Schon gewusst? Auch die Banane gehört in die Kategorie der Schwierige Speisen gehört. Mir egal, ich mag keine Bananen. Damit  Ihr auf die Banane, auf Austern, Muscheln oder Kartoffeln nicht aus  handwerklichen Gründen verzichten müsst, gebe ich Euch gerne ein paar Tipps wie mit schwierigen Speisen umzugehen ist.

So isst man uns richtig – Schwierige Speisen von A-W

Ich gebe zu, auch ich habe nicht gewusst, dass man Bananen richtig oder falsch essen kann. Schälen und gut ist. Aber so einfach ist es nicht. Essen ist unter Gesichtspunkten der Höflichkeit ja keine Frage der Nahrungsaufnahme sondern der formvollendet eingesetzten Kulturtechniken. Auch wenn diese sich weltweit erheblich unterscheiden können.

1. Austern

Hast Du ein Austernmesser dann öffnedie Schale ohne Dich und uns zu verletzen. Hast Du keines, dann sitzt Du im Restaurant und die Austern wurden bereits geöffnet. Samt Austerngabel, gebuttertem Schwarzbrot, Salz, Pfeffer und Zitrone werden sie gereicht. Oder Apfel, Gurke und Ingwer, wie Spitzenkoch Johannes Kling es in seinem Video vormacht. Ein Glas Champagner als lukullischen Begleitschutz und es kann losgehen.  Und jetzt viel Spaß beim Schlürfen. 😉

2. Artischocken

Man isst Artischocken lauwarm. Blatt für Blatt. Die untere dickere Seite wird dann meist in deinen Dip getaucht. In Spanien gerne Aioli. In Frankreich gerne mit Vinaigrette. Anschliessend wird das Genießbare des Artischockenblattes mit oberen Zähnen abgezogen und der Rest des Blattes in eine vorgesehenen Tischbehälter entsorgt. Habt Ihr alle Blätter abgezogen, bleibt von den Artischocken nur noch Stroh und als Belohnung für die fleissige Arbeit unserer weicher Boden. Eine Delikatesse.

3. Avocados

Avocadosr sind echte Kaalorienbomben und deshalb so lecker. Geniessbar nur, wenn weich und in der Mitte ein dicker brauner Kern. Daher halbiert man sie. Im Restaurant kommen sie schon halbiert daher. Die tiefe Mulde, die der entfernte Kern hinterlässt, eignet sich hervorragend für Balsamico-Essig, Zitronensaft und Pfeffer, aber auch der gute alte Garnelen-Cocktail findet in der Mulde ein passendes Behältnis.

4. Bananen

Da ich selbst keine Bananen esse, musste ich mich selbst informieren, wie man die krumme Frucht formvollendet isst. Und erfuhr folgendes: „Die meisten Menschen denken, sie müssten Bananen am Stiel öffnen, das ist allerdings nicht richtig. Man öffnet sie am Ende, durch einen Knick, der das Fruchtfleisch freilegt. Schält sie dann bis zur Hälfte, so dass die zum Stiel hin gelagerte Hälfte noch von der Schale verdeckt bleibt. Erst, wenn die obere Hälfte verspeist ist, freut sich die untere, dass ihr nun selbiges widerfährt.

5. Fisch

Im Restaurant kommen Fische auf Euren Wunsch gerne  filetiert daher. Wer selbst Hand anlegt, der tut das meist mit einem Fischmesser. Mit diesem lassen sich Fische aller Art gut zerteilen von den Gräten trennen. Im folgenden Video anhand einer Forelle.

6. Garnelen

Wenn Garnelen ausgelöst auf den Teller kommen, dann freuen sie sich, wenn sie mit Messer und Gabel bearbeitet zu werden. Kommen sie in Gänze daher, wird es schon ein wenig komplizierter. Übung macht ja bekanntlich den Meister und in unserem Fall sollten die Krabben so klein wie möglich sein. Wer von Euch schon einmal Nordseekrabben geschält hat, der wird für King Prawns nur noch ein müdes Lächeln übrig haben. Und nun fröhliches Krabbenpulen.

7. Hummer

Hummer. Wer würde da nicht an Knigge denken? Dabei kenne ich nur wenige Restaurants, wo man den Hummer nicht schon weitestgehend mundgerecht serviert bekommt. Gut, mit der Hummergabel das Fleisch aus den Scheren ziehen, das müsst Ihr selbst machen. Oder Ihr macht es wie Gordon Ramsey. Schnell und menschlich.

