Disraeli das von ihm anvisierte Amt im Jahre 1874 erstmalig antrat.

Erst zu diesem Zeitpunkt wechselte der frisch designierte Premier seine Art der Kleidung. Traf man ihn zuvor oftmals in goldbetressten Pantalons, schwarzem Samtrock und schwarzen Pumps mit großen roten Rosetten, kleidete er sich nun – auf der Höhe seiner Macht – dunkel und schlicht. Der Puritanismus hatte über mit Blumen bestickte Westen und Glacéhandschuhe mit schwarzen Seidenfransen gesiegt. Aus dem dandyhaften Salonlöwen vergangener Tage war nicht mehr und nicht weniger geworden als der Schöpfer des zweiten britischen Empire.

Ein Blick auf die englische Herrenmode unserer Tage bringt auch heute noch einen gewissen Hang zu illustren Farbkombinationen zum Vorschein (ich selbst verfalle diesen immer wieder aufs Neue), und doch verstieße Disraeli „auf der Insel“ nach wie vor gegen jegliche Konvention der angemessenen Kleidung. Doch was bedeutet es überhaupt, sich angemessen zu kleiden? Und welchem Zweck ist es dienlich, dies zu tun? Sucht man nach Antworten auf diese beiden zentralen Fragen, dann wird man schnell fündig. Kein „moderner Knigge“, kein Buch über die „Businessetikette“, das sich nicht ausführlich mit den Fragen der angemessenen Kleidung beschäftigen würde.

Während mein Vorfahre diesem Thema im Rahmen seines über 400 Seiten starken Werkes lediglich eine Drittelseite widmete, umfassen die heutigen Ausführungen bis zu 50 Seiten. Während sich die Leserschaft im 18. Jahrhundert noch mit einigen grundlegenden Ausführungen zufrieden gab, erscheinen den meisten Menschen des 21. Jahrhunderts die Überlegungen Adolph Freiherr Knigges meist als zu allgemein, als zu schwammig, um die empfundenen Unsicherheiten auch tatsächlich abzubauen. Und so blicke ich auch in meinen Seminaren immer wieder in fragende Gesichter, wenn es um die „richtige Kleidung“ geht. „Schön und gut, Herr Knigge, aber was heißt das denn jetzt ganz konkret, darf ich nun Snoopy-Krawatten tragen oder nicht?“ „Ist mein Make-up tatsächlich zu dick aufgetragen?“

Doch der Reihe nach. Beginnen wir mit dem Originaltext Adolph Freiherr Knigges und versuchen wir, ihn Schritt für Schritt für unsere Belange zu übersetzen:

„Also noch etwas über die Kleidung. Kleide Dich nicht unter und nicht über Deinen Stand; nicht über und nicht unter Dein Vermögen; nicht fantastisch nicht bunt; nicht ohne Not prächtig, glänzend noch kostbar; aber reinlich, geschmackvoll, und wo Du Aufwand machen musst, da sei Dein Aufwand zugleich solide und schön. Zeichne Dich weder durch altväterische, noch durch jede neumodische Torheit nachahmende Kleidung aus. Wende einige größere Aufmerksamkeit auf Deinen Anzug, wenn Du in der großen Welt erscheinen willst. Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewusst ist, in einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten.“

