Türen öffnen mit dem Business-Knigge. „Zeig mir, wie Du mit Türen umgehst, und ich sage Dir, wer Du bist!“ Wer nicht mit Türen umzugehen versteht, dem bleiben viele Türen verschlossen. Bei dieser kurzen und knappen Diagnose berufe ich mich auf niemand anderen als Tante Lisbeth.

Sesam öffne Dich

Diese ist keineswegs meine leibliche Tante, sondern die Autorin des 1908 erschienenen Benimmklassikers „Anstandsbüchlein für junge Mädchen“. Darin setzt sie sich jedoch nicht nur mit dem Anstand junger Mädchen auf profunde Weise auseinander, sondern richtet ihre Verhaltensempfehlungen ebenso an junge Männer und beschreibt die Folgen unschicklichen Benehmens: „Der Mangel an Lebensart verschließt ihnen viele wertvolle Türen, hindert sie auch vielfach in ihrer Berufslaufbahn.“ Aber was müssen „junge Mädchen und Knaben“ denn beachten, wenn sie sich Türen nähern?

Offene Tür?

Junge Frauen und Männer könnten an offenen Türen ablesen, dass ihr Unternehmen tatsächlich eine „Politik der offenen Tür“ pflegt und die Türen der Vorgesetzten tatsächlich immer offen stehen. Manchmal sind sie jedoch geschlossen, dann hilft nur anklopfen! Und oftmals ist die „offene Tür“ nur ein Bild, das mit der Realität leider wenig zu tun hat. Entpuppten sich doch so manche „offene Unternehmenspolitik“ und gleichermaßen offene Vorgesetzte nach offenherziger Annahme des „offenen Angebotes“ als weit weniger offen, als es ihre Türen vermuten ließen. 

1. Türen aufhalten 

Wenn wir an die Grundregeln der Höflichkeit denken, dann fällt uns meist noch etwas anderes ein: das Aufhalten von Türen. Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie groß die Freude darüber ist, wenn ich Menschen die Türe aufhalte. Natürlich, ein paar Sekunden kostet es schon, dem anderen eine Höflichkeit zu erweisen. Doch das gehört dazu – wer keine Zeit hat, dessen Manieren geraten zunehmend unter Druck!

2. Sich die Zeit nehmen

Nehmen wir uns diese Bruchteile von Sekunden, halten wir Türen auf und bedanken uns, wenn sie uns aufgehalten werden. Doch was tun, wenn der nicht enden wollende Flur eine Reihe von geschlossenen Türen für uns bereit hält? Nun, Höflichkeit kennt keine Grenzen.

3. Sich richtig bedanken

Alle Türen werden aufgehalten, nur das ausdrückliche Dankeschön können Sie ab der zweiten Tür durch ein freundliches Lächeln und ein kurzes Nicken ersetzen.

4. Nichts aufrechnen

Höflichkeit kennt keine unausgeglichenen „Beziehungskonten“! Sie müssen nicht bei jeder Höflichkeitsbezeugung das Gefühl haben, sich revanchieren zu müssen, und sich etwa im Aufhalten der Türen abwechseln. Es bietet sich aber an, da Sie ohnehin als Erster die nächste Tür erreichen dürften.

5. Auf schlechte Witze verzichten

Wem aufgehalten wird, der sollte sich spöttische Kommentare nach dem Motto „Ich wusste gar nicht, dass Sie jetzt als Page angestellt sind, Herr Pasulke!“, verkneifen, sonst haben Sie spätestens die dritte Tür näher vor Ihrer Nase als Ihnen lieb ist!

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