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Adolph Freiherr Knigge

Adolph Freiherr Knigge

Adolph Freiherr Knigge lebte im Zeitalter der Aufklärung- Er wurde 1752 geboren und starb 1796. Er war ein Mann der Zeitenwende. Wurde früh Vollwaise und wuchs mit einem Bein in der adligen und mit einem in der bürgerlichen Welt auf. Wer dem Mann des guten Benehmens einen Besuch abstatten möchte, der findet ihn im Bremer Dom. Dort ist der gebürtige Niedersachse begraben. Adolph Freiherr Knigge, der Knigge. Der, der den Namen Knigge in Deutschland so berühmt machte, das er als Synonym dafür gilt, wie man etwas richtig macht. 

Einen Knigge, den kann nämlich jeder schreiben. Ob er jetzt Adolph, Moritz oder Kevin heisst. Und tatsächlich wird von diesem Recht auch sehr fleissig Gebrauch gemacht. Knigges gibt es mittlerweile wie am Sand am Meer. Ob Weißwurst-Knigge, Currywurst-Knigge, ob Karneval-Knigge oder Oktoberfest-Knigge, ob China-Knigge oder Bier-Knigge, ob Katzen-Knigge oder Sauna-Knigge, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was ich mir – da bin ich ehrlich – schon manches mal gewünscht hätte.

Adolph Freiherr Knigge in 128 Worten

Mit Schiller befreundet und mit Goethe verfeindet. Glühender Anhänger der französischen Revolution. Für die er sogar im Knast gesessen hat. Spötter erstarrter Umgangsformen und schwarzes Schaf der Familie. Wie kann man als Adliger für die französische Revolution sein? Freimaurer, Mitbegründer der Illuminaten. Der Dan Brown des 18. Jahrhundert. Erster deutscher Blogger. So eine Art Sascha Lobo ohne roten Iro. Dafür mit weisser Perücke. Ein Tausendsassa, der den Damen bei Hofe Maikäfer in den Kragen steckte, das Libretto von Figaros Hochzeit ins Deutsche übersetzte und selbst leidlich komponiert. Aufklärer, Moralphilosoph und Freigeist. Der erste, der ein Buch für alle Menschen geschrieben hat: Über die Kunst des Umgangs mit Menschen: sich nach den Temperamenten, Neigungen und Einsichten der Menschen zu richten zu richten, ohne falsch zu sein. Ungezwungen mit Charakter.

Knigge der Tausendsassa

Was Adolph Freiherr Knigge, der Universalgelehrte  wohl zu einem Swinger-Club-Knigge gesagt hätte? Der Kenner der Menschen, der mit Schiller befreundet und mit Goethe verfeindet war. Glühender Anhänger der französischen Revolution. Für die er sogar im Knast gesessen hat. Spötter erstarrter Umgangsformen und schwarzes Schaf der Familie. Wie kann man als Adliger für die französische Revolution sein? Freimaurer, Mitbegründer der Illuminaten. Der Dan Brown des 18. Jahrhunderts. Erster deutscher Blogger. So eine Art Sascha Lobo ohne roten Iro. Dafür mit weisser Perücke. Ein Tausendsassa, der den Damen bei Hofe Maikäfer in den Kragen steckte, das Libretto von Figaros Hochzeit ins Deutsche übersetzte und selbst leidlich komponiert. Aufklärer, Moralphilosoph und Freigeist. Der erste, der ein Buch für alle Menschen geschrieben hat. Nicht nur für die, die auf Schlössern wohnen den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Adolph Freiherr Knigge: Benimmpapst wider Willen

Das mit dem Benimmpapst, das hat man ihm viel später angedichtet. Im Original „Über den Umgang mit Menschen“ von 1788 kümmert er sich kein bißchen um die heute so beliebten Etiketteregeln. Einen einzigen Satz auf 420 Seiten widmet er der Frage,  wer hinter wem wie die Treppe herauf und hinabsteigt, wohin der Saucenlöffel gehört und dass man in Gesellschaft nicht flüstern solle. Und so reiht Adolph Freiherr Knigge im wohl längsten Satz seines berühmtesten Buches eine Selbstverständlichkeit an die nächste. Kleine Dinge, nennt er diese Regeln. Die aber weniger interessant sind als Knigges bemerkenswerten Schlussworte dieses Kapitels: „Nur erinnere ich, dass diese kleinen Dinge in mancher Leute Augen keine kleinen Dinge sind und daß oft unsere zeitliche Wohlfahrt in solcher Leute Hände sind“: Frei nach dem Motto: Nur wer die Regeln kennt, weiß mit ihnen zu spielen.