Nun ist es in unserer demokratischen Gesellschaft nicht unheikel, von Ständen zu sprechen – allen Debatten um das sogenannte Prekariat zum Trotz –, und doch wird wohl keiner von uns bestreiten, dass es unterschiedliche soziale Milieus gibt, in denen stark voneinander abweichende Regeln und Codes vorherrschen. Wer in einer Bank arbeitet, kleidet sich nun einmal anders als Menschen, die im Handwerk oder in der Produktion ihrer Tätigkeit nachgehen, und selbst in ihrer Freizeit werden sich die Repräsentanten dieser Milieus optisch unterscheiden – nicht immer, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Die Frage nach der jeweiligen Vermögenslage hängt eng mit der skizzierten „Standesfrage“ zusammen. Der bekannte französische Soziologe Pierre Bourdieu spricht in seinem Buch „Die feinen Unterschiede“ vom Geschmack am Notwendigen und dem damit verbundenen Konformitätsprinzip. Bei aller unterstellten Durchlässigkeit der jeweiligen Milieus bleibt die Hoheit, darüber zu befinden, was denn konkret als notwendig empfunden wird und welches Maß an Konformität vom Einzelnen erwartet wird, dem jeweiligen Milieu und seinen Mitgliedern vorbehalten. Wer bewusst gegen die Spielregeln seines Milieus verstößt, der muss sich im besten Fall dem Gelächter der jeweiligen Mitglieder stellen, wie Benjamin Disraeli im britischen Parlament oder gar mit schärferen Sanktionen bis hin zum Ausschluss rechnen. Wer sich weigert, ein gewisses Maß an Anpassungsfähigkeit zu demonstrieren, wer ständig „über seine Verhältnisse lebt“, wer dauernd „Understatement betreibt“ der „gehört nicht mehr dazu“, der ist ein „Gernegroß“ oder „ein Sonderling“. Der „Schuster“, der sich weigert, „bei seinen Leisten zu bleiben“, hat es schwer, der „hält sich für was Besseres“ und setzt seine persönliche Akzeptanz in der jeweiligen Community aufs Spiel.

Ob Sie sich „zu bunt, zu fantastisch kleiden“, das bestimmen nicht wir, sondern das soziale Umfeld, in dem wir uns bewegen. Das, was beispielsweise im Businesszusammenhang in der Regel als konform empfunden wird, unterscheidet sich daher natürlicherweise erheblich von dem, was in der Künstlerszene für notwendig gehalten wird, um als akzeptiertes Mitglied der Gemeinschaft zu gelten. Im wirtschaftlichen Kosmos stehen Auffälligkeiten größtenteils unter Generalverdacht. Wer „sich rausputzen will“, wer dem „modischen Firlefanz“ huldigt, der wird es schwer haben, erfolgreich zu sein, es sei denn, er oder sie verdient das Geld in der Modebranche oder anderen kreativen Segmenten. Grundsätzlich gilt: je konservativer die Branche, desto enger die Grenzen. „Schließlich sind wir hier nicht auf dem Laufsteg, wir wollen Geld verdienen!“ Und wer Geld verdienen will, der sollte möglichst wenig anecken. Wirtschaftlich erfolgreiches Handeln erfordert ein Höchstmaß am Konformität und die Unterordnung unter das Notwendige.

Wer möglichst vielen unterschiedlichen Menschen mit ebenso unterschiedlichen Geschmäckern und Vorlieben die Vorzüge seiner Produkte und Dienstleistungen näher bringen möchte, wer also täglich gezwungen ist, „soliden und schönen Aufwand“ zu betreiben, der sollte es daher vermeiden, potenzielle Kunden zu verschrecken, weil die sich nicht genügend gewürdigt fühlen durch „altväterische und neumodische Torheiten nachahmende“ Unternehmensvertreter. Wer nicht bereit ist „einige größere Aufmerksamkeit auf seinen Anzug oder sein klassisches Kostüm aufzuwenden“, der hat in der „großen Welt“ nichts verloren. Gefährdet er doch den Umsatz des Unternehmens und damit seine eigene Karriere!

Da jedoch scheinbar immer weniger Menschen bemerken, dass sie „in Gesellschaft in einer unangenehmen Ausstaffierung auftreten“ scheuen die Vertreter des „wirtschaftlichen Milieus“ weder Kosten noch Mühen, um den Repräsentanten des Unternehmens – also ihren Mitarbeitern – Hilfestellungen zu leisten. Von Seminaren bis hin zu eigenen kodifizierten Knigge-Leitlinien ist alles denkbar. Wer dann noch weiterführenden Bedarf verspürt, sein ästhetisches Urteilsvermögen im Hinblick auf das Notwendige und Angemessene zu optimieren, der kann sich im Internet auf den einschlägigen Wirtschaftsseiten zum Beispiel der „Wirtschaftswoche“ oder des „Managermagazins“ im „Online-Business-Knigge-Quiz“ selbst testen oder in der lokalen Buchhandlung in der Ratgeberecke zugreifen. Oder Sie lesen einfach weiter…

  • Wenn Sie sich in der Welt der Wirtschaft selbstsicher bewegen wollen, verzichten Sie auf alles Exaltierte.

