Mehr miteinander erreichen

knigge behinderung

Restaurant

Ob Lieblingsitaliener, neu eröffneten Tapas-Bar, beste Pommesbude weit und breit oder lokaler Chinesen. Ob Sterne oder unter freiem Himmel, gutes Benehmen ist überall gefragt. Ich habe Euch mal ein paar Basics zusammengestellt, die auch das nächste Mal Essen gehen zu einer runden Sachen machen.

1. Wait to be seated

Unabhängig davon, wie leer Ihnen das Restaurant auch erscheinen mag, setzen Sie sich bitte nie ungefragt auf den Platz Ihrer Wahl. Warten Sie auf den Service, und erkundigen Sie sich höflich, wo Sie sich niederlassen können.

2. Mach mal was Verrücktes

In vielen Restaurants ist es gang und gäbe, neben der normalen Karte eine Tageskarte anzubieten, die neue Geschmackserlebnisse eröffnen kann und saisongerechte Speisen feilbietet. Ob wir dann dennoch zum siebenundzwanzigsten Mal unsere geliebte Piccata Milanese bestellen möchten, bleibt uns überlassen, aber irgendwann beschleicht jeden von uns einmal das Gefühl etwas „Verrücktes“ machen zu wollen.

3. 30 Minuten Wartezeit ist okay

Es ist grausam, zu lange auf sein Essen warten zu müssen. Jede Wartezeit, die eine halben Stunde überschreitet, lässt uns nervös und gereizt werden, unser Blick wandert ständig Richtung Küche, unsere Finger klopfen nervös auf die Tischplatte, und wir beginnen uns zu fragen, „ob der Zander wohl noch gefangen werden muss“. Zögern Sie nicht, sich zu erkundigen, wo Ihr Essen bleibt, aber machen Sie sich vorher ein Bild über die möglichen Ursachen: Wie voll ist es? Ist die Kellnerin neu und noch ein wenig überfordert? Ist kurzfristig jemand ausgefallen? Oder hatten Sie eine komplizierte Bestellung mit vielen Extrawürsten?

4. Informieren Sie Ihre Gäste

Dem Servicepersonal wiederum empfehle ich: Weisen Sie Ihre Gäste ruhig darauf hin, dass die Wartezeiten heute etwas länger sein könnten, weil eine Servicekraft kurzfristig ausgefallen ist. Es entspannt die Atmosphäre, wenn die Gäste wissen, woran sie sind.

5. Nicht zu große Extrawürste

Apropos Extrawürste! Die Maxime „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, mag für den einen oder anderen zu der längst vergessenen und pädagogisch umstrittenen „Struwwelpeter“-Moral gehören, erscheint mir aber für den Umgang mit der Speisekarte nach wie vor geeignet. Gut, wenn Sie partout keine Tomaten mögen oder Allergiker sind, sollten Sie sich Ihr Recht auf eine maßgeschneiderte Bestellung nicht nehmen lassen. Für alle anderen gilt die Warnung, es nicht zu übertreiben mit der individuellen Speisenkombination. Ansonsten passiert es Ihnen womöglich, dass Sie ganz auf Ihr Gericht verzichten müssen, weil der Koch sich beharrlich weigert, das Fleischgericht mit Tofu zuzubereiten oder das Thunfischsteak durchzubraten.

5. Bitte, fangt doch an

Wie gesagt, allzu lange auf sein Essen warten zu müssen, ist grausam. Noch grausamer ist es jedoch, sein Essen als Letzter am Tisch zu bekommen. Die anderen Gäste klappern bereits mit ihrem Besteck und erwidern auf das Angebot: „Fangt doch schon an!“, mit leicht gequälter Miene, verstohlen den Wärmegrad ihres Essen kontrollierend: „Nein, nein, wir können doch noch warten.“ Bleiben Sie beharrlich, wiederholen Sie – trotz der höflichen Zurückhaltung Ihrer Tischnachbarn – Ihr Angebot: „Bitte, fangt doch an!“ Es genügt, wenn sich einer am Tisch ärgert.