Leitplanken für einen guten Umgang

Adolph Freiherr Knigge war ein aufgeklärter Geist. Er wollte das Zwischenmenschliche nicht in feste Regeln pressen, er interessierte ich für die größeren Linien. Maxime wollte er den Menschen mitgeben, damit sie sich und anderen das Leben leichter machen, wie er an einer Stelle im Umgang schreibt. Maxime, die Leitplanken sein sollen dafür, dass uns der Umgang gelingt. Diese seine Empfehlungen ins Konkrete zu übersetzen das ist für Adolph Freiherr Knigge das Wesen eines freien und lebensklugen Menschen. Einer seiner wichtigsten Empfehlungen lautet: „Interessiere Dich für andere, wenn Du willst, dass diese sich für Dich interessieren sollen.“  Daran sollte sich unser Tun und Lassen ausrichten.

Herzensbildung statt Regelkorsett

KNIGGE, das ist mehr als ein Regelwerk. Vielmehr. Knigge, das ist Herzensbildung. Keine Toolbox sondern eine Haltung aus der heraus ich meinen Mitmenschen begegnen möchte. Diese Herzensbildung weiterzutragen, das habe ich mir zu meiner Aufgabe gemacht. Weil ich es mag, wenn der Umgang gelingt und Menschen einander als Menschen begegnen. Weil es schön ist, dem Anderen in seinem Anderssein zu wertschätzen und guter Umgang einfach verdammt gute Laune macht.

Für wen hat Adolph Freiherr Knigge geschrieben?

In seiner Vorrede zu den ersten beiden Auflagen seines berühmtesten Buches „Über den Umgang mit Menschen“, erklärt Adolph Freiherr Knigge selbstbewusst, was sein Buch so besonders macht: „Der Gegenstand dieses Buches kommt mir groß und wichtig vor, und irre ich nicht, so ist der Gedanke, in einem eignen Werke Vorschriften für den Umgang mit allen Klassen von Menschen zu geben, noch neu.“  Um bescheiden hinzuzufügen: „Eben dieser Unterschied aber und daß mir in Deutschland, soviel ich weiß, niemand vorgearbeitet hat, muss einen Teil der Unvollkommenheit meiner Arbeit entschuldigen.“

Ein Buch von Adolph Freiherr Knigge für alle Menschen

1788 erschien Adolph Freiherr Knigges Buch „Über den Umgang mit Menschen“. Und es wurde ein großer Erfolg. Ein Jahr vor der französischen Revolution. Von der Knigge Zeit seines Lebens beseelt schien und für die er sogar eine Haftstrafe absaß. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hallte durch ganz Europa und machte auch vor Niedersachsen nicht halt. Höfische Literatur zum Umgang mit Menschen, die gab es auch lange vor Knigge. In den Zeiten von Dünkel, Ungleichheit und Herrschaft. Eine Traditionslinie, die sich von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenreformation nachzeichnen lässt. Von Aristoteles über Castiglione bis Gracián – um nur einige herausragende Denker zu denken. Von beeindruckender Klugheit und Klarheit. Aber eben nur an die gerichtet, die den erfolgreichen Umgang am Hofe üben konnten. Alle anderen mussten Draussen bleiben.