Glauben Sie mir, die politische Erfolgsgeschichte Benjamin Disraelis ist nicht nur eine Ausnahme in der Politik! Halten Sie sich an die Erkenntnis Oda Schaefers in ihrem Buch „Der Dandy“, wonach „der Dandy immer ein Feind des Utilitarismus, dem Nützlichkeitsprinzip, das unserer wirtschaftlichen Ordnung zu Grunde liegt, sein wird“. Oder kennen Sie einen erfolgreichen Unternehmer, der gleich Oscar Wilde mit einem samtenen Kniehosenanzug mit einer Lilie in der Hand über die Flure flaniert?

  • Richten Sie Ihren Blick auf das Notwendige!

Wer lediglich seine Person zur Schau stellen will, der verstößt gegen die impliziten Gesetze der ökonomischen Rollenerwartungen. Wer mit Konformität und Uniformität Probleme hat, der unterschätzt die Spielregeln des wirtschaftlichen Milieus, das nach Repräsentanten sucht, die gewillt sind, sich unter Gleichen zu bewegen im Sinne des Ganzen: des wirtschaftlichen Erfolges.

  • Schauen Sie genau hin! Welche Selbstverständlichkeiten prägen Ihr Unternehmensumfeld? Was „geht gar nicht“?

Ist Herr Obermeier aus der Vertriebsabteilung eigentlich trotz oder wegen seiner Lederkrawatte, seinen Motivsocken und seinen mehrfarbigen Schuhe so erfolglos? Oder ist der etwa gar nicht mehr im Unternehmen? Warum amüsieren sich die Kollegen eigentlich dauernd über die Leopardenoberteile von Frau Schmidtkunz, wo doch deren strassbesetzte, knallgrüne künstliche Fingernägel eigentlich ausreichend Grund böten, die Geschmackspolizei zu verständigen?

  • Welche weiteren ungeschriebenen Gesetze existieren? Oder gibt es sogar schriftlich fixierte Leitlinien, die das Modeselbstverständnis Ihres Unternehmens repräsentieren? Ein Blick kann ja nicht schaden!

Grundregeln des guten Geschmacks. Wie dem auch sei, einige Grundregeln des guten Geschmacks lassen sich auch ohne die spezifische Situation im Unternehmen festhalten:

  • Mit einem Maßanzug (mittlerweile zu vergleichsweise moderaten Preisen) oder einer geschmacklichen Kombination machen Sie als Mann wenig falsch.
  • Es sei denn, Sie haben kein Geld oder keine Zeit, sich die passenden Schuhe dazu zu besorgen. Sollten Ihnen die Begrifflichkeiten „Budapester“, „Oxford“, „Derby“, „Full-Brogue“ oder „Semi-Brogue“ nichts sagen, dann empfehle ich eine kurze Recherche. Dass man seine Schuhe beizeiten putzt und die Absätze erneuern lässt, bedarf eigentlich keiner gesonderten Erwähnung.
  • Über Hemden und Krägen ließe sich so einiges sagen, konzentrieren wir uns jedoch auf einige wesentliche Dinge: Bitte keine Button-down-, also am Kragen geknöpfte, Hemden zur Krawatte. Ob Sie sich hingegen beim Kragen für einen Kent, einen Cutaway, einen Windsor oder einen Tab entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Darüber hinaus empfehle ich, auf die doppelte Manschette zu setzen. (Nicht vergessen: Kümmern Sie sich um Manschettenknöpfe! Die Manschette sollte zwar unter dem Sakkoärmel zu erkennen sein, jedoch nicht die Handschuhe im Winter ersetzen … Da außerdem die „Schmuckmöglichkeiten“ des Mannes begrenzt sind, empfehlen sich die Knöpfe als hervorragende Ergänzung von Uhr und Ring und als Ersatz von zu vermeidenden Krawattennadeln.) Sie mochten Michael Douglas in „Wall Street“? Schön! Aber verzichten Sie auf blaue Hemden mit weißem Kragen, Ihren Sympathiewerten wird es nicht schaden. Apropos weiß: Mit weißen Hemden machen Sie nichts falsch, aber es gibt doch so viele andere schöne Farben und Muster!
  • Im Ernst: Kennen Sie wirklich Menschen, die Krawatten aus Leder, Strick, Holz oder Plastik tragen? (Ich wusste gar nicht, dass es letztere außerhalb der Karnevalssaison gibt). Gut, Krawattennadeln mit goldenen oder silbernen Kettchen begegnen einem schon mal, aber in der Regel hat sich die Seidenkrawatte ohne Zusatz doch durchgesetzt. Wenn Sie sich bei der Farbwahl unsicher sind, hören Sie auf Ihre Frau oder das Fachpersonal, wenn Sie Single sind oder lieber allein einkaufen gehen. Bleibt noch die Länge: bis zur Gürtelschnalle geht immer! Und das Binden selbst? Die Klassiker sind der Four-in-Hand und der Windsor, wobei Ihnen Spezialisten sicher noch 35 andere nennen könnten.
  • Strümpfe oder Socken? Strümpfe oder lange Socken! Über den Blick auf behaarte Männerbeine zwischen Socke und hochgerutschter Hose ist schon soviel geschrieben worden, dass es höchstens bei denen noch nicht angekommen ist, die noch immer nicht auf ihre geliebten Tennissocken verzichten wollen. Bei den Farben bin ich der falsche Ansprechpartner. Meine Strümpfe sind rot, ganz in der Tradition der Kniggeschen Familienfarben Rot und Weiß. Rote Strümpfe auf weißer Haut … Aber so ganz schwierig ist es ja mit den Farben ansonsten auch nicht, 85 Prozent des normalen Sortiments sind grau, blau oder schwarz, da fällt die Wahl wohl nicht allzu schwer!
  • Noch etwas: Als Freund des Einstecktuches möchte ich an dieser Stelle auch für dieses kleine Accessoire Werbung machen. „Falsch“ machen kann man dabei eigentlich nicht viel, es sei denn man wählt den selben Stoff wie den der Krawatte (diese Stoff-in-Stoff-Variante untergräbt schlicht die Eigenständigkeit beider Accessoires), oder man arbeitet in dem Unternehmen meines Freundes, in dem nur den Vorstandsmitgliedern des Unternehmens das Tragen von Einstecktüchern gestattet ist. Unglaublich, aber wahr!

Überhaupt sollten Sie die nicht zu unterschätzende Korrelation zwischen Hierarchieebene und Kleidung nicht unterschätzt werden. Menschen sind eitel, und wenn der neue Auszubildende seinem Vorgesetzten dauerhaft in Geschmacksfragen den Rang abläuft, dann braucht er sich über die Häufung an Überstunden nicht zu wundern! (Wie heißt es schon bei Baltasar Gracián: „Hüte Dich vor dem Sieg über Deinen Vorgesetzten!“)

Bevor Sie mir noch vorwerfen, Frauen aus der beruflichen Betrachtung zu verbannen, wechseln wir die Perspektive von dem Herrn zur Dame. Das beherrschende Axiom der Kunst des Anzugs im wirtschaftlichen Kontext „Gut gekleidet sein, heißt nicht auffallen!“, gilt ebenso für die Damenwelt. Was dem Mann der Anzug, ist der Frau das Kostüm, was dem Herrn das Hemd, der Dame die Bluse, was ihm die Krawatte, ist ihr das Halstuch oder die Kette, seine Strümpfe sind ihre Strumpfhose.

