Am 22. September 2018 um 12.00h beginnt in München das Oktoberfest. Die Hotelpreise werden um fast 400 Prozent steigen. Über 6 Millionen Besucher werden bei Deutschlands größten Volksfest erwartet. Um 11.00h beginnt der prachtvolle Einzug der Wirte auf das Oktoberfest. Gemeinsam mit ihren Familien, ihren Bedienungen, dem Münchner Kindl, den Prachtgespannen der Brauereien und den vielen Musikkapellen, die das Publikum in den Festzelten bis zum 7. Oktober mit Evergreens und den neusten Hits einheizen werden. Wenn so viele Menschen zusammenkommen, kann ein Oktoberfest- Knigge nicht schaden, dachte sich Moritz Freiherr Knigge. Weil’s dann allen mehr Spaß macht.

O’zapft is

Um 12.00h wird auch das Oktoberfest 2018 mit dem traditionellen Anstich durch den Oberbürgermeister im Schottenhamel-Festzelt eröffnet. Das erste Faßbier Wiesnbier ist angezapft. Mit Böllern wird der Beginn verkündet. Auf geht’s! Es darf gefeiert werden. 2017 wurden insgesamt 7,5 Millionen Liter Bier getrunken, 120.000 Bierkrüge nahm das Sicherheitspersonal den Andenkenjägern ab und 65 Nationen gaben sich ein Stelldichein. Die Welt kommt auch dieses Jahr wieder zu Besuch. Von Aserbaidschan bis zu den Virgin Islands. Ob „Hulapalu“ von Andreas Gabalier auch im dritten Jahr das Rennen um den Wiesn-Hits machen wird, steht noch nicht fest. 4.055 Fundstücke aus dem Vorjahr sind zu unterbieten. Also, Obacht: Ausweise, Portemonnaies, Schlüssel, Uhren und Handys bitte sicher verstauen!

Welcher Festzelt-Typ bist Du?

Fahrgeschäfte gibt es auch auf der Düsseldorfer Rheinkirmes, auf dem Hamburger Dom oder der Canstatter Wasn in Stuttgart. Was das Oktoberfest ausmacht, das sind seine 16 großen und 22 kleineren Festzelte, in der die Musi spielt, die Maß hochgestemmt und das saftige Wiesn-Hendel mit den Händen gefuttert wird. Ob Schottenhamel, Hacker-Festzelt, Käfers-Wiesn-Schenke, Löwenbräu, Augustiner, Ochsenbraterei, Pschorr-Braurösl, Fischer-Vroni und natürlich das Hofbräu-Zelt. Jedes Zelt hat seinen eigenen Charakter, sein eigenes Publikum und die meisten ihr eigenes Bier. Wer sich nicht auskennt, hat die Qual der Wahl. Unser Oktoberfest-Knigge hilft gerne. Hier findet ihr das richtige Zelt für Euren Typ!

Festzelte für Feierbiester

Fiesta, Fiesta Mexicana! Bist Du ein Feierbiest, das seine Hände zum Himmel reckt und weiss, was Hulapalu ist? Das Parties statt Feste feiert und die Wiesn nicht das erste mal besucht? Echte Münchner und solche im Geiste, die gerne zünftig feiern und bayerische Traditionen lieben wie Du treffen sich im Schottenhamel, im Schützenfestzelt oder im Hackerzelt. Hier werden die Wiesn-Hits geschmettert, auf den Bänken und niemals auf den Tischen getanzt.

Festzelte für Promis

Freut Euch des Lebens! Sehen und gesehen werden, wieder sehen und gesehen werden. Herrlich! Feiern ist schön, Stil ist schöner. Unter Bayern-Stars und TV-Sternchen. Hier ein Selfie, da Getuschel, hier ein Smal-Talk, da ein Busserl auf die Wange, hier bin ich schön, hier bin ich reich, hier will ich sein. Festzelt, das ist Catwalk auch ohne blau-weissen Teppich. Hier achtet man auf sein Äußeres und das der anderen. Hier harmonieren innere und äußere Werte. Vielleicht. Die Tracht ist traditionell oder hypermodern, egal, immer mit Geschmack und teurer als der Durchschnitt. Immer high class, niemals gewöhnlich. Willkommen im  Käfer-Zelt oder im Weinzelt. Chinchin.