Hinein ins pralle Leben

Wir haben es Adolph Freiherr Knigge zu verdanken, dass nun alle mitmachen durften. Dass das pralle Leben einzieht im Umgang miteinander. Höfische Etikette schön gut, aber worauf muss ich im Umgang mit Frauen, Kindern, Halbstarken und Greisen, Dienern, Droschkenfahrern Wirten, Buchhändlern achten? Wie gelingt mir eine gute Ehe, beste Freundschaft und blühende Geschäfte? Worauf  muss ich achten, wenn es mich dann doch mal an den Hofe verschlägt? Wie begegne ich dort den Großkopferten, aber auch im der Dorflehrern und städtischen Buchhändlern? Wie gehe ich Trunkenbolden, Labertschaschen und Cholerikern aus dem Weg? Wie gehe ich mit mir selbst um, meinen eigenen Interessen, Leidenschaften, Engelchen und ja, auch den Teufelchen?

Zeitlos lebensklug

Die Antworten Adolph Freiherr Knigges sind heute so lehrreich und humorvoll wie damals. Gut, Droschken heissen heute Taxis, aber Frauen, Kinder, Alte, Junge, Trunkenbolde, Engelchen, Teufelchen und sogar Buchhändler gibt’s auch heute noch und wird es wohl auch immer geben. Und Klugheit im Umgang miteinander wird es immer brauchen. Jedem lebensklugen Menschen und alle die es werden wollen, sei dahera uch im 21. Jahrhundert ein Blick in „Über den Umgang mit Menschen“ von Adolph Freiherr Knigge wärmstens empfohlen. Damit auch heute und morgen der Umgang miteinander gelingt.

Es ist schon bemerkenswert: Den Knigge, das Buch des bürgerlichen Anstands stammt aus der Feder eines Adligen: Adolph Freiherr Knigge. Geboren 1752 in Bredenbeck 1796 verstorben in Bremen. Dort beerdigt im Bremer Dom. Einen tiefen Kenner der Menschen und Bestien nannte ihn Heinrich Heine.

Der freie Herr Knigge

Adolph Freiherr Knigge wurde früh Vollwaise. Die Eltern starben bevor er 14 Jahre alt war. Zurück blieb das Rittergut, hoch verschuldet. Dies wurde unter die Zwangsverwaltung der Gläubiger gestellt, die dem jungen Knigge nur 500 Taler jährlich zum Lebensunterhalt bewilligten. Von Freiheit keine Spur sah sich der junge Adolph Freiherr Knigge bereits im jugendlichen Alter nicht nur seiner Eltern beraubt, sondern auch finanzieller Mittel.

Eine echte Zwangslage für einen jungen Hofmann ohne Hof. Aber mit tiefen Einblicken in die bürgerliche Welt und immer noch guten Verbindungen zur höfischen Welt. Und so wurde aus dem gar nicht so freien Freiher Knigge ein freiheitsliebender freier Herr Knigge, der fleissig Rosseau studierte und den Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit einiges abgewinnen konnte.

Kein Freund höfischer Ränkespiele

Adolph Freiherr Knigge wusste wie es an den Höfen zuging, er war mit den höfischen Umgangsformen wohl vertraut, aber er mochte es nicht mit ihnen zu spielen. Zu spöttisch, zu satirisch, zu ironisch und damit eben auch ein wenig zu verlogen. Knigge war dieses höfische Maskenspiel weder geheuer noch gefiel ihm das damit verbundene Menschenbild. Der Dünkel, der aus diesem Verhalten sprach, die blasierte der Maskerade, die ihm nicht zuletzt durch seine Studium bei bürgerlichen Lehrern zunehmen als moralisch fraglich und dekadent erschien.

Ein Buch für alle Menschen

Es verwundert nicht, dass Adolph Freiherr Knigge, enttäuscht von seinem eigenen Stand, seine Hoffnung auf einen redlicheren Umgang auf eine andere Klasse setzt: dem Bürgertum. So korrumpiert der Adel so groß die Projektionsfläche des bürgerlichen Edelmannes.

