Danke. Einfach Danke.

Ganz einfach: Danke sagen. Das Gegenstück des Geschenks ist der Dank, nicht das Geschenk. Das klingt einfach, ist aber nicht immer leicht umzusetzen. Geschenke haben die Eigenschaft sich rasant zu vermehren. Schenkst Du mir was, schenk’ ich Dir was. Die gute BWL-Win-Win-Logik sitzt unterm Gabentisch und lacht sich ins Fäustchen. Der gut gelaunte freie Wille macht Winke-Winke und die griesgrämige Verpflichtung lugt schlecht gelaunt um die Ecke. Ihr zu widerstehen ist schwer. Sauschwer. Leistungsbilanzen, die im Ungleichgewicht sind, sind schwer zu ertragen.

So wie Schokoladentafeln es schwer ertragen können, nicht gegessen zu werden, mögen es Geschenke nicht, unerwidert zu bleiben. Wann immer wir uns ihrer erinnern, rufen sie uns aus dem Wohnzimmer zu, flüstern uns im Vorbeigehen aus dem Regal ins Ohr: »Vergiss nicht, mich zu erwidern. Vergiss es nicht. Ich bin so allein.«

Nur vor diesem Hintergrund lässt sich der Kommentar von Coco Chanel als größtmögliches Lob verstehen: »Ihnen gebührt mein größter Dank, junger Mann. Sie haben mein Geschenk dankend entgegengenommen und mir ihres erspart.«

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