Danke, das kann ich gut gebrauchen

Moritz Freiherr Knigges mag liebt Geschenke. Solange sie nicht nützlich sind.

»Weihnachten war echt hart für Max dieses Jahr.« stöhnte meine Cousine.

»Zu wenig Geschenke?« fragte ich.  »Nee, die falschen.« Max ist sechs.

Sein Tobsuchtsanfall aber war ausgewachsen. Denn statt Todessterns im Manuel-Neuer-Trikot gab es Fäustlinge und einen kratzigen Merinopulli. Kinder haben ein feines Gespür für

das Wesen von Geschenken. Geschenke sind das Größte, das Wunderbarste, das Außergewöhnlichste, was auf der gaaanzen, ganzen, ganzen Welt gibt. Endorphine overload.

Wir knuddeln sogar die buckligste Verwandtschaft dafür. Ein gutes Geschenk lässt uns alles um uns herum vergessen und entführt uns nach Wolkenkuckucksheim. Ein schlechtes Geschenk ist nützlich. Es mahnt Arbeit und Alltag an. Echte Geschenke sind wie Pommes mit Mayo. Nützliche wie das Vollkornkäsebrot von gestern, das noch im Deutschbuch klebt.Kinder strafen die Apologeten des Nutzens mit Zerstörung. (Max‘ Handschuhe landeten nur deshalb nicht im Kamin, weil sie an der Tanne hängenblieben.) Die Überbringer trifft der heilige Zorn.

Kurz: ja. Es gibt unnütze Geschenke:

Die nützlichen. Woran Sie die erkennen? Wenn der Beschenkte sagt: »Oh, Danke. Kann ich echt gut gebrauchen!«


Nächster Artikel:
»


Share This