Doch bei aller Ähnlichkeit gibt es auch Unterschiede, geschminkte Männer mit Schmuck abseits des genannten sind eher die Seltenheit in der Welt der notwendigen Anpassung. Doch auch für die Geschäftskleidung der Frau gilt: Weniger ist mehr! (Um Missverständnissen und Stilblüten vorzubeugen: Ich spreche nicht von Miniröcken oder tiefen Dekolletees …)

  • Auch wenn in manchen Unternehmensknigges vor „Männerverkleidung“ gewarnt wird und in einigen Grandhotels der Hosenanzug beim Personal nicht gern gesehen wird, sind Hosenanzüge durchaus eine geeignete Alternative zum Kostüm. Auf den Marlene-Dietrich-Look im Sinne einer dazu kombinierten Krawatte dürfen Sie jedoch getrost verzichten!

Da Frauen meiner Meinung nach ohnehin über mehr Möglichkeiten als Männer verfügen, Schmuck zu tragen – wir sprachen bereits davon –, ist hier besondere Vorsicht geboten. Während der geschmückte Mann lediglich mit Spott bezüglich seines „gockelhaften Auftretens“ rechnen muss, unterstellt man Frauen oftmals ganz andere Dinge, die sich an dieser Stelle als nicht zitierfähig erweisen. Insbesondere Frauen in Führungspositionen sehen sich oft hinter vorgehaltener Hand den bigotten Vorwürfen ihrer männlichen Kollegen, aber auch Kolleginnen ausgesetzt, „so gar nichts Weibliches mehr zu haben“ oder wahlweise „nur aufgrund ihrer weiblichen Reize“ in die entsprechende Führungsposition vorgerückt zu sein. Eine Frau, die keinen Schmuck trägt, gilt als „Mannsweib“, trägt sie zu viel und anderer Stelle zu wenig, wird sie nicht nur als „wandelnder Tannenbaum“ verunglimpft, sondern gilt als „männermordender Vamp“. Um sich aus dieser weiblichen Zwangslage zu befreien, hilft neben der klaren Ansprache gegenüber missgünstigen Kollegen die maßvolle Fünfstückeregel:

  • Tragen Sie nie mehr als fünf Schmuckstücke! Ehering und Uhr werden mitgerechnet, die Ohrringe einzeln. Als verheiratete Frau bleibt Ihnen demnach ein weiteres Schmuckstück, als Single haben Sie zwei weitere Preziosen zur freien Verfügung!

Sie wünschen mehr Details? Dann verweise ich Sie ganz unumwunden an die Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft. Sei es in der Benimmliteratur, sei es die Expertinnen im Bereich Mode. Ob „Elle“, ob „Vogue“ oder „Brigitte“, das dortige Know-how en Detail übersteigt das meinige bei Weitem. Da bin ich ehrlich!

  • Bei aller Notwendigkeit zur Konformität, bleiben Sie als Person erkennbar. Bilden Sie Ihren eigenen Geschmack!

Erinnern Sie sich noch an die „grauen Herren“ aus Michael Endes Roman „Momo“? So grau sollten Sie nun doch nicht werden, weder als Mann noch als Frau! Dazu gehört neben der ausführlich beschriebenen Akzeptanz der Rollenerwartungen im beruflichen Kontext vor allem eines: der Spaß daran, sich gut zu kleiden und sich ästhetisch weiterzubilden. Dazu bedarf es der Bereitschaft, den eigenen Blick für die Nuancen im Uniformen schulen zu wollen, ohne mit den konventionellen Regeln zu brechen. Sie müssen ja nicht gleich meine roten Strümpfe tragen.

Und eines noch zum Abschluss: Nur weil Herr Obermeier – Sie wissen, der erfolglose und geschmacklos gekleidete Vertriebsmitarbeiter – den „Schuss des guten Geschmacks“ noch nicht vernommen hat, gibt es keinen Grund, ihn weniger freundlich zu behandeln als den erfolgreichen Herrn Tönnies aus der Markenabteilung, nur weil der mit dem Naturtalent gesegnet ist, unterschiedliche Farben, Muster und Stoffe so stilsicher zu kombinieren, dass man vor Neid erblasst!


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