Auch im Supermarkt gelten Regeln. Zwischen König Kunde und dem Einzelhandel. Aber auch zwischen den Königen. Die wichtigsten haben ich für Sie zusammengestellt. Viele Spaß beim Lesen und beim nächsten Einkauf.

Bitte nicht hauen

„Massenschlägerei im Supermarkt“ las ich in der Zeitung, Durch Vordrängeln an der Kasse  hatte eine Supermarktkundin eine Massenschlägerei ausgelöst: „Andere Kundinnen wollten es sich nicht gefallen lassen, dass die Mutter mit ihrem Kind an der Warteschlange vorbeiging, berichtete die Polizei. Zunächst beschimpften sich die Frauen und schlugen dann aufeinander ein. Die Mutter rief per Mobiltelefon ihren Sohn zu Hilfe. Als die Polizei im Supermarkt eintraf, hatte sich die Menge in zwei Gruppen geteilt, die sich gegenseitig bedrohten. Die Kleidung einiger Beteiligter war zerrissen, manche waren verletzt. Die Polizisten konnten erst mit Hilfe weiterer Funkstreifenbesatzungen die etwa 20 Streitenden trennen. Mehrere Beteiligte kündigten Strafanzeige an.“

Muss ja nicht sein. Um Polizeiaufgebote und Ärger mit dem Personal im Supermarkt zu vermeiden, helfen meine Knigge-Tipps für Einkauf im Supermarkt.

1. Einkaufswagen und Einkaufskörbe benutzen

Wer seine eigene Tasche oder Rucksack benutzt, wird vermutlich schnell vom Personal darauf hingewiesen dies zu unterlassen, weil es Missverständnisse geben kann. Immerhin werden deutschen Einzelhändlern jedes Waren im Wert von 340 Millionen gestohlen. In den Verdacht des Diebstahl möchte ich jedenfalls nicht geraten. 

2. Nichts ungefragt probieren

Die Erdbeeren lachen mich schon an. So ein paar Brombeeren direkt in den Mund, um zu kosten, ob die auch so gut schmecken wie sie aussehen, das wäre schon ne schöne Sache. Rein rechtlich wäre das Diebstahl, daher lieber fragen, ob  man probieren darf, in der Regel zeigt sich der Handel kulant, sagt der Handel und angebrochene Getränke und Speisen gehören in den Einkaufswagen und nicht zurück ins Regal, weil man seinen Durst gestillt hat. 

3. Anfassen erlaubt

Avocados oder Feigen darf man zärtlich drücken, um den Reifegrad zu prüfen, bevor man sie mitnimmt. Zärtlich heisst nicht quetschen. Und zwei bis drei Probeexemplare sollten reichen. 

4. Nie mehr als 50 Münzen

„Haben Sie es nicht passend?`“ Wird man im Supermarkt eher selten gefragt. Dennoch wird eine annähernd passende Zahlungsweise von den Kassiererinnen und Kassierern geschätzt. Wer mehr als 50 Münzen aufs Band legt, muss damit rechnen, eine Grenze überschritten zu haben und seine Einkäufe woanders zu tätigen. 

5. Freundlich begrüßen und verabschieden

Jedem Menschen steht ein Gruß und eine Verabschiedung zu. Ein freundliches Lächeln, ein kurzer Blickkontakt. Für ein paar Sekunden unsere vollste Aufmerksamkeit. Ohne mit anderen zu quatschen. Sei es von Angesicht oder mit Handy oder Kopfhörer am Ohr. Ob an der Kasse oder bei unserer Frage, wo wir die Süßigkeiten finden. 

6. Waren-Trenner benutzen

„Gehört das auch noch zu Ihnen?“ „Nein, tut es nicht, dass gehört dem Vollpfosten hinter mir!!!“ Sagt der Vollpfosten vor mir, der zu dämlich war mit dem Warentrenner unsere Waren zu trennen. Hat sich so nie zugetragen, aber ich warte drauf. Ich möchte mich auch mal so richtig schön aufregen! 

7. Nicht über die falsche Schlange ärgern

Wieder mal für die falsche Schlange entschieden? Passiert mir ständig. Ich lasse mich meist von der Anzahl der Wartenden täuschen, anstatt auf den „Füllgrad“ der Einkaufswagen zu achten. Oder ich bin mal wider in Gedanken versunken, weil ich die , sich von der Gemüseabteilung nähernde Verkäuferin nicht als Hoffnung für Kasse zwei erkannt habe. Als schließlich ihre Stimme durch den Supermarkt hallt: „Sie können auch zu mir an die Zwei kommen.“, ist es für eine angemessene Reaktion ohnehin längst zu spät. Mal wieder den richtigen Zeitpunkt zum Schlangenwechsel verpennt! Aber Rüber-Rennen finde ich auch blöde. Und bringt ja meistens auch nichts, wie Ihr hier seht. 😉

8. Gehen Sie ruhig vor!

Gehen Sie ruhig vor. Sie haben doch nur die par Teile, sagte die Dame zu mir. Das fand ich nett, das habe ich mir angeguckt und immer wenn jetzt jemand in der Nähe ist, dann sage ich das Gleiche: Gehen Sie ruhig vor. Und habe gleich noch ein Video dazu gedreht. Als Motivationshilfe. Vielleicht  finden andere Menschen das Vorlasssen dann auch nett und lassen das nächste mal auch anderen den Vortritt. Vieleicht. 

9. Portemonnaie zur Hand haben

Ich liebe Menschen,, die nicht erst nach Bekanntgabe des Preises ihr Portemonnaie aus der Tasche kramen und zunächst vollmundig ankündigen, den Betrag passend zu haben, um nach akribischen Nachzählen festzustellen, dass doch zwei Cent zu den erforderlichen 67 fehlen.

10. Waren zügig einpacken

Ich liebe ebenfalls Menschen mit gutem Benehmen, die ihr ausgeklügeltes „Einkaufstaschen-Packsystem“ dort zur Geltung bringen, wo es keinen der Nachfolgenden stört. Nichts gegen schrullige Packstrategien – auch für mich ist klar: Die Tüte muss stehen! –, aber die Geduld der Nachfolgenden sollte nicht zu sehr auf die Probe gestellt werden.

11. Können Sie ruhig wegschmeissen

Und Menschen, die wissen, ob sie ihren Bon benötigen oder nicht. Die Müllhalden auf den Einkaufsbändern zeugen von einer beachtenswerten Sprachlosigkeit; mit einem kurzen „Den Bon können Sie ruhig wegschmeißen“, ist es doch getan.

 

 

 

 

 

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