Wenn es schnell gehen muss: Der Fast-Food-Knigge.

Vorbei die Zeiten, als Vati noch in der Mittagspause nach Hause kam und Mutti nicht nur die Hausschuhe bereitgestellt, sondern auch das warme Essen auf den Tisch gezaubert hatte. Schnell muss es gehen, Fast Food ist längst Bestandteil unseres postmodernen Alltags. Das mag man verwerflich finden, ändern daran wird man wenig. Ich selbst gestehe freimütig, ab und zu schon mal mein Essen auf der Straße einzunehmen und auch wenig dabei zu empfinden, wenn mir in Fußgängerzonen ganze Heerscharen von mobilen Essern begegnen. Ich bin zwar ein wenig amüsiert über die Verrenkungen, die der eine oder andere beim Verzehr von Pitatasche, Döner, Salat oder Falafel an den Tag legt, aber nicht abgestoßen oder in meinem Manieren-Selbstverständnis erschüttert. Und doch ist mir einiges aufgefallen, was durchaus eines manierlichen Finetunings beim öffentlichen Essen bedürfte:

  • Wählen Sie für Ihren Slalomlauf an anderen Menschen vorbei unkomplizierte Speisen wie Sandwiches, Bratwürste ohne Senfberge oder kleine beherrschbare Burger. Zu viel Konzentration auf das Niederringen komplexer Essgebilde erhöht die Wahrscheinlichkeit eines konfliktträchtigen Zusammenstoßes.
  • Überlegen Sie, ob die angestrebten fünf Minuten Zeitersparnis tatsächlich notwendig sind oder ob ein kurzes Verweilen an den meist vorhandenen Stehtischen nicht doch die angemessenere Variante darstellt.
  • Bleiben Sie um Himmels Willen an der frischen Luft! Der Geruch von Currywürsten, gefüllten Teigtaschen und Pommes Spezial XXL-Tüten in geschlossenen Räumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln kann nicht nur heftiges kollektives Kopfschütteln, sondern auch konkrete Anfeindungen zu Folge haben, die Ihnen den Appetit gründlich verderben dürften.
  • Schokoriegel, Eis und der „Kaffee to go“ sind unverfängliche, konventionelle und daher abgesegnete mobile Genüsse. Doch auch dann, wenn Ihre Lieblingsboutique nicht über Aufkleber mit Abbildungen von Eishörnchen nach dem Motto „Wir müssen leider draußen bleiben“, verfügt, sollten Sie Ihre Zwischenmahlzeit auf der Straße beenden. (Von einem Disput mit dem Ladeninhaber, es handele sich doch um einen Eisbecher und keine Waffel, rate ich dringend ab.)


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