Pizza richtig essen? Man muss ein echter Pizza-Purist sein, um sich die Frage zu stellen, wie man eine Pizza isst. Welche Pizza man isst, die mit dem dickeren weichen Teig aus Neapel, die mit dünnerem knusprigen aus Rom oder die mit Käserand aus den USA, darüber wird ja ohnehin ordentlich gestritten. Aber wie? Mit der Hand natürlich um 03.00h morgens nach einer langen Tour durch Kneipen und Klubs mit doppelt Analog-Käse. Mit gezackten Messer in der rechten und Gabel in der linken Hand, wenn man mit den Schwiegereltern bei „Luigi“, dem Italiener am Ort, Sonntags um 18.00h zum Abendessen geht. Oder doch nicht? Enzo Coccia, der Maestro der Pizza zieht die Augenbrauen hoch und verzieht das Gesicht: Ihr Banausen! Pizza richtig essen will gelernt sein!

Richtige Pizza wird nur in Neapel richtig gegessen. Basta!

„Ein wenig absurd ist es schon, wenn Enzo Coccia, der neapolitanische Pizza-Meister behauptet, es gäbe nur einen Weg eine Pizza richtig zu essen“, sagt der englische Food-Writer Daniel Young und fügt schmunzelt hinzu: „Andererseits ist es gut, die Regeln, die man später bricht vorher zu lernen.“ Außerdem – so möchte ich ergänzen – ist es doch schön, wenn es mal was Neues gibt im Knigge-Kapitel „Richtig essen“. Wie man eine Banane schält, dass man Kartoffeln nicht mit dem Messer schneidet und niemals einen Löffel zur Hilfe nimmt, wenn man Pasta isst, dass wissen ja mittlerweile selbst diejenigen, die Mikrowelle an- und ausschalten für Kochen halten. Aber dass man seine Pizza nicht nur mit der Hand isst, sondern zweimal zusammenfaltet und zwar im Ganzen? Das ist doch mal ne‘ breaking food news!

Das Pizza-Märchen:

Der Pizza-Bäcker Raffaele Esposito brachte der Prinzessin Margherita 1889 in Neapel drei unterschiedliche Pizza-Sorten. Eine der drei, mit Tomate, Mozzarella und Basilikum belegt, schmeckte Margherita  besonders gut und sie ließ Esposito einen schriftlichen Dank zukommen. So kam es, dass die Pizza in den Nationalfarben Italiens das Rot der Tomaten, weiße Mozzarella des Büffels und das Grün des Basilikum) bis heute den Namen Margherita trägt. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann isst die Prinzessin sie noch heute.

Enzo Coccia – eine Instanz

Und wem würde man eine Neuigkeit zum Pizzaverzehr lieber abnehmen als einem waschechten Neapolitaner, dessen Vater auch schon Pizzabäcker war und der selbst ein Pizza–Imperium aufgebaut hat und dessen Restaurants sogar im Guide Michelin erwähnt werden. Einem solchen Gourmet zuzuhören, dagegen ist nichts einzuwenden. Vier Tipps gibt uns der Meister mit auf dem Weg. Also: So essen wir unsere Pizza richtig:

  • Iss‘ keine harte Pizza: Nicht zu hart soll der Teig sein, sondern weich. Zumindest in Neapel.
  • Halte Deine Pizza nicht am Rand: weil dann die schönen Belege alle nach untern rutschen und Du den nackten Teig in der Hand hältst.
  • Iss‘ Deine Pizza mit der Hand. Schneide sie auch nicht in kleine Dreiecke sondern falte sie zweimal zu einem kleinen Täschchen. Zumindest auf der Straße in Neapel.
  • Erkläre Deinen Schwiegereltern, warum Du Deine Pizza nicht mehr mit Messer und Gabel isst, bevor Du Enzo Coccias-Knigge-Tipp folgst.

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