Beim Taxifahren gilt es einiges zu beachten, wenn man nicht nur von A nach B kommen möchten, sondern das auch entspannt. Moritz Freiherr Knigge berichtet von seinen Erfahrungen im Umgang mit Taxifahrenden. 

Das unfreundliche Taxi

„Guten Abend, hatten Sie einen guten Flug?“ – „Danke, sieht man einmal von dem netten Herrn ab, der uns die Verspätung beschert hat und mir später durch das rücksichtlose Zurückklappen seines Sitzes mein ganzes Essen über der Hose verteilt hat!“

Das bis dato höflich verlaufende imaginäre Gespräch geht jetzt in die entscheidende nächste Runde. Diese beginnt üblicherweise mit der Frage des Taxifahrers, wo es denn hingehen solle. In Städten, in denen der Flughafen gut und gern 50 Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt, ist das eine zugegebenermaßen unverfängliche Frage, die nichts weiter als eine klare Antwort erfordert, sofern man in die Innenstadt möchte. Bei citynahen Flughäfen jedoch stellt selbige Frage möglicherweise die Eröffnung für einen handfesten Konflikt dar. Nirgends wird das ökonomische Nutzenkalkül, das jeder Dienstleistung innewohnt, so deutlich wie hier. Jede Entfernung unter zehn Kilometern treibt dem Fahrer die Zornesröte ins Gesicht: „Da warte ich hier über eine Stunde und dann eine Zehn-Euro-Tour, na prima!“

Nachdem ich es in meiner Wahlheimat Düsseldorf anfangs mit defensiven Strategien versucht hatte, indem ich darauf hinwies, dass es „zu meinem Ziel leider nicht so weit“ sei, ärgerte ich mich verstärkt über die Konsequenzen. Diese bestanden entweder in einer trotzigen Einsilbigkeit des Fahrers, gepaart mit einem Fahrstil, der Michael Schuhmacher zur Ehre gereicht hätte. Nach einigen negativen Erfahrungen änderte ich meine Strategie.

Das freundliche Rheintaxi

Dort, wo es möglich ist, greife ich mittlerweile auf eine Dienstleistung mit dem Namen „Das freundliche Rheintaxi“ zurück – ein Unternehmen, das mittlerweile über hundert Fahrzeuge auf Düsseldorfs Straßen sein eigen nennt. Die Geschäftsidee erscheint auf den ersten Blick ebenso simpel wie unglaublich. Besteht sie doch einzig darin, der eigentlichen Dienstleistung, der Fahrt von A nach B, einige selbstverständliche Regeln des freundlichen Umgangs hinzuzufügen. Als da wären: Türe aufhalten, Koffer in den Kofferraum befördern, Frauen abends bis zur Haustür begleiten und die Schaffung einer freundlichen Atmosphäre, die einen nicht gleich zu blumigen Entschuldigungen nötigt, warum man nur in die Innenstadt und nicht nach Dortmund will! Verspätung hin, anstrengender Flug her. Die zehn Minuten Wartezeit auf das bestellte „freundliche Taxi“ lohnt sich allemal!

1. Mit Kreditkarte zahlen

Auch im Zeitalter der Digitalisierung ist das Bezahlen mit Kreditkarte in Deutschlands Taxen noch immer keine Selbstverständlichkeit.  Sollten Sie also bargeldlos fahren wollen, kündigen Sie dies bereits bei der Bestellung, spätestens beim Einsteigen an. Auch bei Kreditkartenfahrten sollten Sie das Trinkgeld nicht vergessen, wenn möglich sogar in bar extra überreichen.

2. Trinkgeld geben

Als Faustregel gelten auch für Taxifahrten die „konventionellen“ fünf bis zehn Prozent, zuzüglich oder gegebenenfalls abzüglich des in Geld ausgedrückten persönlichen Zufriedenheitsgrades. 

3. Kommunikation

Keine Transportform bietet in der Regel eine so hervorragende Möglichkeit zur Kommunikation wie die Taxifahrt – ob wir das wollen oder nicht. Meist sind die Fahrten jedoch nicht so lang, dass wir einem Schwätzchen grundsätzlich aus dem Weg gehen sollten. Im Gegensatz zu sonstigen Small-Talk-Tipps ist das Wetter als Einstand eher ungeeignet, da wir bei einer nachmittäglichen Fahrt davon ausgehen können, dass der Fahrer dieses Sujet bereits ausgiebig mit seinen zwanzig vorherigen Fahrgästen geklärt hat. Als geeignete Themen erscheinen mir vielmehr „Menschen, die ihren Führerschein im Lotto gewonnen haben“ (aus Sicht der Taxifahrer in der Regel alle anderen Autofahrer), das aktuell laufende Radioprogramm (hier sollte man auch vor Politik nicht zurückschrecken) sowie lokale Events wie Sportveranstaltungen, Messen, eine Kirmes oder Ähnliches.

4. Vorne oder hinten einsteigen?

Wer intensiven Unterhaltungen aus dem Weg gehen und „professionell“ wirken will, der sollte auf der Rückbank Platz nehmen. Wenn Sie nicht gerade den Typus Labertasche erwischt haben, der sich ständig herumdreht, womit er die Fahrt ein Stück weit gefährlicher gestaltet, und Sie sich nicht direkt als Tourist entlarven wollen (in Berlin kann das Platznehmen auf dem Beifahrersitz recht leicht zu ungewollten und gleichermaßen unbemerkten kostspieligen Stadtrundfahrten führen!), bietet die „zweite Reihe“ durchaus Vorteile.

5. Ortskenntnisse haben

Grundlegende Ortskenntnisse und das damit verbundene Wissen über Länge und Preis der Fahrt ist ohnehin stets von Vorteil. Nicht, dass ich den Taxifahrern im Allgemeinen sowie im Besonderen kriminelle Energie unterstelle, aber so manches Mal ist es mir schon passiert, dass ich bei einem relativ unkundigen Fahrer zustieg, der für jeden geografischen Tipp dankbar war. In diesem Fall sollten Sie auch den Vorschlag „die Uhr abzuschalten“ annehmen, schließlich ist es Ihr Geld, das soeben verfahren wird. 

6. Kein Klugscheisser sein

Geben Sie dem Fahrer ruhig die gewünschte Route vor, aber vermeiden Sie pedantische Ratschläge wie „Hätten wir hier nicht links gemusst?“ oder „Verstehe ich jetzt nicht, wieso Sie hier lang fahren!“, solange Sie sich nicht hundertprozentig sicher sind. So manchem Fahrgast hat der Hinweis darauf, dass die Domgasse aufgrund des Altstadtfestes gesperrt oder die Friedrich-Ebert-Straße mittlerweile eine Einbahnstraße ist, schon die Schamesröte ins Gesicht gezaubert …

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