Eine gewisse Geschmeidigkeit benötige der höfliche Mensch. So Adolph Freiherr Knigge im 18. Jahrhundert. Wer im Zwischenmenschlichen eine gute Figur machen will, der sollte seinen Mitmenschen nicht zu formell begegnen. Nach der Pflicht kommt die Kür, nach der Kinderstube die grosse weite Welt. Das bunte Miteinander. „Nach den Neigungen und Temperamenten seiner Mitmenschen solle man sich richten, ohne sich zu niederer Schmeichelei herabzulassen.“ So der alte Knigge weiter.

Ein Lob der Geschmeidigkeit

Man muss sich schon unter die Menschen trauen, die Formvollendeten ebenso wie die Formlosen und dort seinen Mann stehen. Die Höflichkeit fühlt sich hinterm Jägerzaun der Etikette ebensowenig wohl, wie in der Wildnis der schonungslosen Ehrlichkeit. Ob sie jemand siezt oder duzt, ob ihr jemand einen wunderschönen guten Tag entgegen säuselt oder Mahlzeit entgegen ruft, das ist ihr ziemlich schnuppe. Sie hat ein Lächeln für jeden übrig. Vom Strassenkehrer bis zum Vorstandsvorsitzenden. Sie beherrscht die Ghettofaust ebenso wie den Handkuss. Ehren- satt Formsache. Das hat Swag.

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