knigge wc toilette

Auf dem stillen Örtchen

Toiletten sind nicht gerade ein Benimm-Klassiker. Und Klo sagt man nicht. Ich schon. Beschränke mich aber auf das Herren-Klo. In Unternehmen. Denn einen Knigge braucht es da allemal. Gerade auf dem Business-Klo. Für öffentliche Toiletten gibt es nur zwei Regeln: 1. Bleib sauber und behandle die Toiletten Damen und Herren anständig.

1. Pinkeln und Mund halten

Dies ist weder der Ort, um geschäftliche Gespräche weiterzuführen oder gar Intimes zu besprechen. Die abrupte Unterbrechung des Gesprächs durch Spülgeräusche und das Öffnen der Türen der Kloparzellen im Rücken der Gesprächspartner hat schon manchem die Schamesröte ins Gesicht gezaubert, als urplötzlich die sonore Stimme des Vorgesetzten ertönte: „Morgen, meine Herren, vielleicht sollten wir Ihr Gespräch gleich in Ruhe in meinem Büro fortführen!“ Wie auch immer man zur zünftigen Begrüßung „Mahlzeit“ stehen mag, auf dem stillen Örtchen sollte selbst deren Verfechtern eine andere Formulierung einfallen …

2. Verscherze Dir es nicht mit Deinem Boss

Steht der Vorgesetzte direkt neben einem, verbieten sich sowohl verstohlene Blicke in seine Richtung als auch der Einsatz karrierefördernder Selbstmarketingstrategien!

3. Nutze die Hygiene-Instrumente

Spülungen sind dazu da, um sie zu betätigen, Klobürsten, um sie zu benutzen, Fenster, um zu lüften, und Wasserhähne, um sie aufzudrehen und sich die Hände zu waschen. Wer meint, auf Letzteres verzichten zu können, dem sei ein Satz Adolph Freiherr Knigges ans Herz gelegt, der gerade auf dem Herrenklo seine zeitlose und allgemeine Gültigkeit beanspruchen darf: „Tue nichts im Verborgenen, dessen Du Dich schämen müsstest, wenn es ein Fremder sähe.“

4. Trockne Deine Hände

Für das Abtrocknen der Hände scheinen sich in Unternehmen vier Möglichkeiten herauskristallisiert zu haben: Stoffhandtücher, Heißlüfter, Stoffrollen oder abreissbare Papierhandtücher. Aus meiner Sicht sind nur die letzten beiden Varianten mit angemessenen Manieren vereinbar! Nichts ist unangenehmer als ein feucht-klammes Stoffhandtuch, nichts nervtötender und zeitaufwendiger als ein Heißluftgerät. Meine Meinung. 

5. Wechsele Klopapier

Zum Abschluss der Albtraum eines Jeden: Kein Klopapier mehr da! Hier hilft nur eines: Ruhe bewahren, sich bemerkbar machen, ohne in Hysterie zu verfallen. Der Preis für die amüsanteste Geschichte des Jahres dürfte Ihnen auf der nächsten Betriebsfeier – vom hämischen Gespött der Kollegen einmal abgesehen – ohnehin sicher sein! Um sich und anderen in Zukunft Ähnliches zu ersparen, sollten Sie sich nicht nur um den jeweiligen Bestand im Vorfeld bemühen, sondern auch an Ihren Nachfolger denken!

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