Festzelte für Chillige

Ein Prosit, ein Prosit, der Gemüüüütlichkeit! Wiesn ist toll, wenn der ganze Rummel nicht wäre. Bänke sind zum Sitzen da, Tische für Brotzeit und Maß. A bißerl Musik, gerne, aber am liebsten ein bißchen unterhalten Zelt zu sitzen, eine deftige Brotzeit zu sich zu nehmen und sich ein bisserl zu unterhalten. Mit Freunden und Familie. Gegröle und Helene Fischer können ihnen gestohlen bleiben, die Schönen und Reichen dürfen gerne unter sich bleiben. Sie machen sich nicht verrückt sondern auf den Weg ins Augustiner, die Ochsenbraterei zur Fischer Vroni. Das Wochenende überlassen Sie den volltrunkenen Touris mit ihren depperten Sepplhüten, diesen narrischen Saupreißen aus Gelsenkirchen, Mailand, Stockholm und Tokio.

Festzelte für Touris

Oans-zwoa-drei-gsuffa! Du liebst „Talkin T-shirts“ und wolltest schon immer mal brüllen: „I survived Octoberfest!“?  Auf Bierbänken mit einem Hendl in der einen und einer Maß in der anderen so richtig abrocken? Du bist Touri und stehst dazu. Dein Dirndl ist zu kurz, Dein Hut ist aus Plastik und sieht aus wie der Maßkrug, den Du versuchts an der Security vorbei nach Hause zu schummeln? Ob Wiesnhits oder Ballermann, egal. Du triffst keinen Ton, aber grölst begeistert mit? Dann hat unser Oktoberfest-Knigge was für Dich: Hofbräu-Zelt, Armbrustschützenzelt oder Löwenbräu freuen sich schon auf Dich. Weil die Wiesn a Mordsgaudi ist und Mordsgaudi Dein zweiter Vorname.

Jetzt Reservierung anfragen und mitfeiern

Wie finde ich auf dem Oktoberfest einen Platz im Bierzelt? Reservieren ist besser als Warten. Ein Sitzplatz ist nicht nur gemütlicher, er berechtigt auch zum Tanzen auf der Bank. Und das Beste: Nur wer sitzt, wird bedient. Hier findet Ihr alle Zelte auf einen Blick und könnt sofort Eure Reservierungsanfrage starten.  Wir wünschen viel Erfolg und ein tolle Zeit. Hoch de Depf und schwoàbt sas owe, de Bria. Prost!

Schon gewusst? Kaum zu glauben, aber wahr. Die Macht der Tracht hat auf dem Oktoberfest erst seit 2000 ihren Siegeszug angetreten. Davor waren Dirndl und Lederhosn nur bei Traditionalisten zu sehen. Heute lebt das Oktoberfest von der bunten Vielfalt an Trachten und deren Neuinterpretationen.

Der Oktoberfest-Knigge – 10 Tipps für mehr Gaudi auf der Wiesn

1. Maß mit Mäßigung

Was sprachlich gut zusammenpasst, ist auf der Wiesn ein hehrer Vorsatz. Massenhafte Volltrunkenheit ist eine zwangsläufige Begleiterscheinung des Oktoberfestes. 6% hat das vollmundige Starkbier und ein Krug fasst einen knappen Liter. Wer sich betrinken will, der soll es tun, wir leben in einem freien Land. Doch auch für trinkfreudige Feierbiester gilt: Wildpinkeln und Wildkotzen ist unschön. Wer’s nicht glaubt, dem seien die Impressionen der Hemmungslosigkeit auf der gnadenlosen Webseite „münchenkotzt“ ans Herz gelegt.

2. Bänke ja, Tische NEIN!

In den Festzelten wird getrunken, gegessen, geredet, gelacht, gesungen, gegrölt, geschunkelt und getanzt. Tanzen ist erwünscht, sogar auf den Bänken! Nur nicht auf den Tischen. Wer seine Pumps, Ballerinas oder Haferl auf die Tischplatte setzt, der muss mit der Secutity rechnen.

3. Nicht diskutieren

Die Bierzelte schliessen in der Regel um 23.30h, doch die letzte Bestellung wird vor 22.30h entgegengenommen. Da nützt der niedlichste Augenaufschlag nichts. Hoffnungslos ist auch der Versuch eine Maß zu bekommen, wenn man keinen Sitzplatz hat. Daher: Reservieren oder auf nette Tischbesitzer hoffen, die zusammen rutschen.