8. Kartoffeln

„Messer und Kartoffel“ sind neben „Gesundheit wünschen“ ein Klassiker der Benimmliteratur. Bei Dr. Elisabeth Binder im Tagesspiegel fand‘ ich dazu einen schönen Hinweis: „Vor 90 Jahren hatte die Regel, Kartoffeln nicht mit dem Messer zu schneiden, einen ganz konkreten Hintergrund. Die Bestecke liefen damals an, wenn sie mit bestimmten Dingen in Berührung kamen. Sie waren ja aus Silber oder einfachem Stahl, reagierten also allergisch auf Stärke, aber auch auf Ei, das mit Perlmutt gelöffelt wurde, oder auch auf Säure. Jedes Messer, das mit einer Kartoffel in Berührung kam, musste einzeln und von Hand mühsam gereinigt werden. Da nimmt man schon mal gern mit der Gabel vorlieb. Bis heute ist diese Benimmvorschrift präsent, auch wenn sie ihren Sinn verloren hat. Man kann ja an einer Kartoffel fröhlich herumsäbeln, anschließend das Edelstahlmesser in die Spülmaschine werfen, und niemand hat einen Schaden.“ Der Vorteil: Wer die Regel kennt, kann freier entscheiden. Bin ich mit Dr. Piepenbrink Essen und der ist von der alten Schule, dann kann ich frei entscheiden, ob meinen Kartoffeln mit dem Messer zu Leibe rücke oder nicht. Regeln engen also nicht nur ein, sie geben uns auch die Freiheit, es so oder anders zu machen.

9. Poularde

Es ist gar nicht so einfach formvollendet mit den Händen zu essen. Wer schon einmal in einem äthiopischen Restaurant essen war, der weiss wovon ich rede. Auch hier macht Übung den Meister. Wer hier performt, den kann eine Poularde mit Knöchlein nicht aus der souveränen Knigge-Fassung bringen.

10. Muscheln

Miesmuscheln mit Schwarzbrot oder Fritten, wie bei unseren belgischen und französischen  Nachbarn sind etwas Herrliches, finde ich. Sie zu essen ist denkbar einfach. Was es braucht ist eine leere Schale. Die erste Muschel löst man aus ihrer Schale, danach wir diese selbst zum äusserst praktischen Muschelzange. Mit der wir nun alle anderen Muscheln aus ihrer Schale befreien und verspeisen. Bon Appétit! 

11. Schnecken

Herr Brunner schlägt sich mit Schecken, Schneckenzangen und Schneckengabeln herum. Die vielen Dislikes bei Youtuber setzen sich zusammen aus Menschen, die Schnecken nicht mögen, lieber lebendig sehen würden und den Kopf schütteln über Herrn Brunners Feinmotorik. Lustig und lehrreich. Es ist eben noch kein Schneckenmeister vom Himmel gefallen . 

12. Spaghetti

Ich war damals ziemlich erschrocken: Einer der ersten Etikette-Trainer, den ich kennenlernte berichtete mir von einem Essen mit einem sehr netten jungen Mann, der als Trainer in seinem  Unternehmen anfangen sollte und mit der sich in einem Restaurant traf. Als dieser bei den Spaghetti den Löffel zum aufwickeln zur Hilfe nahm, brach Eiszeit zwischen den beiden aus. „Spaghetti mit dem Löffel, Herr Knigge!!! Das geht gar nicht!“ Sagt ein deutscher Etikette-Trainer. Mein Freund Luigi. Italienischer Koch sagt: „Mamma mia!“ 

13. Weisswurst

 Ich habe einen lustigen Satz gelesen: Es gibt keine Regel, wie wir Weißwurst zu essen hat, solange wir nicht gegen sie verstoßen. Sowas mag ich. Andere schüttelt es, wenn scharfer Senf statt süssem Senf dazu gegessen wird und das auch noch nach 12.00h Mittags. Die nächsten schwören darauf, dass die Weisswurst geschnitten, die anderen darauf, dass sie gezuzelt werden muss, wenn sie es kann. Wie in München. Aber in der Oberfalz ist das anders, sagt der Bauer Jörg, aber auf jeden Fall mit den Händen, weil am Besteck erkennt man den Preussen! So! 😉

14. Pizza essen

Wir essen Pizza seit Jahrhunderten falsch. Sagt einer, der es wissen muss. Der Neapolitaner und Koch Enzo Coccia. Aber lest selbst.

 

 

 

 

 

 

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