5. Beschweren

Richtig beschweren im Restaurant, wie geht das eigentlich? Darf man sagen, wenn einem etwas nicht geschmeckt hat? Denn nicht immer entspricht die Leistung ja unseren Erwartungen. Aber auf die Frage: „War bei Ihnen alles recht“  antworten viele dann doch: „Ja, alles prima“, ärgern sich später und kommen nicht wieder. Überall hören und lesen wir, dass Feedback geben wichtig ist, dass man nichts dazulernt, wenn keiner was sagt. Doch die Realität sieht anders aus. Eine Beschwerde ist eben immer unangenehm und macht schlechte Laune. Dann doch lieber: Augen zu und durch. Moritz Freiherr Knigge ist der Frage nachgegangen wie man sich richtig beschwert. Richtig beschweren ist eine Frage des Timings

»Hat es Ihnen geschmeckt?« »Ich habe schon besser gegessen« »Aber nicht bei uns!« In Witzbüchern und auf Speisekarten liebe ich die Klassiker. Klar darf man sagen, dass es einem nicht schmeckt. In einer Sprache, die Respekt vor dem Essen zeigt. Mit Gründen, die über den eigenen Geschmack hinausgehen. Bevor der Teller leer ist.

Höfliche Menschen haben ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt. Sie handeln seltener zu früh oder zu spät, einfach weil besser auf den passenden Moment achten. Wem es etwas nicht schmeckt bevor er probiert hat, hat keinen Geschmack. Wer seinen Teller aufgegessen hat, bevor er sich beschwert, hat schlechte Argumente. Wem es nicht schmeckt, wartet nicht bis ihn der Service fragt, sondern sucht das Gespräch: „Entschuldigen Sie, ich habe eine Bitte…“

6. Don’t shoot the messenger

Höfliche Menschen erinnern sich, dass Kellner nicht kochen. Kellner sind Boten, die Nachrichten vom Tisch in die Küche und zurück tragen. Dabei bringen sie hin und wieder etwas zu essen mit. »Don’t shot the messenger« sagt der Engländer. »Sei diplomatisch zum Botschafter«, sagt der Knigge. Höfliche Menschen sind bessere Diplomaten. Sie nennen Schlechtes nicht schlecht, weil sie Niemandem Schlechtes wollen. Sondern das Gute für sich, Kellner und Köche. Das Beste aber wollen sie auf ihren Tellern.

7. Der Koch ist König

Höfliche Menschen, wissen, dass es Regeln gibt. Im Miteinander und in der Küche. Sie wissen, dass Kurzgebratenes keine Längen mag, sie salzen nach wenn es an Salz fehlt, aber lassen den Koch wissen, wenn er verliebt ist. Sie können Fischers Fritzens frischen Fisch gut riechen, weil er nicht riecht. Sie können medium rare von medium unterscheiden. Am meisten lieben sie es aber über den Kellner der Küche WELL DONE ausrichten zu lassen. Ganz direkt und undiplomatisch.

8. Trinkgeld

„Aber das Trinkgeld ist doch in Deutschland bereits im Preis inbegriffen!“ Das stimmt. Und doch hat sich die Konvention etabliert, fünf bis zehn Prozent Trinkgeld zu geben. Wer sich über diese Konvention bewusst hinwegsetzt, sollte neben seiner Sparsamkeit weitere gute Gründe ins Feld führen können. Denn das wohl vernünftigste Kriterium für eine Dienstleistung, ist nach wie vor die erbrachte Leistung. War diese gut, darf es ruhig ein bisschen mehr, war sie weniger gut, dann darf es auch ein bisschen weniger materieller Gunstbezeugung sein.

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Gestatten, Moritz Freiherr Knigge

Ich helfe Menschen in Städten, Verbänden und Unternehmen, mehr miteinander zu erreichen. Aufgewachsen auf Rittergut Bredenbeck wie mein Urahn Adolph Freiherr Knigge habe ich eins gelernt: ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben. Ohne offene Arme nicht. Heute besuche ich Deutschland, Österreich und die Schweiz als Mentor und Keynote Speaker. Mein Motto: „Wertschätzung ist Wertschöpfung.“ Wann darf ich für Sie mehr Miteinander erreichen?