4. Trachten machen Leute

Die Macht der Tracht ist seit den 00-Jahren auf den Wiesn beobachtbar. Lederhosen und Dirndl feiern eine Renaissance. Selbst in Preußen bekommt man in Kaufhäusern mittlerweile recht anständige Dirndl samt Dirndl-BH fürs schöne Dekolleté, Lederhosn, Hosenträger, Trachtengürtel, Wadenstrümpf, Haferlschuhe und Janker. Auf der Wiesn geht’s toleranter zu als im Kölner Karneval, Tracht in München ist im Gegensatz zur Verkleidung in Köln kein Muss, aber ein schönes Kann. Wer also Lust hat einmal in anderer Pracht zu erscheinen, der trage Tracht.

5. Schleife richtig binden

Oktoberfest ist auch Flirtfest. Wer als Madl flirten will, der binde die Schleife an seinem Dirndl links, wer seine Ruhe mag oder doll verliebt ist, der binde seine Schleife rechts. Je mehr Oktober-Fest-Knigges erscheinen, um so wahrscheinlicher dass mehr Männer diesen sozialen Code verstehen. Und das ist umso schöner fürs Flirten mit gegenseitigem Einverständnis.

6. Fahrgeschäft nach Festzelt, lass das sein

Wein auf Bier, das rate ich Dir, Bier auf Wein, das lass sein. Fahrgeschäft vor Festzelt, das rate ich Dir, Fahrgeschäft nach Festzelt, das lass sein. Reimt sich kein bißchen, bleibt aber wahr. Den meisten rotiert nach den Zelten ohnehin schon der Schädel und wer Schlangenlinien läuft, sollte sich von  Fliehkräften der Karussells und schwindeligen Spiegelkabinetten fern halten. Ein lustiges Geisterbahn-Vergnügen, das geht vielleicht noch. Auch wenn ein junger Mann vor einigen Jahren nach seinem Besuch der Wiesn-Geisterbahn entsetzt bei der Polizei Anzeige gegen einen Geist erstatten wollte, der ihn mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Die Polizei konnte allerdings  – außer Volltrunkenheit – keine Verletzungen beim vermeintlichen Opfer feststellen. Hui-Buh!

7. Die Wiesn-Klassiker solltet Ihr kennen

Bei den folgenden drei Liedern trennt sich die musikalische Spreu vom bayerischen Weizen: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, der „bayerische Defiliermarsch“ und
Bayernhymne sollte man kennen. „Fürstenfeld“ von S.T.S erfordert ein wenig Mundart aus der Steiermark. Hinzu gesellt sich poppiger bayerischer Lokalkolorit wie die „Schickeria“ der Spider Murphy Gang,  „I bin a bairisches Cowgirl“ von Niki oder „Brenna duats guad“  von Hubert von Goisern. „Viva Colonia“ wird zu „Viva Bavaria“  und aus Malle wird „Scheiss drauf! Wiesn ist nur einmal im Jahr“. Alles andere ist überregional deutsches Liedgut für die gute Laune. Für Menschen, die atemlos ihre Hände zum Himmel strecken und an Tagen wie diese in zerrissenen Jeans durch „New York, New York“ laufen und sich ein Foto von ihrem Schatzi wünschen. Applaus. Applaus!

8. Und schön Vokabeln lernen

Es ist höflich auf Reisen in andere Länder wenigstens ein paar Brocken der Sprache der Einheimischen zu sprechen. Zur Freude von Bayern und Preussen (allen anderen) (1) Guten Tag  – Griaß God, (2) Servus – Hallo, (3) habedieehre – Freut mich, (4) brunnzen – pinkeln, (5) i bin zua – Ich bin betrunken,  (6) Host mi?! – Hast Du es jetzt endlich kapiert?, (7) a Hendl, a Brezn und zwoa Maß – Ein halbes Hähnchen, eine Brezel und zwei Bier, (8) ha? – häh? (9) I – Ich  (10) Servus – Tschüß.

9. Kleine Wiesn-Etikette

In den Zelten darf nicht geraucht werden, Toilettenfrauen freuen sich über Trinkgeld, Hendl wird mit den Händen gegessen, Autofahren außer in Taxen könnt Ihr kniggen und Kinder haben in den Festzelten wenig Spaß.

10. Masskrug kaufen, nicht mitgehen lassen

Du kaufst Dein Bier ohne Krug. Der Preis von knapp 11 Euro für eine Mass mag Dir nach der dritten Maß suggerieren, Du hättest ein Recht zumindest einen Krug als Andenken mit nach Hause nehmen. Hast Du aber nicht. Prosit! (Heisst es eigentlich die Maß oder die Mass? Schleich di! Hau ma bloß ob mit deim schmarrn!)

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