In seinem berühmtesten Buch „Über den Umgang mit Menschen“ macht Knigge deutlich, dass er sich durchaus in einer Traditionslinie mit Baldessare Castigliones Hofmann oder Balthasar Graciáns Handorakel sieht, doch wichtiger ist es ihm, die Einzigartigkeit seines Buches hervorzuheben. Die Zeitenwenden vom Geburtsadel zum Tugendbürger. Alle Menschen werden Brüder! Weniger um seiner selbst Willen sondern den ihm und seinen Werk innewohnenden moralischen und politischen Gehalt des Umgangs:

„Der Gegenstand dieses Buches kommt mir groß und wichtig vor, und irre ich nicht, so ist der Gedanke, in einem eignen Werke Vorschriften für den Umgang mit allen Klassen von Menschen zu geben, noch neu.“ 

Über den Umgang mit Menschen

1788 erscheint „Über den Umgang mit Mensch“, kein Komplementierbuch, wie Knigge selbst schreibt, keine Anstandsfibel, kein Etikettebuch, sondern ein aufgeklärtes, dass an die Vernunft des Menschen glaubt, den Umgang mit anderen so zu gestalten, das er gelingt. Herzensbildung sei dafür notwendig und praktische Lebensklugheit, damit das Gute nicht nur gewusst sondern auch gelebt wird.

Die Kunst des Umgangs mit Menschen. Die Fähigkeit sich auf andere einzustellen ohne sich selbst dabei zu verlieren. Sich zu zeigen ohne andere zu überfordern. Sich und anderen Freude zu machen.

Knigges wahrer Adressat ist der Mensch

Knigges wahrer Adressat ist der Mensch. So lesen wir bei Gert Ueding. In seinem sehr lesenswerten Nachwort der Ausgabe des Inselverlags „Über den Umgang mit Menschen“. Tatsächlich ist der Umgang von einem tiefen humanistischen Geist durchzogen, der sich bewusst auf die antike Vorstellung zurückbindet, wonach der Mensch immer schon Mensch ist, aber erst noch werden muss. Oder wie es der antike Komödiendichter Terenz so wunderbar auf den Punkt brachte: „Ich bin ein Mensch, mir ist nichts Menschliches fremd“. Menschlich, das ist ein Teekesselchen. Menschlich, das sind die Kleinheiten zu denen wir fähig und die Heldentaten, zu denen wir uns aufschwingen können. Vom groben Klotz, bis zum geschliffenen Diamant ist für uns Rohdiamanten alles drin.

Menschwerdung

Adolph Freiherr Knigges Verhaltensempfehlungen helfen uns bei dieser Menschwerdung. Beim Schleifen und Feilen an unserem eigenen Tun und beim Lassen von unseren Mitmenschen mehr zu erwarten als von uns selbst. Knigge, das heisst Ermutigung zu Gestaltung: seiner selbst und des Umgangs mit Menschen. Seinen Worten Taten Folgen zu lassen, wenn es irgendwie geht und damit leben zu können, wenn das wieder einmal nicht gelingt. Bei uns und unseren Mitmenschen. Wenn statt Großzügigkeit doch wieder Kleingeistigkeit regiert, wenn statt zugehört vollgetextet, wenn statt eigener Lorbeeren sich mit anderen geschmückt wird, wenn wir uns nicht verstehen, weil jeder Recht behalten will.

Mensch werden, das geht am besten gemeinsam in tiefer Einsicht in unser eigenes Vermögen und Unvermögen. Ob im 18. oder im 21. Jahrhundert, die Empfehlung Adolph Freiherr Knigges ist zeitlos:

 

Interessiere Dich für andre, wenn Du willst, dass andre sich für Dich interessieren sollen! Wer unteilnehmend, ohne Sinn für Freundschaft, Wohlwollen und Liebe, nur sich selber liebt, der bleibt verlassen, wenn er sich nach fremden Beistande sehnt.

Mein Vortrag,
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Gestatten, Moritz Freiherr Knigge

Ich helfe Menschen in Städten, Verbänden und Unternehmen, mehr miteinander zu erreichen. Aufgewachsen auf Rittergut Bredenbeck wie mein Urahn Adolph Freiherr Knigge habe ich eins gelernt: ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben. Ohne offene Arme nicht. Heute besuche ich Deutschland, Österreich und die Schweiz als Mentor und Keynote Speaker. Mein Motto: „Wertschätzung ist Wertschöpfung.“ Wann darf ich für Sie mehr Miteinander erreichen?